Suche

GRIZZLY BEAR – Shields

17. September 2012

Grizzly Bear - Shields (VÖ: 14.9.12)

Grizzly Bear - Shields
(VÖ: 14.9.12)

Viele Indiebands sind euch zu vorhersehbar, eventuell zu austauschbar und zu hip? Dann sind GRIZZLY BEAR aus Brooklyn sicher eine willkommene Abwechslung für euch. Was im Jahr 2004 als Soloprojekt von Ed Droste begann, ist im Laufe der Zeit zu einer angesehenen Truppe geworden, die mittlerweile sogar als Supportband von Radiohead auf Tour gehen konnte und nun mit „Shields“ – just erschienen über Warp Records – auf ihr viertes Album blicken kann.

Während ich die vergangenen Alben „Yellow House“ und „Veckatimest“ noch etwas beliebig, ja sogar als etwas langweilig empfand, passiert hier auf dem besonders songwriterisch gereiften Viertling so einiges. Grizzly Beat knuspern sich hier munter durchs kunterbunte Menü der verschiedensten Spielrichtungen: Groove, Soul, Jazz, Folk, tanzbarer Pop und unüberhörbar eine ganze Mütze Prog-/Art Rock-artige Töne findet man hier. Letzterer Hang ist dabei auf „Shields“ besonders spürbar. Man nehme mal The Flower Kings oder Marillion und stelle sich das Ganze vielleicht etwas kompakter vor, ohne dass sich feierlich jemand einen abfrickelt. Das Grundgerüst bleibt dennoch simpel oder besser gesagt: greifbar und nachvollziehbar ohne vorhersehbar zu sein. Man kann eigentlich fast immer unbeschwert mitwippen.

„Shields“ ist gepflastert mit saustarken Ohrwürmern: Das geht mit „Sleeping Ute“ recht rockend und annähernd groovy-psychedelisch los und wird schon im nachfolgenden „Speak In Rounds“ ziemlich sexy und tänzerisch. Ganz groß kommt die einfache, verschrobene Gitarrenmelodie von „Yet Again“, die durchaus Klassikercharakter hat und die Band auch wieder top in Form in Sachen Gesang zeigt, den sich Ed Droste und Daniel Rossen wieder einmal gut reinzuteilen wissen. Eine Hommage an die 80er ist das schön verspielt klingende „A Simple Answer“. Highlight gen Ende ist dann nochmal der 7-Minüter „Sun In Your Eyes“, der recht unspektakulär mit einfachen Pianotönen und einer abwartenden Zaghaftigkeit beginnt und dann immer mutiger und opulenter wird und noch ganz lange in des Hörers Rübe nachhallt.

Der New Yorker Band ist hiermit eines DER Alben des Jahres gelungen. Wer zum Beispiel Spaß an der letzten GOTYE-Scheibe hatte, dem dürfte das hier sehr gefallen.

Grizzly Bear im Internet
Homepage: http://grizzly-bear.net/
Facebook: https://www.facebook.com/grizzlybear

Schreib einen Kommentar