Suche

Goldfrapp live @ Heimathafen, Berlin | 23.10.2013

24. Oktober 2013

goldfrapp-heimathafen-berlin-live-konzert-23-10-2013Goldfrapp ist eine Band für Über-den-Tellerrand-Gucker. Keines ihrer Alben klingt wie das letzte und damit heben sie sich von der Mehrzahl anderer Künstler ab. Ihre Fans haben sich damit schon längst abgefunden, sie erwarten mit jeder weiteren Veröffentlichung regelrecht eine neue Zielrichtung. Goldfrapp sind wie Kinderschokolade: Man weiß nie, was einen als nächstes erwartet. Allerdings fahren sie nicht diese nervenzerrende „jedes-siebte-Ei-macht dich-glücklich-Strategie“, sie bereiten einem mit jedem Release Freude. Die Reise von Alison Goldfrapp und Will Gregory begann einst im Jahre 2000 als das Debüt „Felt Mountain“ das Licht der Welt erblickte. Damals dominierte vor allem eines: Bristol-liker Trip Hop mit Platz für gigantische Bilder. Schon der Nachfolger deutete an, das sich diese Band auf nichts festlegen will und so zückte man kurzerhand die Synthesizer. Weiter ging es auf eine Reise durch flächige Ambient-Welten („Seventh Tree“), um anschließend den Achtziger-Teppich („Head First“) auszurollen. Und nun mit ihrem neuen Album „Tales Of Us“ kehren die Briten wieder ein bisschen zurück zu ihren schwermütigen Wurzeln ohne sich natürlich künstlerisch zu wiederholen.

>> Zu allen Bildern von Goldfrapp @ Heimathafen in Berlin

Ihre letzte Show in Berlin – vor drei Jahren – musste leider aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden. Eine Durststrecke liegt sozusagen hinter den Hauptstadt-Fans und die wurden gestern im Heimathafen mit einem fulminanten Doppelpack-Konzert entschädigt. Während die erste Hälfte der Show von ausschließlich neuen Songs geprägt war, wanderte nach etwa 40 Minuten der Zeigefinger Richtung Keyboard-Powerknopf. Zu Beginn traute man sich kaum auszuatmen, die Performance verlangte Ruhe. Selbst der Getränkeausschank wurde ungewohnt eingestellt und die Fotografenschar höflich nach hinten gebeten. Jedes Geräusch zuviel hätte der Spannung Abbruch getan. Kegelartige Lichter versprühten eine besonders schaurige Atmosphäre und formten eine grelle Lichtkontur um Alison Goldfrapps blonde Lockenpracht während ihr Gesicht beinahe permanent im Dunklen verharrte. Ihre Stimme schwebte.

Von ganz anderem Charakter dann der zweite tanzorientierte Teil. Der Glamour war zurück, auch wenn Alison Goldfrapp in ihrem schwarzen Fledermaus-Hosenanzug die Düsteroptik nicht so ganz abschütteln konnte. Viel geredet wurde sowieso nicht. Als Wort des Abends ging „Thank You“ hervor. Die Zugabe hatte es in sich. Man könnte fast sagen, dass einige der besten Songs der Bandgeschichte für den Schlussteil aufgehoben wurden, umso schwerer fiel der Abschied.

Setlist: Jo // Drew // Alvar // Annabel // Clay // Yellow Halo // Little Bird // You Never Know // Thea // Ride a White Horse // Ooh La La // Zugabe: Clowns // Lovely Head // Train // Strict Machine

Goldfrapp im Internet
Offizielle Homepage: www.goldfrapp.com
Facebook: www.facebook.com/Goldfrapp
Twitter: www.twitter.com/Goldfrapp
YouTube: www.youtube.com/goldfrapptv
Instagram: www.instagram.com/goldfrapp



Schreib einen Kommentar