Suche

I Heart Sharks – Anthems (Review)

28. März 2014
I Heart Sharks - Anthems

I Heart Sharks – Anthems

Drei Exil-Berliner, die sich 2007 zusammen fanden, um elektronischer Musik einen emotionalen Anspruch einzuhauchen. I Heart Sharks waren geboren. Es folgten zahlreiche Monate auf den Straßen Deutschlands, Konzerte auf engstem Terrain und dazwischen immer wieder kreative Zwischenstopps im Proberaum. Vier Jahre später veröffentlichten Pierre Bee, Simon Wangemann und Martin Wolf ihr über Crowdfunding finanziertes Debüt „Summer“. Das Album schlug komentenhaft in der Indie-Pop Szene ein und rotiert auch heute noch (mindestens) wöchentlich in manchen Playern. I Heart Sharks legten keine Pausen ein, tourten weiter, komponierten weiter – und so ist es nicht verwunderlich, dass Island Records auf das schmucke Trio aufmerksam wurde. Die ausufernde Kreativität einfach mal sprudeln lassen, verrückte Ideen umsetzen (u.a. Songs mit Midge Ure schreiben) – und alles wird bezahlt. Welcher Musiker träumt nicht davon? Nun haben wir 2014, der Frühling kündigt sich an. I Heart Sharks haben ihr neues Album „Anthems“ im Gepäck. Und das klingt richtig gut.

Zugegeben, beim ersten Hören ist der markante IHS-Sound kaum auszumachen. Produziert wurde „Anthems“ von Joseph Cross, welcher bereits mit Hurts arbeitete. Dieser Einfluss scheint die Platte im ersten Moment förmlich zu fluten. Die erste Auskopplung „To Be Young“ ging einen anderen, hymnenhaften Weg – ohne dabei zu sehr gefallen zu wollen. Es kann aber durchaus aufgeatmet werden. So cheesy „Anthems“ anfänglich klingen mag-es ist alles nur Show. Die großartige Stimmung der einzelnen Songs entfaltet sich erst, wenn man sich selbst auf die Platte einlässt. Und das fällt einem relativ leicht, wenn man Pop mag, der 1:1 aus den Achzigern stammen könnte. „Strangers“ eröffnet die Schmacht-Rundfahrt mit tanzbarem Tempo, „Karaoke“ zielt da schon eher in Richtung Pathos-Pop, „Meet Me In The Nowhere“ wiederum lebt durch seinen kauzige Rhythmus. „Eleanor“ und „Half A Heart“ öffnen dann wieder ganz weit das Herz. I Heart Sharks sind mit einer Berg – und Talfahrt zu vergleichen, die trotz der unterschiedlichen Höhen und Tiefen ihrer Songs immer ein gleichbleibend beeindruckendes Level beibehalten. Jeder Titel wächst zum Hit – und mitsingen kann man sie spätestens nach dem dritten Mal Hören auch. Man kommt nicht umhin die Drei für ihre neue klingende Wundertüte zu lieben. Bee, Wangemann und Wolf zaubern Pop, der trotz seiner Theatralik angenehm unbeschwert in Ohr und Herz nachhallt. „Anthems“ = unser Popalbum des Frühlings.

I Heart Sharks im Internet:
Homepage
Facebook
Twitter
Instagram
Tumblr
Youtube

Tourdaten:
24.04.14 – Museumskeller, Erfurt
25.04.14 – Club Bahnhof Ehrenfeld, Köln
26.04.14 – Molotow, Hamburg
29.04.14 – Bi Nuu, Berlin
30.04.14 – beatpol (ehem. Starclub), Dresden
02.05.14 – Täubchenthal, Leipzig
03.05.14 – STROM, München
07.05.14 – MUZ, Nürnberg
08.05.14 – B72, Wien
09.05.14 – Kinski Club, Zürich
10.05.14 – Nachtleben, Frankfurt

Schreib einen Kommentar