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Everything Everything – Get To Heaven (Review)

22. Juli 2015
Everything Everything - Get To Heaven

Everything Everything – Get To Heaven

Everything Everything tragen eine gewisse Faszination in sich. Sie vereinen unterschiedlichste Klangfacetten, packen geschickt immer noch einen drauf und behalten dennoch zu jeder Zeit das Oberwasser. Und das ist es, was ihre herausstechende Klasse ausmacht: üppige Arrangements so zu verbinden, dass der dadurch wachsende Kosmos einen nahezu schwerelosen Zustand erreicht. Auf ihrem dritten Album „Get To Heaven“ beschäftigen sich die Briten mit dem aktuellen Weltgeschehen. Mit der grenzenlosen Wut und der Ohnmacht, die angesichts einer Menschheit, die sich selbst stetig weiter ins Aus schießt, über einen hereinbricht. Textlich gesehen ein großer Brocken, der da verarbeitet werden will. Mit Unterstützung von Stuart Price (Madonna, Pet Shop Boys, The Killers) gelang dann jedoch erwartungsgemäß einmal mehr eine wunderbare Punktlandung.

Obwohl die thematische Basis für „Get To Heaven“ kaum erdrückender sein könnte, klingt das Album poppig, leicht und eingängig. Laut eigener Aussage wollten die Briten ihren musikalischen Fokus bewusst in seichtere Gefilde lenken, den Hörer auf eine entspannte Reise mitnehmen. Die Botschaft geht dennoch nicht verloren, wirkt aufgrund der mitreißenden positiven Melodien sogar oft ein wenig sarkastisch. Das ist vielleicht eine andere Herangehensweise, hallt allerdings auch länger nach. Everything Everything vermengen Indierock mit elektronischen Beats, sind mal die ausschweifenden Balladenkönige, mal die experimentellen Sonderlinge. Alles passt, alles fließt, alles gut. „Get To Heaven“ lebt, hält 11 Titel lang das Tempo, wechselt chamäleonartig mehrfach die Stilrichtung, ist dabei clever, einnehmend und hinterlässt ein durchweg angenehmes Gefühl. Also alles was man von einem Everything Everything-Album erwartet.

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Tourdaten:
12.09. – Lollapalooza Berlin

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