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Holy Esque – At Hope´s Ravine

8. März 2016
Holy Esque - At Hope´s Ravine

Holy Esque – At Hope´s Ravine

Holy Esque verzückten bereits letzten Sommer mit ihrer EP „Submission“. Die Menge aus altbekannten Soundstrukturen wirkte keinesfalls piefig, sondern lebte trotz zahlreicher Parallelen zu Indiegrößen, die jetzt nicht namentlich erwähnt werden, von einer ganz eigenen Magie. Nun veröffentlichen die Schotten ihr Debütalbum „At Hope´s Ravine“. Und der Zauber geht in die nächste Runde. Wieder unterstützt von Jon Schumann, der bereits bei ihrer EP Hand anlegte und unter anderem bei Mew für den letzten Schliff sorgte. Aufgenommen wurde in verschiedenen Studios, an wechselnden Orten und Plätzen, um der Platte auch ein wenig von den dort einfließenden Eindrücken etwas mitzugeben. Prägnante Veränderungen zur ersten EP sind nicht auszumachen, was Holy Esque einen kleinen Bonus einbringt. Denn an dieser kurzweiligen Veröffentlichung war einfach alles sagenhaft gut und wunderbar!

Ihren eigenen Sound zu etablieren; das haben sie jedenfalls geschafft. Postpunk trifft weiterhin auf Indiepop. Synthies werden mal unterschwellig eingesetzt, mal drängen sie opulent in den Vordergrund. Ihr frickeliges Gitarrenspiel bildet jedoch die Pfeiler, auf denen „At Hope´s Ravine“ gebaut wurde. Und dann ist da noch Pat Hynes. Mit einer Stimme, die sämtliche Bandbreiten kennt, melodisch untermalt, kratzig faucht oder (und das ist das Beste überhaupt!) so spürbar vibriert, dass man unweigerlich auf diesen Zug der bebenden Emotionen aufspringt. Zugegeben, es mag Leute geben, die Hynes Gesang als nervig und übertrieben empfinden. Oder eben als ein Intensivieren der Holy Esquen Songs. Und die sind ziemlich schmissig, obgleich es einige Durchgänge braucht, um die einzelnen Titel aus der Masse heraus mit einem eigenen Gesicht zu versehen. Denn alles fließt auf „At Hope´s Ravine“, gefällt sofort, wandert jedoch erst mit Verzögerung vom Ohr in Richtung Herz. Drama, aber mit Tempo. Wuchtig, aber das im Schwebezustand. Holy Esque gehen ihren Weg. Streifen die gängigen Indieklischees, gleiten aber unbeirrt an überladener Theatralik vorbei. Und unwissend, was das Jahr sonst noch so bereithält, haben wir hier schon einmal einen Anwärter, der es mit großer Wahrscheinlichkeit in meine persönliche „Die besten 10“-Liste schafft.

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