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Frankie Rose – Herein Wild (Review)

20. Oktober 2013
Frankie Rose - Herein Wild

Frankie Rose – Herein Wild

Frankie Rose, ein Name wie aus einem Essay mit botanischem Hintergrund, verfasst in den Achzigern. Nach musikalischen Zwischenstopps bei den Crystal Stilts, Dum Dum Girls und den Vivian Girls machte sich das Rosenmädchen auf, um ihren eigenen Vorstellungen Klang und Form zu verleihen. Nach dem letztjährigen Debüt „Interstellar“ folgt nun schon recht schnell „Herein Wild“. Ein Album, das erst einmal etwas unscheinbar wirkt, aber bereits beim ersten Hören so sehr gefällt, dass man geneigt ist zu behaupten hier einem der besten Alben 2013 zu lauschen. Das verstrickte Muster aus 80´s Synthiepop, Dark Wave und Shoegaze übt vor allem auf Liebhaber dieser – nach eigenem Empfinden – größten Dekade der Musikgeschichte einen verführerischen Reiz aus. Etwas wehmütig, ein in die Ferne und ins Innerste schweifender Blick – und dennoch poppig, melodiös und mitreißend. Und vor allem gar nicht so von Melancholie, Trübsinn und Traurigkeit gefärbt wie viele denken mögen.

Frankie Rose hüllt sich in die mystischen Fragmente von The Cure, Joy Division und den Cocteau Twins – krönt ihr Werk abschließend mit ihrem sirenenhaften Gesang – und den so typischen, wie heißgeliebten rhythmischen Basslinien. „You For Me“ öffnet die Tore zu „Herein Wild“ – treibend, reich an Tempowechsel, reich an Melodie. Wem dieser Titel bereits gefällt, der kann sich bedenkenlos im Rest der Platte fallen und treiben lassen. Denn es geht qualitativ auf dem gleichen hohen Niveau weiter. „Sorrow“, „Into Blue“ und „Question Reason“ ergreifen einen mit sanfter Hand und schwingen angenehm rastlos zwischen Nostalgie und dem Hier und Jetzt hin und her. Ein Tupfer Schwermut muss natürlich ebenso her; „Cliffs As High“ kann hier durch Klassik-Elemente und fragilen Gesang das Gefühl unendlicher Weite Gestalt verleihen. „Street Of Dreams“ – ein absolut großartiges Cover der Ikonen The Damned gibt´s als Zugabe, bevor mit  „Requiem“ still und sacht der Ausflug in vergangene Zeiten beendet wird. Wie schön, dass dieser Streifzug jederzeit auf Knopfdruck wiederholt werden kann. Und wie schön, dass es sie noch gibt: diese zeitlose Eleganz, die atemberaubend zärtlich und wild zugleich ist. Anwärterin auf das Album des Jahres? Ja!

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