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Ex-SPIRITUAL BEGGAR Spice wandelt auf Solo-Pfaden

29. November 2007

Für alle, die sich bis zum heutigen Tage täglich mindestens eine Dosis „Ad astra“ einfahren müssen, weil sie den Ausstieg des charismatischen Sängers Spice bei den Spiritual Beggars immer noch nicht verdaut haben, gibt es endlich wieder Hoffnung. Nachdem Spice sich mit seiner exzellenten neuen Band Kayser deutlich härteren, schnelleren, Thrash-lastigen Klängen widmet, ist vor kurzem sein erstes Solo-Album unter dem Banner SPICE AND THE RJ BAND erschienen. „The will“ heisst das gute Stück und knüpft zumindest so ungefähr dort an, wo der Meister der ultrafetten Dröhn-Sounds mit den Beggars aufgehört hat. Auf besagtem Silberling erwartet den Liebhaber nämlich zwölf Mal mächtig groovender Seventies-Heavy-Rock gewürzt mit viel Blues und etwas Psychedelic, der eine wahre Freude sein dürfte für alle darbenden Fans zwischen Stoner Rock, Monster Magnet und der Black Label Society.

Spice and the RJ BandUnterstützt wird Spice bei seinem Alleingang von Kayser-Drummer Bob Ruben, den er ja schon aus Mushroom River Band-Tagen im Gepäck hat, und einem Typen namens Johann, der offenbar vom Roadie zum Bassisten befördert wurde. Man hört der Platte deutlich an, dass Spice jede Menge Spaß mit diesem Material gehabt hat. Hier klingt alles frisch, natürlich und unverbraucht, und eine ganze Reihe kleiner Hits haben die Drei auch aufgenommen, die zum Abtanzen, Bangen und Biertrinken anregen. Der Opener ‚Pick a rose‘ ist so eine Wundertüte, der geht sofort in Nacken und Beine: nach vorn preschende Riffs, geile, dreckige Vocals und dieses unvergleichliche Feeling, das bisher nur ganz wenige Bands so authentisch auf Platte verewigen konnte. Wenn ‚Parallels‘ mit den Elvis-meets-Danzig-Vocals von Michael Poulsen daher kommen würde, könnte der Song auch von Volbeat stammen. Das schräg-genial betitelte ‚Fat snakes and robots‘ rockt das Haus hammermäßig, der druckvolle Riff-Rocker ‚All I know‘ setzt sich spätestens beim zweiten Durchlauf unwiderstehlich im Ohr fest und ‚The fake‘ bringt ebenfalls Hochstimmung in die Bude.

Eine sehr unterhaltsame, bärenstarke Platte ist Spice und seiner RJ Band mit „The will“ gelungen, die die Gemeinde dankbar aufnehmen wird. Das ist genau die Musik, die man ab und zu braucht, um sich die Ohren von all dem affektierten und künstlichen Zeugs frei zu spülen, mit dem man ansonsten viel zu oft belästigt wird. Wo Spice draufsteht, ist einfach immer Qualität drin. „The will“ ist zwar kein Meilenstein, zumal einige ruhigere Nummern weniger spannend ausgefallen sind, doch eine Bereicherung der musikalischen Landschaft ist das Album auf jeden Fall. Eigentlich schreien diese Songs ja nach livehaftiger Umsetzung, keine Ahnung, ob da was draus wird. „The will“ wird aber bestimmt noch so manche Runde in meinem Player drehen. Klasse Teil!!

1 Kommentar

  1. KKR

    „knüpft zumindest so ungefähr dort an, wo der Meister der ultrafetten Dröhn-Sounds mit den Beggars aufgehört hat. Auf besagtem Silberling erwartet den Liebhaber nämlich zwölf Mal mächtig groovender Seventies-Heavy-Rock gewürzt mit viel Blues und etwas Psychedelic“ – Oh yeaaaaaah, her damit!

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