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The Dø @ Heimathafen, Berlin | 31.10.2014

4. November 2014

The Dø @ Heimathafen, Berlin | 31.10.2014The Dø haben sich erneuert. Während vor drei Jahren noch ein Saxofon ein wichtiges Element des Band-Sounds war, so sind es nun zahlreiche elektronische Einsprengsel, die zum Gesamtbild beitragen. Die musikalische Wandlung vom leicht Vertrackten hin zum eingängigen Poppigen ist kein Kalkül. Es ist einfach so passiert. Man hat herumexperimentiert, und das was dabei entstand, gefiel Olivia Merilahti und Dan Levy. Also kreierten sie einen Sound, den viele nicht auf dem Zettel hatten. In Frankreich trafen sie mit ihrem neuen Album „Shake Shook Shaken“ wie so oft ins Schwarze, hierzulande ticken die Uhren dann doch noch ein wenig langsamer. Trotzdem konnten The Dø ihr Konzert im Heimathafen in Berlin, wo sie Ende letzter Woche aufspielten, problemlos ausverkaufen, und das muss man ja auch erst einmal schaffen. Ihre Show selbst lässt sich mit dem Prädikat „grandios“ umschreiben. Ummantelt von knallbunten Lichtspielereien (juhu!) lieferte das französisch-finnische Duo eines der Konzerte des Jahres ab. Und das meinen wir so wie wir es sagen!

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Olivias roter Overall ersetzte dieses Mal das puffige Ballettoutfit von vor drei Jahren. Die weißen Rüschensocken unterstrichen ihre Liebe zum Detail. Überhaupt verbog sie sich in allerbester Stakkatomanier wie keine Zweite, machte sich groß, machte sich klein. Der Fokus des Abends lag beinahe ausschließlich auf den neuen Stücken, die sich ohne große Umwege direkt ins Musikherz bohrten. Platz für das Saxofon, dass früher auf den Konzerten eine wichtige Rolle einnahm, war auch auf der Bühne nicht mehr. Und wo auf anderen Konzerten die Fans kapitulieren würden, weil sie den Stilwechsel ihrer Lieblingsband nicht nachvollziehen können oder weil nicht genug Althits auf der Setlist stehen, so sprach das Berliner Publikum der Band eine Liebeserklärung nach der nächsten aus. Jeder tat dies auf seine Weise. Die meisten äußerten ihre Begeisterung durch das Lostreten von Jubelstürmen. Andere ließen den Saal förmlich beben. Und natürlich konnten die Fans Olivia, Dan und ihre beiden grandiosen Mitmusiker, allesamt Multiinstrumentalisten, nach einer Stunde nicht ziehen lassen. Zwei Zugabenblöcke waren die Folge. Doch die Jubelschreie wollten einfach nicht abreißen. Fünf Minuten nach eigentlichem Show-Ende lugten die Vier doch noch einmal hervor, um sich zu verneigen. Mit den Knien auf dem Boden! The Dø scheinen einiges richtig gemacht zu haben.

The Dø im Internet
Homepage: www.thedomusic.com/
Facebook: www.facebook.com/thedoband


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