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I´m Not A Band: Interview zum neuen Album „BANDBAND“

2. September 2012

I´m Not A  Band wirbeln mit ihrem neuen Longplayer durch unser Gehör und dürften auch beim schlimmsten Verweigerer das Bedürfnis wecken mal so richtig abzutanzen. „BANDBAND“ ist frisch veröffentlicht und setzt mit einer feinsinnigen Mischung aus (sehr) tanzbaren elektronischen Klängen, poppigen Melodien und dem perfekt abgestimmten Einsatz der Geige zur Punktlandung an. Eingängig und leicht, trotz allem komplex und tiefgründig. Ein spannender Mix, der Stephan Jung und Kassandra Papak auf dem Nachfolger von „Electrolin“ mehr als gelungen ist. Grund genug, um zu erforschen, wer genau hinter dem Projekt steht – und woher die Inspirationsquellen und Einflüsse stammen, die ihren Weg in die Kompositionen finden? Stephan und Kassandra waren so lieb uns einen Einblick zu gewähren.

Stephan_

Unmittelbare Einflüsse zu nennen ist schwer. Natürlich wird man immer irgendwie geprägt durch die Musik, die man selbst konsumiert, aber die Musik kommt einfach aus mir heraus. Es kommt schon mal vor, dass ich mir Stiltechniken eines Genres, wie der Klassik oder des Elektro und Indie abschaue, aber am Ende hat das dann damit wenig zu tun. Durch die klassische Ausbildung hilft eventuell das Harmonieverständnis oder intuitiver Harmoniegebrauch. Unsere Songs haben daher, untypisch für Elektro eher eine Songstruktur, als dass sie in repetitiven Patterns ablaufen, wodurch es in kürzerer Zeit zu mehr Abwechslung kommt. Das verstehen wir jetzt nicht als Wertung, sondern es ist vermutlich mehr eine Geschmackssache und ein anderer Ansatz beim komponieren.

Diese Struktur dient als Grundgerüst, um das Klänge und Gesang mosaikartig eingewebt werden. Uns gefällt vor allem die unbeschwerte Vielschichtigkeit Eurer Songs. Wie entsteht so ein Track?

Stephan_

Zu Beginn eines Songs stehen ganz unterschiedliche Dinge. Mal ist es nur eine kleine musikalische Idee, die sich dann immer mehr erweitert, oder es ist eine Stimmung. Oft ist es aber auch nur ein gewisser Anreiz, sich hinzusetzen und etwas zu machen. Man lässt sich dann von seiner Intuition selbst überraschen, denn meist kommt dann etwas anderes heraus, als man sich ursprünglich als Anreiz vorgestellt hatte. Es ist auch vorgekommen, dass ich mit einem Beat angefangen habe – Kassandra hat zunächst eine Melodie in Phantasiesprache ausprobiert, darauf habe ich dann getextet und den Rest zusammengeführt. Anschließend wurde alles im Studio aufgenommen. Aber einen Patentweg haben wir da nicht. Pathetisch gesprochen ist jeder Song ist in seiner Entstehung einzigartig.

Und nicht nur in ihrer Entstehung sind diese kleinen Perlen einzigartig: I´m Not A Band erfahren durch den Einsatz der Geige schon einen recht hohen Wiedererkennungswert. Sie verleiht dem Sound einen zarten, aber auch poppigen und satten Klang, der sich perfekt in die Titel einfügt. Wie hat die Geige ihren Platz gefunden? War das von Anfang an geplant?

Stephan_

Die Geige hat einen ganz zentralen Stellenwert in unserer Musik, das ist richtig. Zum einen mögen wir die Vermählung der scheinbar gegensätzlichen Elemente der klassischen Geigen und des modernen Elektros. Diese Kontraste machen die Musik spannend und einzigartig und verleihen ihr einen hohen Wiedererkennungs- und Markenwert. Zum anderen sind die Geigen nun mal unsere Instrumente, die wir spielen, so wie andere Gitarre, Klavier oder eben Schlagzeug spielen. Wir wollen moderne und zeitgemäße Musik machen, also setzen wir das mit unserem Instrument um. Und das ist die Geige. Insofern ist das oben beschriebene weniger intentional geplant gewesen, als eine logische Konsequenz.

Mal eine etwas andere Frage: Euer Bandname ist schon sehr außergewöhnlich. Wie kam es zu dem Entschluss Euch „I´m Not A Band“ zu nennen? Steckt vielleicht ein philosophischer Ansatz dahinter, oder wurde der Name aus einer Laune heraus gewählt?

Stephan_

Ich hatte das Projekt zunächst 2009 allein begonnen und da war der Name das Offensichtlichste und Treffendste, um es auf den Punkt zu bringen. Als aus dem Projekt dann ein Duo wurde, haben wir an dem Namen festgehalten, weil wir noch immer keine Band sind, zumindest nicht im klassischen Sinne. Die Instrumentierung ist ja auch untypisch. Daher heisst das neue Album auch BANDBAND, weil wir eben keine „Band“-Band per Definition sind.

Nun habt Ihr auf „BANDBAND“ den Londoner Rapper TEEF für einen Song verpflichtet. Mit welchem Künstler würdet Ihr zukünftig gerne einmal zusammenarbeiten – Träumereien eingeschlossen?

Stephan_

Ich bin immer offen für viele kreative neue Ideen aus verschiedensten Bereichen und es ist immer spannend, wenn man mit anderen Künstlern zusammen Neues schafft, was alleine so nie entstanden wäre. Ich könnte mich da glaube ich aber nicht festlegen, es gäbe zu viele Namen, bei denen es spannend wäre, wie so eine Zusammenarbeit aussehen würde.

Kassandra_

Sophie Hunger, Grizzly Bear, The Dø, Radiohead noch mehr. Träumereien wären: The Beatles, Nirvana und Nick Drake.

Hand auf´s Herz: Welcher Track auf dem aktuellen Album hat es Euch am meisten angetan?

Stephan_

Bei mir hat jeder Song natürlich eine ganz besondere Bedeutung, weil ich immer den jeweiligen Entstehungsprozess und Persönliches damit verbinde, sodass es mir schwer fällt, das auf einen Track runterzubrechen. Ich kann aber zum Beispiel sagen, dass ich auf der Bühne besonders gern Woody und A Trip spiele und Baltic Sea besonders am Herzen liegt.

Kassandra_

Shadow Gaps und Baltic Sea.

Was plant Ihr für die nahe und die ferne Zukunft? Verfolgt Ihr beide neben der Musik vielleicht noch andere Projekte?

Stephan_

In naher Zukunft freue ich mich auf alles, was mit dem Album so kommt, das ganze Touren und so natürlich auch. Wie lang bei mir der Drang anhält, mich mit Musik auszudrücken und als Musiker zu leben kann ich nicht sagen, weil das selbst auch nie geplant war. Und genauso blicke ich auch an meine Zukunft. Ich weiß nicht, was in 5 oder 10 Jahren ist, aber ich weiß, dass zum entsprechenden Zeitpunkt mein Weg mich an die für die Zeit richtige Stelle führen wird. Derzeit verfolge ich zumindest keine anderweitigen Pläne oder Projekte.

Kassandra_

Andere Projekte schon, nur nicht NEBEN der Musik, sondern ebenfalls im musikalischen Bereich. Ich wünsche mir für meine anderen Projekte noch mehr Erfolg – und dass es in meinem Leben viele neue Projekte geben wird. Eine Träumerei für die ferne Zukunft wäre auch international erfolgreich zu sein.

Wir drücken ganz fest die Daumen, damit die kleinen und großen Träume der beiden in Erfüllung gehen und nutzen die Zeitspanne dazwischen, um uns von „BANDBAND“ elektrisieren zu lassen. I´m Not A Band gehen auf ausgedehnte Deutschlandtour; anhören, ansehen, tanzen!

I´m Not A Band im Internet:
Homepage: www.imnotaband.com
Facebook: www.facebook.com/imnotaband

Termine:
09/07/12     Berlin – FLUXfm Wulle Späti Tour
09/28/12     Köln – Werkstatt
10/12/12     Greifswald – IKUWO
10/12/12     Berlin – Festsaal Kreuzberg
10/16/12     Potsdam – Waschhaus
10/26/12     Dorfen – JZ Dorfen
10/27/12     Nürnberg – Nürnberg Pop Festival
11/09/12     Darmstadt – Künstlerkeller
11/10/12     Passau – Zeughaus
11/15/12     München – Volkstheater (Foyer)
11/16/12     Würzburg – Kellerperle
11/17/12     Stuttgart – Zwölfzehn
11/19/12     Mainz – Kulturkaffe Q-Kaff
11/30/12     Hamburg – Haus III&70
12/01/12     Dresden – Ostpol
12/13/12     Bremen – MS TREUE
12/15/12     Plauen – Club Zooma
01/24/13     Oberhausen – Druckluft
01/25/13     Aachen – Jakobshof

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