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Juli & August 2015: unsere Konzertempfehlungen

8. Juli 2015

Juli & August 2015: unsere KonzertempfehlungenEs herrscht Ruhe in den Clubs. Der Musikfan ist augenblicklich eher auf irgendeiner grünen unbedachten Wiese zu finden. Dennoch: Hier und da rappelt es doch noch im Karton! Wir haben euch die aufregendsten Konzerte für Juli und August zusammengetragen. Unser absoluter Geheimtipp: The Angelcy aus Israel!

ALGIERS
Algiers vermischen urgewaltigen Neo-Gospel mit Post-Punk-, Industrial- und New Wave-Einflüssen und verleihen so ihrem ganz persönlichen Soul eine neue Dringlichkeit. 

Die Musik der ursprünglich aus Atlanta stammenden Band erinnert dabei an Birthday Party oder den Gun Club und unterwirft sich keinem aktuellen Zeitgeist – das macht Algiers gerade im Hier und Jetzt so besonders. Während andere Bands sich mit ihrem Sound beim R´n B oder Hip Hop anbiedern und sich gegenseitig repetitiv zitieren, zelebrieren Algiers den traditionellen Sound des US-amerikanischen Südens mit modernen Mitteln und verleihen ihm so die Eintrittskarte in eine große Zukunft. 

Sänger Franklin James Fischer klingt dabei wie eine Reinkarnation von Screamin´ Jay Hawkins, beschwörend und rastlos singt und wird dabei zum versöhnlich grollenden Seelenbrecher.

12.08.2015 Berlin – Sommerloft

AUGUSTINES
Dass Augustines eine der großartigsten Live-Bands sind, die sich wie keine zweite Band darauf versteht bei ihren häufig ausverkauften Auftritten die Meute prächtig zu unterhalten, dürfte sich schon lange herumgesprochen haben. Egal, ob sie in klassischer Besetzung ihren intensiven Indierock von der Bühne verbreiten, oder ob sie ins Publikum steigen und, von mitsingenden Fans umringt, ein akustisches Set zum Besten geben: Sie geben immer zweihundert Prozent. Im Sommer sind sie wieder in Deutschland und kündigen ein paar wunderbar intime Clubkonzerte an. Dem Vernehmen nach war die Band auch schon im Studio, um ein wenig an neuen Songs zu arbeiten. Es gibt also neues Material und eventuell auch neue Songs zu hören, was die Vorfreude auf die Auftritte noch vergrößert.

11.08.2015 Nürnberg – Hirsch
18.08.2015 Köln – Blue Shell
19.08.2015 Berlin – Flux Bau

BJÖRK
Obwohl Björk in der Kunstwelt gleichermaßen gefeiert wird wie in der Popmusik, hat die Isländerin erst kürzlich in einem Interview klargestellt, sie empfinde einen gewissen Stolz darin, in erster Linie Popmusikerin zu sein. Und auch, wenn sie mit einer großen Retrospektive im New Yorker MoMA weiterhin die Grenzen zwischen den beiden Spielarten verwischt, spricht zumindest ihr neues Album „Vulnicura“ eine deutliche Sprache. So zugänglich, wenn auch dunkel, hat man ihre Musik schon lange nicht mehr erlebt. „Vulnicura“ ist ein Trennungsalbum, in dem sie offen, kunstvoll, poetisch und dramatisch die Trennung von ihrem Ehemann Matthew Barney verarbeitet. Große Popmusik, aus persönlichem Schmerz geboren – immer noch eine der besten Mischungen. Und wer schon mal eine Live-Show dieser Frau gesehen hat, der weiß, dass in diesem Rahmen alles passieren kann: visuelle Effekte, die einem den Atem rauben, Instrumente, die man nur aus alten Science Fiction-Filmen zu kennen glaubt, seltsam gekleidete Chorsängerinnen, die plötzlich die Bühne bevölkern und im Mittelpunkt diese Frau, die mal Marienerscheinung, mal Alien oder leidende Schönheit ist.

02.08.2015 Berlin – Zitadelle Spandau

DAMIEN RICE
Als Damien Rice im vergangenen Jahr sein neues Album „My Favourite Faded Fantasy“ auf einem exklusiven Konzert in Berlin vorstellte, gab es ebenso viele glückliche wie todunglückliche Fans. Die Grenze zwischen beiden Lagern verlief ziemlich genau an dem Fakt, ob man es hinein geschafft hatte oder nicht. Überraschend war das indes nicht, denn Rice hatte immerhin knapp acht Jahre auf sein drittes Studioalbum warten lassen, hat immer noch eine riesige Fanbase im Rücken und vergrößert diese mit jedem Auftritt, den er spielt. Denn der ebenso zurückhaltende wie charismatische Songwriter schafft es immer wieder, die Leute mit seiner Stimme, seinem wunderschönen Gitarrenspiel und seinen großen Songs über große Gefühle in den Bann zu ziehen. Was läge also ferner, als noch einmal in Deutschland aufzutreten, diesmal in etwas größeren Locations.

31.07.2015 München – Freiheizhalle
04.08.2015 Berlin – Tempodrom
07.08.2015 Luhmühlen – A Summer’s Tale Festival

GOLDEN KANINE
Die umfangreiche Instrumentierung von Golden Kanine – neben der klassischen Rockbesetzung stehen noch etliche Mandolinen, Banjos, Posaunen und viele weitere Zupf-, Blas- und Tasteninstrumente auf der Bühne – ergibt etwas, das man als tanzbaren Folk, Indie-LoFi oder Post-Rock-Songwritertum beschreiben könnte. Aber die exakte Schublade, in die man diese Art Musik einordnen könnte, müsste ein genialer Zimmermann erst einmal zimmern. Und er könnte den Namenszug „Golden Kanine“ direkt in die Front fräsen. Über eine Unmenge von Touren und Konzerten hat sich das Quintett aus Malmö, das auf der Bühne gern noch ein paar Gastmusiker um sich hat, eine feste und sich stetig vergrößernde Fanbasis geschaffen und, was noch viel entscheidender ist, sich eine Menge Live-Erfahrung erspielt. Was man bei jedem Konzert von Golden Kanine erleben kann: In jedem Stück prallt Melancholie auf Lebensfreude. Das ist voluminös und filigran, aufregend und umwerfend, tief und hinreißend und kraftvoll.

21.07. Höxter – Tonenburg
22.07. Dresden – Schaubudensommer
23.07. Berlin – Monarch
24.07. Oldenburg – Kultursommer
25.07. Hamburg – Knust
26.07. Wetzlar – Franzis Sommerfest
(Tour geht im September weiter)

KAURNA CRONIN
Mit gerade einmal 21 Jahren kombiniert Kaurna Cronin energetischen Folk mit zeitgenössischen Klängen und besitzt dabei eine natürliche Fähigkeit zu packen und zu begeistern. Zusammen mit dem Bassisten Dom Symes präsentiert Cronin kantige und doch harmonische Indie-Folk Sounds gepaart mit mitreißenden Gesangspartien.
Obwohl die Musik stark vom australischen Folk geprägt ist, bezeichnet Kaurna Cronin sie selbst als „folkish“, also irgendwie ein bisschen folky. Tragende Elemente sind Gitarre, Mundharmonika, energetische Drums und Cronins weiche Stimme – eine klangliche Melange aus Bob Dylan, Paul Simon, Ryan Adams, Neil Young und dem ganz eigenen Stil des jungen Australiers entsteht.

>>> Tourdaten

MARIBOU STATE
Obwohl sie im gleichen malerischen südenglischen Dorf aufwuchsen, ignorierten sich Chris Davids und Liam Ivory a.k.a. Maribou State in der Schule für gewöhnlich. Erst an der Universität in Leeds entdeckten sie ihre gemeinsame Leidenschaft für Musik und wurden gute Freunde. Seit 2011 veröffentlichten die beiden eine Reihe von EPs und Remixes, die ihnen zu internationalem Ansehen und dem Support von Radio-Schwergewichten wie Zane Lowe, Huw Stephens oder Pete Tong verhalfen. In den vergangenen 18 Monaten tourten sie durch Europa, die USA und Australien und nahmen gleichzeitig mit einer strengen 9-to-5-Arbeitsmoral ihr Debütalbum und bisher bestes Release „Portraits“ auf.

23.07.2015 Köln – Club Bahnhof Ehrenfeld
24.07.2015 Berlin – Gretchen
25.07.2015 Stuttgart – Stuttgart Festival

MANCHESTER ORCHESTRA
Im vergangenen Jahr brachten Manchester Orchestra gleich zwei neue Platten heraus: Einmal im April „Cope“, zum zweiten im September „Hope“. Das ist jetzt so ungewöhnlich nicht, dass eine Band einen kreativen Schub hat, zumal beide eine Spielzeit von süßen 38 Minuten haben. Interessant wird es durch die Tatsache, dass auf beiden Alben dieselben elf Stück eingespielt wurden. Einmal – im Fall von „Cope“ – überzeugen die Jungs aus Atlanta mit dunklem, schwerem und trotzdem melodischem Post-Hardcore, einem lautem Gitarrendeich, gegen den der Sound der Band brandet wie ein stürmisches Meer.

21.08.2015 München – Strom
23.08.2015 Köln – Gebäude 9
24.08.2015 Berlin – Magnet Club
25.08.2015 Hamburg – Molotow

MUMFORD & SONS
Im Mai erschien „Wilder Mind“, von dem die vier Jungs von Mumford & Sons sagen, sie hätten dabei so eng zusammengearbeitet wie nie zuvor. Die zwölf Songs seien von allen gemeinsam geschrieben worden, die Sound-Ideen und Instrumentierungen im Studio zusammen entwickelt worden. Dabei habe sie Aaron Dessner von The National unterstützt. Die Band, die immer behauptet hat, wenn sie nicht live spiele, sei sie keine Band, hat die Vorzüge der Studioarbeit entdeckt. Wie fünf Monate Pause doch den Blickwinkel verändern können! Aber jetzt ist Zeit, wieder auf die alten Ideen zurückzukommen. Denn wie ausgefuchst das neue Album auch klingt, wie neu der Sound von Mumford & Sons auch sein mag: Jetzt scharrt das Quartett ungeduldig mit den Hufen und will wieder lospreschen. Raus in die Welt, auf Tour, on stage. Größer und mehr und besser als zuvor.

17.07.2015 Berlin – Waldbühne
18.07.2015 Berlin – Waldbühne

SHAMIR
Shamir Bailey ist gerade einmal 20 Jahre alt, aber gilt den einschlägigen Trend-Postillen bereits als Erneuerer von Disco, Old School-House, Funk und R’n‘B. Der NME beschrieb den aus Las Vegas stammenden Sänger mit der atemberaubenden Countertenor-Stimme als „Melange aus Prince, Grace Jones und Michael Jackson, die sich schlecht benehmen und machen, was sie wollen“. Bereits seine 2014 veröffentlichte Debüt-EP „Northtown“ konnte internationales Interesse an dem jungen Sänger, Gitarristen und Songwriter generieren. Seit Veröffentlichung seines ersten Albums „Ratchet“ zählt Shamir zu den meistbeachteten Newcomern zwischen Pop, Electro und jedweder Form von Black und Urban Culture.

24.08. Berlin – Privatclub

THE ANGELCY
2010 entschied sich Sänger und Songwriter Rotem Bar Or eine Live-Band zu gründen. Es dauerte einige Monate und Versuche mit unterschiedlichen Musikern bis die Band Gestalt annahm. 2011 ging es dann endlich auf Tour durch ihre Heimat Israel. Schnell erspielte sich die Band ein treues, begeistertes Publikum und nach nur einem Jahr hatten sie ein sich rasch verbreitendes Live-Video und einen Song in Israels führender Radio Playlist. Besonders charakteristisch für The Angelcy ist die einzigartige Stimme von Rotem Bar Or, sowie die innovative Art, mit der die Band ihre Instrumente bespielt. 2014 machte sich die Band dann auf Europa-Tour nahm sich einige Monate Zeit für Aufnahme und Produktion und veröffentlichte ihr erstes Album „Exit Inside“. Es erhielt zahlreiche Preise in Israel, wurde von einigen populären Medien zum Album des Jahres gekürt. Die Auftritte der Band finden seitdem vor stetig wachsendem Publikum in immer größeren Locations statt. Auch ihre Texte sorgen für Aufmerksamkeit. In ihnen kommt der antimillitaristische und antinationale Charakter der Band zur Geltung. Während des Gaza Krieges im Sommer 2014, in Zeiten der Angst und des Hasses, sammelten sich 1000 Menschen im Publikum, um gemeinsam zu singen und für Frieden und Toleranz einzustehen.

03.08.2015 Hannover – Kulturpalast
04.08.2015 Bielefeld – Forum
05.08.2015 Berlin – Lido
06.08.2015 Rostock – Jaz
08.08.2015 Berlin – Frierock Festival
09.08.2015 Brachwitz – Café Saale Kiez
10.08.2015 München – Glockenbachwerkstatt

THE JULIE RUIN
Hinter The Julie Ruin steckt Kathleen Hanna, Begründerin des Riot Grrrl-Movements mit Bikini Kill, die später mit Le Tigre ein neues Projekt aus dem Boden gestampft hat. Kathleen Hanna geht als ungeschlagene Punkikone durch, denn auch mit The Julie Ruin geht sie ungezähmt und ordentlich hysterisch zur Sache!

07.08.2015 Kattowice (Polen) – Off Festival
10.08.2015 Berlin – Lido

THE MACCABEES
The Maccabees blicken seit ihrer Gründung 2005 mit ihrem lässig authentischen Indie-Rock auf stetig wachsenden Erfolg und zahlreiche Chartnotierungen. Nach erfolgreichen Tourneen durch die USA und Top-Slots auf internationalen Festivals ist das Quintett aus London mit seinem drittem Album „Given To The Wild“ in der Oberliga der britischen Indie-Szene aufgestiegen. Begleitet von der überragenden Single „Pelican“, für die The Maccabees 2013 den Ivor Novello Award in der Kategorie „bester zeitgenössischer Song“ erhielten, erreichte das Werk Platz 4 der UK-Charts und die Top 40 zahlreicher europäischer Nationen. Die Qualität dieses ungemein leichten und doch gehaltvollen Indie-Juwels wusste auch der NME zu würdigen und kürte das Mercury-Prize-nominierte „Given To The Wild“ zum ‚Album des Jahres‘. Nun ist die Band bereit für das nächste Kapitel: ihr neues Album!

21.08.2015 Berlin – Heimathafen

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