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Gus Black und HT Heartache @ Lido, Berlin | 08.11.2011

11. November 2011

Zugegeben: Es geschieht selten, dass bei einem Konzert dieses kollektive Glücksgefühl entsteht, diese selige Einheit im Publikum und mit den Künstlern auf der Bühne. Manchmal aber passiert es dann doch, und das sind die besten Konzerterfahrungen überhaupt.

Die Bedingungen dafür, dass das Konzert im Lido etwas Besonderes werden könnte, standen von vornherein gut. Gus Black fühlt sich eindeutig heimisch in Berlin – immerhin hat er mehrfach erwähnt, dass diese Stadt die fuckin‘ beste des Planeten sei, um direkt den Disclaimer hinterherzuschicken, dass er das nicht etwa als Einschleimen beim Publikum meine. Sondern ganz und gar aufrichtig. Aufrichtig war überhaupt die ganze Show, ungekünstelt und unmittelbar zeigten sich Gus Black und seine Band auf der Bühne. Da gab es keine Effekthascherei, keine einstudierten Ansagen.

Dass dies außerdem der letzte Abend der Deutschlandtour war, mag die Stimmung zumindest für die Akteure selbst zusätzlich mit Bedeutung aufgeladen haben. Ursprünglich war der Gig bereits für den Sommer geplant, da musste er jedoch verschoben werden aus Gründen, die so persönlich zu sein scheinen, dass sie an diesem Novemberabend nicht weiter erwähnt wurden. Am Tag des Konzerts war jedenfalls keine Spur von negativer Stimmung fühlbar.

Die Show wurde von HT Heartache begonnen, die von Gus Black als spezielle Freundin vorgestellt wurde und deren wunderbar unaufgeregte Singer-Songwriter-Lieder Erinnerungen an sein Album „Today is not the day…“ weckten. Kein Zufall – die Background Vocals auf besagtem Album kamen tatsächlich von HT Heartache, und so bekamen wir auch an diesem Abend einige Songs der beiden zu Ohren.

Unvergessen der Moment gen Ende des Gigs, als Gus und HT sich ins Publikum wagten, um ein Lied unplugged zu spielen. Leise, mittendrin, mit den Zuhörenden auf Augenhöhe. Solche Wagnisse tragen natürlich dazu bei, die Kluft zwischen Künstler und Publikum ganz klein zu machen, die berühmte vierte Wand souverän einzureißen und für eine gewisse emotionale Clusterbildung bei den Zuhörenden zu sorgen. Auch Gus Black und seine fünf Bandmitglieder (HT Heartache mitgezählt) schienen mehr als ein eingespieltes Team von Profimusikern zu sein, sondern wirkten wie: Freunde. Ganz einfach, ohne Mickeymousebullshit und Rivalitäten.

Das reguläre Set war ein wunderbarer und beinah erschöpfender Querschnitt durch Gus Blacks Œuvre, neben vielen, vielen Songs von „Today is not the day…“ war natürlich auch das aktuelle Album „The day I realized“ bestens vertreten, und ein paar noch ältere Stücke ebenso. Zwei Cover („Paranoid“ von Black Sabbath und – Achtung, Baby! – „One“ von U2) standen außerdem auf der Liste und heimsten unfairerweise den lautesten Applaus ein.

Gus Black darf man nicht verpassen. Kommt wieder nach Berlin, Gus und HT Heartache und Band. Kommt auch mal nach Wien. Und es ist vollkommen okay, ein Konzert zu verschieben. Nur lasst uns nicht zu lange warten!

>> Zu allen Bildern von HT Heartache im Lido

>> Zu allen Bildern von Gus Black im Lido

HT Heartache im Internet.
Offizielle Homepage: htheartache.com

Gus Black im Internet.
Offizielle Homepage: gusmusic.com
Bandcamp: gusblack.bandcamp.com

Gus-Black-TV.

1 Kommentar

  1. Cordula

    Ich kann jedes Wort unterschreiben. Das beste Konzert, das ich je erlebt habe. Intensiv. Intim. Unvergessen.

    #3554

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