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Faith No More – Sol Invictus (Review)

8. Juni 2015
Faith No More - Sol Invictus

Faith No More – Sol Invictus

Das Jahr der alten Helden. Auch Faith No More durchbrechen die seit einigen Jahren andauernde Funkstille und kehren mit „Sol Invictus“ paukenschlagartig zurück. Getourt wurde zwar hier und da, auf neues Material musste man jedoch seit 1997 (!) warten. Eine lange Zeit, bedenkt man, dass sich seit ihrer letzten offiziellen Platte „Album Of The Year“ nicht nur auf musikalischer Ebene so Einiges getan hat. Diese Lücke zu schließen und dabei noch eine gute Figur machen – eine risikobeladene Situation. Aber wir sprechen hier immer noch von Faith No More; einer Formation, die sich rückblickend schon in ihren Anfangsjahren durch stetige Wandlung und ungezügeltes Vorantreiben ihres eigenen Sounds auszeichnete. Die Gefahr trotz allem im Minusbereich zu landen, lässt sich allerdings nie ganz ausblenden.

Und doch klingt „Sol Invictus“ unverwechselbar nach Faith No More. Produziert von Bassist Billy Gould, veröffentlicht auf dem bandeigenen Label Reclamation Records: ein heimeliger Rahmen, um die Mutter jeglicher Crossover-Aktivitäten überhaupt und Inspiration für unzählige Bands mal eben 18 Jahre weiterzuhieven. Mit einem ordentlichen Rumms ist der Fünfer aus San Francisco dann auch in der Gegenwart angekommen. Avantgardistische Anflüge (wie beispielsweise bei Mike Pattons Nebenprojekten Mr. Bungle oder Fantômas) und eine komplette Abkehr von ihren musikalischen Wurzeln finden sich auf „Sol Invictus“ natürlich nicht. Wer also eine wahre Soundexplosion erwartet hat, wird diese vergeblich suchen. Dafür warten Patton, Gould, Bordin, Bottum und Hudson mit zeitlosem Klang auf. Sie sind laut und rüpelhaft („Motherfucker“, „Superhero“, „Separation Anxiety“), funky und groovy („Sunny Side Up“, „Black Friday“, „From The Dead“), beschwörend („Sol Invictus“) und nicht zuletzt episch („Matador“). Im Vordergrund wie immer die Gitarren, das Klavier mal dezent wahrnehmbar, mal alleiniger Melodieträger. Und dann ein Mike Patton, der das gesamte emotionale Repertoire in seine Stimme legt – ganz gleich, ob er flüstert, klagt, schreit oder die Diva mit ausladendem Gesang gibt. Faith No More haben nichts von ihrem Esprit und Drive verloren. Schön, dass sie wieder da sind.

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