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Esben And The Witch – A New Nature (Review)

6. Oktober 2014
Esben And The Witch - A New Nature

Esben And The Witch – A New Nature

Das Ende von Sirenengesängen aus der Albtraumwelt. Der Aufbruch in unerforschte Gegenden der musikalischen Landkarte. Knapp zwei Jahre nach „Wash The Sins Not Only The Face“ haben Esben And The Witch schlangenartig all das abgestreift, wofür sie seit ihrer Gründung standen: verhallter Gesang, düstere Wave-Elemente und spukige Atmosphäre. Hui Buh für Erwachsene mit Hang zu verzweigten Grusel-Epen. Ihr Erfolg war beachtlich, dennoch schienen Rachel Davies, Daniel Copeman und Thomas Fisher mit ihrer klanglichen Ausrichtung nicht ganz zufrieden. Anders lässt sich nicht erklären, warum das Trio aus Brighton auf Überzeugungsarbeit bei ihrem Label verzichteten und lieber ihr eigenes gründeten. Album Nummer drei „A New Nature“ wurde über Crowdfunding finanziert. Und um den Richtungswechsel zu komplettieren holte man Steve Albini (Cloud Nothings, The Breeders, Pixies, Helmet, PJ Harvey, Neurosis) an Bord. Der hat bekanntermaßen ein Gespür für rohe und energetische Soundvielfalt.

Was Albini zusammen mit Esben And The Witch erschaffen hat, ist ungeschliffen, rau, kratzig, polternd und zugleich ein Strom aus fließenden Melodie-Konstruktionen, die zu reißenden Fluten wachsen. Tschüss Hexen House und Shoegaze, hallo Post Rock! Allein der 10-minütige Opener „Press Heavenwards!“ geht nach einem kurzen lauschigen Intro direkt in die Vollen. Reguläre Songstrukturen existieren nicht, jeder Titel auf „A New Nature“ erzählt seine eigene Geschichte. Und gerade das macht dieses Album so spannend. Begleitet von Gitarre, Bass und Schlagzeug klagt Rachel Davies mal dramatisch schön, mal schreit sie infernalisch oder flüstert beschwörend. Morbide und herrlich verstörend wirken die Briten noch immer – jedoch drängen Titel wie „No Dog“, „Blood Teachings“ oder „The Jungle“ mit derart viel Kraft nach vorne, dass man sich diesem hypnotischen Sog gar nicht entziehen mag. Esben And The Witch scheinen angekommen zu sein – und klingen daher trotz aller Wuchtigkeit befreit und losgelöst.

Esben And The Witch im Internet:
Homepage
Facebook
Twitter
Bandcamp
Soundcloud

Tourdaten:
18.10. – Stall 6, Zürich
19.10. – Gebäude 9, Köln
20.10. – Bi Nuu, Berlin
21.10. – Beatpol, Dresden
22.10. – Muffatcafé, München
23.10. – Manufaktur, Schorndorf

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