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Karin Park – Apocalypse Pop (Review)

25. April 2015
Karin Park - Apocalypse Pop

Karin Park – Apocalypse Pop

Karin Park wurde in Schweden geboren, lebt mittlerweile in Norwegen. Sie modelt, schauspielert, komponierte den norwegischen 2013er Beitrag für den ESC und veröffentlicht seit nunmehr zwölf Jahren regelmäßig eigene Alben. Ihre Entwicklung von seichten unbeschwerten Klängen hin zu tiefgreifenderen Tönen lässt sich recht gut verfolgen, hört man sich durch ihre bisherige musikalische Laufbahn. Mit „Apocalypse Pop“ geht sie noch einen Schritt weiter und landet irgendwo zwischen tanzbar und emotional. Mit Stil und ganz klassischem Charme ist eine Platte entstanden, die sich schwer wie schwarze Lava und leicht wie über einem ausbreitet. Ernster vielleicht, aber auch eleganter, irgendwie fragiler. Und ziemlich anziehend.

Ein Krebserkrankung ihres Partners bildete die Grundlage für Karin Parks Ausrichtung in nachdenklichere Gefilde. Der so entstandene Apocalypse Pop ist ein vielschichtiger Monolith. Ein tanzender Monolith. Denn bei allem Tiefgang geht dem Album sein groovender Drive nicht verloren. Schon der erste Titel „Look what you´ve done“ zieht ordentlich an, wummernde Beats und ziemlich toller Refrain inklusive. Aber Karin Park beherrscht nicht nur die Sparte „intelligenter Electroclash“; sie nimmt sich selbst gerne den Wind aus den Segeln, um mit fast schon schlichten Pop – Melodien („Stick to the lie“, „Walls are gonna fall“), die stellenweise an Robyn erinnern, mehr Gewicht und Gefühl zum Ausdruck zu bringen. Aber dann geht es auch schon eine Station weiter – Voodootrommeln („Hard liquor man“) treffen auf orchestrale Kurzbesuche („Shake with the devil“) und enden im anschmiegsamen Duett mit Pandora Drive („Hurricane“). Karin Park, die unnahbare unterkühlte Frau aus dem Norden, legt mit diesem musikalischen Einschnitt nicht nur einen Teil ihres Innenlebens offen, ihr gelingt der Schritt weg von klanglichen Altlasten, hin zu einer eindeutigen künstlerischen Identität. Und das, wie gesagt, macht sie auf eine wirklich sehr anziehende Art und Weise.

Karin Park im Internet:
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Soundcloud

Tourdaten:
25.04. – L-Beach Festival, Oldenburg

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