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Hundred Waters – The Moon Rang Like A Bell (Review)

10. Juni 2014
Hundred Waters - The Moon Rang Like A Bell

Hundred Waters – The Moon Rang Like A Bell

Was haben Hundred Waters und Skrillex gemeinsam? Eigentlich nichts. So weit liegen die Welten beider Musiker auseinander. Dennoch nahm der Rumms-Bumms-Elektroniker das Quartett aus Florida unter Vertrag. Bereut hat er das wohl bis heute nicht. Hundred Waters kürzlich erschienenes Zweitwerk „The Moon Rang Like A Bell“ ist vor allem eins: üppig und kategorielos. Von einer losen WG mit Interesse am Komponieren zum heiß gehandelten Newcomeract. Und das in nur 3 Jahren. Ihr Bandname ist eine Hommage an Friedensreich Hundertwasser. Ähnlich wie dessen Werke ist auch der Sound von Hundred Waters schillernd, vielschichtig, bunt, detailreich und dennoch homogen. Das zu vermutende Chaos bleibt aus. Stattdessen gelingt es Nicole Miglis, Trayer Tryon, Paul Giese und Zach Tetreault ihr durch und durch verwobenes Album leicht und fließend klingen zu lassen.

Auf das soulige Intro „Show Me Love“ folgt das folkig versponnene „Murmurs“. Und spätestens ab Track drei beginnt alles um einen herum zu irisieren. „Cavity“ groovt gemächlich und sirenenhaft durch die Boxen. Nicole Miglis legt noch ein paar Lagen Seide mehr auf ihre Stimme, während es um sie herum knistert, rauscht und tropft. „The Moon Rang Like A Bell“ hat etwas von Unterwasser-Musik. Entrückt, verschwommen und unnahbar – aber auch ergreifend, intim und über den gesamten Meeresboden funkelnd. Vergleiche mit Björk, Goldfrapp oder Air sind da gar nicht mal so abwegig. Hundred Waters verstehen schon jetzt komplexe Soundstrukturen so wunderbar zu harmonisieren, dass einem der ein oder andere wohlige Schauer über den Rücken läuft. „Chambers (Passing Train)“ oder „Xtalk“ unterscheiden sich vielleicht in ihrem Tempo und ihrem Grad an „Schmissigkeit“; die Intensität beider Titel sprengt jedoch jeden Rahmen, den man sich vorstellen kann. Da haben wir also ein weiteres Album, das wunderbar in den Sommer passt. „The Moon Rang Like A Bell“ haucht Hundertwassers Malkasten Beats ein und legt eine changierende weibliche Stimme drüber. Der perfekte Malkurs in Klanggestalt!

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