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Hundreds @ Klaus von Bismarck Saal, Köln|21.08.2014

23. August 2014

Einmal im Jahr verwandelt sich Köln, die Perle am Rhein, für fünf Tage in einen musikalischen Mikrokosmos. Dann ist Zeit für die c/o Pop; die Festival, Musikmesse und Tummelplatz für allerlei Randveranstaltungen vereint. Das Besondere an der c/o Pop ist zum einen die klangliche Vielfalt, zum anderen der Umstand, dass auch unbekanntere Acts die Möglichkeit erhalten in ungewöhnlichen Locations zu spielen. Da allein der WDR in Köln mit wunderbaren Sendesälen aufwarten kann, ist perfekte Akustik garantiert. So kamen bereits Warpaint zum mittwöchlichen Auftakt in den Genuss den altehrwürdigen Klaus von Bismarck-Saal mit ihrem Sound zu fluten. Nach anfänglicher Schüchternheit hielt es Niemanden mehr auf den Plätzen (der Saal ist aufgrund seiner ursprünglichen Funktion fest bestuhlt), und der Raum vor der Bühne wurde zur Tanzfläche für alle Anwesenden.

Einen Tag später lud das Hamburger Duo Hundreds ein, diesem Ort ein paar elektro-poppige Klänge zu entlocken. Eva und Philipp Milner, sowie ihr „Mensch-Maschine-Drummer“ Jan Roth wurden kurzfristig auf die undankbare Uhrzeit 22:30 verlegt, da Hauschka und sein präpariertes Klavier wegen großer Nachfrage ebenfalls im Klaus von Bismarck-Saal spielte. Hundreds können jedoch einen großen Kreis treuer Anhänger vorweisen; der Saal ist trotz später Stunde gut gefüllt. Nach einem kurzen Solo von Jan Roth betreten Eva und Philipp die Bühne und nehmen das Publikum für die nächsten 90 Minuten auf eine Reise durch ihr bisheriges Schaffen mit. Der Fokus liegt auf dem im März erschienenen Album „Aftermath“. Aber auch Titel von ihrem Debüt „Hundreds“ reihen sich in das hypnotische Wechselspiel aus Klavierklängen, Synthesizer, wummernden Bässen und Evas unfassbar schöner Stimme ein. Der Saal vibriert, Eva Milner tanzt barfuß und wirkt dabei wunderbar losgelöst. Jeder Winkel der großzügigen Bühne wird genutzt, das Lichtarrangement und abgestimmte Projektionen erledigen den Rest: Hundreds live zu sehen ist ein Erlebnis, bei dem alle hundreds-koeln-c-o-pop-2014Sinne angesprochen werden.

Das eher folkige „Circus“, das beat- und basslastige „Rabbits On The Roof“, der Percussion-Zauber „Beehive“ oder die minimalistische Ballade „Stones“: alles beeindruckende Beispiele für die unglaubliche Bandbreite und Leidenschaft dieser Formation – und für die Erkenntnis, dass auch gegensätzliche Stile perfekt miteinander harmonieren können. Die Hamburger verbreiten an diesem Abend viel Wärme, die sich pulsierend ihren Weg durch die Ränge bahnt. Das Publikum sitzt größtenteils und saugt gebannt jeden einzelnen Moment in sich auf. Auf den hinteren Rängen jedoch wird ausgiebig getanzt. Für drei Zugaben kommen Hundreds zurück. Den letzten Song „Little Heart“ unterbricht Eva mit den Worten „Philipp, ich hab den Text vergessen. Aber ich hab´s mir aufgeschrieben.“, springt von der Bühne und kehrt mit ihrem Textbuch zurück, in das sie ab und an zur Sicherheit schielt, während die letzten Strophen erklingen. Der Zauber dieses Abends hallt jedenfalls noch lange nach. Wem auch immer sich die Gelegenheit bietet dieses sympathische Duo live erleben zu können, sollte sie ergreifen.


Hundreds im Internet:
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Tourdaten:
10.12. – Jena, Kassablanca (Gleis 1)
11.12. – Heidelberg, Karlstorbahnhof
14.12. – Potsdam, Waschhaus
15.12. – Wiesbaden, Schlachthof
16.12. – Würzburg, Posthalle
17.12. – Leipzig, Täubchenthal
18.12. – Essen, Zeche Carl
19.12. – Münster, Sputnikhalle
21.12. – Stuttgart, Wagenhallen
22.12. – München, Ampere/Muffatwerk

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