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ILLUSION SUITE – Progressiver Frischwind aus dem hohen Norden

15. April 2008
Illusion Suite Header

Dass Norwegen neuerdings aus der Landkarte des Progressive Metal nicht mehr wegzudenken ist, verdankt man zweifellos großartigen, innovativen Kapellen wie Spiral Architect, Pagan’s Mind oder Circus Maximus. Mit Illusion Suite aus der illustren Hauptstadt steht bereits seit 2003 eine weitere verheißungsvolle junge Truppe, diesmal der Marke Melodic Progressive Metal, in den Startlöchern.

Man selbst möchte die eigene Musik natürlich als mehr als “nur” melodischen und progressiven Metal verstanden wissen…

“Illusion Suite ist eine bunte Mischung aus sehr vielen Elementen, denn wir hören uns in Sachen Musik nahezu alles an: auch (Computer-)Spielemusik, Filmmusik, Pop, Klassik… wie du’s gern hättest. Nimm diese Genre, füge ein bisschen Schmackes hinzu und voilá: Schon hast du Illusion Suite. Wir glauben, dass das wichtigste was Musik bewirken kann, die Anregung unserer musikalischen Sinne ist, und das ist das Ziel unserer Musik. Wir möchten beim Spielen der Perfektion nahe kommen, solange es das Feeling nicht negativ beeinflusst. Musik ohne Gefühl ist einfach nichts wert.“
(Øyvind „Lionheart“ Larsen, git.)

Und so frickelt der Herr Gitarrenspieler nicht was das Zeug hält, sondern konzentriert sich auf stimmungsunterstreichende Rhythmusgitarrenarbeit, Soli gibt es seltener, dafür umso ergreifender. Sowieso ist bei Illusion Suite Bill Makatowicz‘ der große Melodieträger, auch gern mal in harmonischer Eintracht mit dem Backgroundgesang in Kleinstchor-Besetzung. Lauscht man dem sehr eigenwilligen Organ des Blondschopfes, so werden am ehesten noch Assoziationen mit einem jungen James LaBrie wach, die eigene Note ist jedoch klar unverkennbar. Reisen in die USA und nach Nepal haben neben interessanten Lebenserfahrungen außerdem gesanglich ihre Spuren hinterlassen…

”Natürlich waren diese frühen Tage in den Staaten eher spaßige und verspielte Tage. Nichts war allzu ernst, trotzdem haben wir versucht, das Beste draus zu machen. Klar, es war großartig, dass ich die Chance bekam, Teil der musikalischen Gesellschaft der Bay Area (San Francisco) zu sein. Die hat einen erstaunlich hohen Level an Musikkultur und Einfluss. Man kann schon fast in den Fußspuren von Kurt Cobain und anderen Musiklegenden wandern. Ich kann mich entsinnen, dass wir sogar etwas auf Tape gebannt haben, bevor ich wieder zurück nach Norwegen ging. Ich war sehr zufrieden damit. Wir hatten damals nur vier Spuren.. Außerdem habe ich als Sicherheitsmann an einem Theater gearbeitet, wodurch ich viele Konzerte mithören konnte. Es war eine witzige und immense Erfahrung, um mich weiterzuentwickeln, mich zu verbessern. Es ist außerdem wahr, dass ich mal Gesangsunterricht im “östlichen Gesangsstil” (dem Indischen Stil), genommen habe. Das hat mich dazu gebracht, einen Song aufzunehmen, ich kehrte dann auch schließlich zurück, um ein gnazes Album aufzunehmen. Es hat viel Spaß gemacht und ich bin immer noch sehr stolz auf das, was ich auf “Music from the Mountains” abgeliefert habe, obwohl es manchmal schon etwas komisch oder verquer wirken kann. Ich weiß nicht, ob ich auf einem Illusion Suite-Output jemals total im “Indischen Stil” singen würde, doch wir experimentieren gerne und mixen viele verschiedene Stile.”
(Bill Makatowicz, voc.)

Nunja, sooo viele unterschiedliche Stile sind das nun auch nicht. Wir hören derzeit bei Illusion Suite eigentlich noch keine ethnischen Gesänge (Warum eigentlich nicht? Bei Hollenthon klappt’s doch auch im Zusammenhang mit extremem Metal…), Hip Hop-Gesocks bleibt einem zum Glück auch erspart… Hin und wieder gibt es kleinere elektronische Anreicherungen, in erster Linie erinnert jedoch an Filmmusik, wie zum Beispiel das “Intro” ihrer 2005er Demoscheibe “The Adventures of Arcan”, welches nur wenige Monate nach der “Demo One” das Licht erblickte. Übrigens: Wie schon in meinen etwas kürzeren Portraits der ebenfalls vertragslosen Fejd und Dawn of Perception, so gibt es auch hier wieder die Demoscheiben vollkommengratis abzustauben…

Demo One (2004) The Adventures of Arcan (2005)
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Illusion Suite - Demo One (2004) Illusion Suite - The Adventures of Arcan (2005)
1. The Passage 1. Intro
2. Scarlet Skies 2. The Devil in Your Heart
3. Another World 3. Once We Were Here
+ Neverending Story 4. Pandora’s Box
5. The Adventures of Arcan

„Um ehrlich zu sein schäme ich schon ein bisschen für unsere alten Demos. Obwohl, wenn man bedenkt, dass es Demos sind, waren die Vocals nicht allzu schlecht.“
(Bill Makatowicz, voc.)

Immer diese Bescheidenheit… Es gibt eigentlich gar keinen Grund, sich für diese Aufnahmen zu schämen. Schon bei den ersten Tönen von “The Devil in Your Heart” ist nämlich klar, dass Illusion Suite mehr sein wollen, als “nur” eine Metalband. Theatrale Orchestralwände werden hier im Vergleich zur ersten Demo viel höher aufgebaut, und das ziemlich professionell und ohne an Energie für den ersten Song einzubüßen, im Gegenteil: Diese Arrangements bauen ganz eindeutig Spannung auf. Inspiration holte sich Roger Bjørge vor allem von japanischer Rollenspielmusik. Ich für meinen Teil bin ja eher dem klassischen Fantasyrollenspielstuff von Bioware, Black Isle und Co. zugetan (Baldur’s Gate, Icewind Dale, Planescape: Torment, Neverwinter Nights, Morrowind, Guild Wars – Meister Jeremy Soule lässt grüßen! – oder auch den akustischen Untermalungen von Warcraft oder Diablo…), doch Roger schwört auf Fernost:

„Ich denke Spielemusik (vor allem die von japanischen Rollenspielen), hat ein spezielleres Feeeling als andere Musikgenres. Hauptsächlich weil die Musik extra für eine Szene oder ein Setting gemacht ist. Und natürlich wird man auch eher in diese Musik gezogen, wenn man das Spiel selbst gespielt hat. Ich mag es, meine Inspiration aus Spielemusik und Metal zu beziehen, beides miteinander zu kombinieren, und einen speziellen Sound und besonderes Feeling zu kreieren. Sound und Melodie sollten viel Stimmung, Drama und Magie beinhalten. Du hast dann sehr kraftvolle Musik, wenn du anschließend nette Riffs und Beats dazupackst. Einige dieser Spiele mit inspirierender Musik sind natürlich Final Fantasy und viele andere wie Xenogears, Chrono Cross und Castlevania… Mein Lieblingsspielesoundtrack ist aber Final Fantasy Tactics vom brillianten Hitoshi Sakimoto. Ich muss dir recht geben, was Jeremy Soule angeht. Ich habe nicht vieler der amerikanischen RPGs gespielt, aber ich habe viel großartige Musik gehört, unter anderen in den Spielen, die du da genannt hast… Diablo ist super!“ (Roger Bjørge, dr. & more)

Kein Wunder also, dass noch im gleichen Song auch noch eine kleine japanischsprachige Überraschung auf all jene wartet, die dieser Sprache mächtig sind…

„Ich kann es nicht perfekt übersetzen, aber das japanische Zitat in „The Devil in Your Heart“ ist über die Geschichte einer Großmutter, die ihrer Enkelin erzählt, dass das Leben mit einem guten Herzen und ohne Lügen, Ichbezogenheit und Materialismus gelebt werden soll. Das was wirklich etwas zählt, ist die tiefere Liebe zum Leben selbst.“
(Roger Bjørge, dr. & more)

Keine Kommentare

  1. mai ling

    music is great!!! grabb a cd when the albun gets out!!! was at one of their concerts, awsome live performance =) loved it!!!!!

    #819

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