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Emperor: „Prometheus…“

7. Juli 2007

Emperor Headline Ensemble

Da lag sie also vor mir, die Krönung emperor’schen Schaffens, der Grund meines paralysierten Gaffens: „Prometheus – The Discipline Of Fire & Demise“, gemacht mit letztem, edlen Schweiß. Und vom allerersten Anbeginn, ein magischer Schimmer in meinem Sinn, der in ein Feuerwerk entfachte, wenn man ihn erst ins Rotieren brachte. Doch gemach! beginnt doch das Ganze eher gediegen, ohne kriegerische Lanze…

Der erste Song, die Eruption,
zwar sagt es der Name schon,
dass bald kommen wird Krawall,
vorerst ertönt jedoch im Saal
ein würdig einleitendes Cembalo,
gespielt auf höchstem Barock-Niveau,
und ist der Beginn der gewohnten Mixtur
aus derbem Black und Orchestral-Bravur.

Darüber, zweifellos erhaben,
an Ihsahns Worten wir uns laben.
Niemand kreischt und stirbt wie er,
schwimmt durch solch ein Höllenmeer,
leidet keifend zu jedem Riff,
wie einst Prometheus, gebannt an den Kliff.

Wie, ihr kennt die Sag’ des Titanen nicht,
der durch Zeus’ strafend Gericht
an einen Fels geschmiedet,
und jeden Tag vor Schmerzen gesiedet,
da ja stets der Adler kam,
ihm Tag für Tag die Leber nahm?

So ist doch dieser Mann Konzept,
den Ihsahn aus der Mythologie geschleppt.
Belebt durch Trommelfeuer-Trymmerbeats,
zudem mit hüpfend-dissonanten Leads,
für die Emperor so sehr bekannt,
doch sei auch der Saubersang genannt,
benutzt auf diesem Werk und den beiden letzten,
glänzende Worte des oft Unterschätzten.

Clean singen, das kann Ihsahn auch,
wohl bemerkt, seit „Anthems…“ Brauch.
Schön klingen tut es noch dazu,
Mephisto, Ihsahn, le filou.
Der ersten Minute verworrene Scherben
in „Empty“ für das Chaos werben,
denn klimpernd und scheppernd sie fauchen,
in allerhöchste Schärfe tauchen.

Mutig spottend außerdem:
Für Synths ist man sich nicht bequem.
„The Prophet“ folgt der limbischen Leere
und nimmt dem Werk ein wenig Schwere,
glänzt vielmehr durch magische Harmonie,
doch aufgepasst, das Trommelvieh!
Blastparts dürfen auch hier nicht fehlen,
doch zu den zugänglichsten zu zählen.

Man hört stets und ist ganz entzückt,
wer am meisten den Stempel aufgedrückt.
Denn Ihsahn macht nun bei Peccatum,
in ähnlicher Weise mit seiner Frau herum.
Trym und Samoth, diese beiden,
können sich auch ganz gut leiden,
tun nun gern bei Zyklon lärmen,
mit Death sie in die Welt ausschwärmen.

Für mich der dramatische Höhepunkt,
wo es kracht, stobt, blitzt und funkt:
„In the Wordless Chamber“, so grandios,
Mensch, wie machen die das bloß?
Anfangs war ich schlecht gelaunt,
welch im Vergleich beschiss’ner Sound!
Doch bei solch schaurig schöner Komposition,
was macht ein schwacher Sound da schon?

Jagdhörner geben ein Signal,
und da gibt’s diese Stelle – einfach genial! –
wo jeder noch so harte Mann,
sich nicht auf Beinen halten kann,
darniederkniet im magischen Moment
und ohne Rücksicht schluchzt und flennt.

Als letzter Anspieltipp empfohlen:
„Thorns on my Grave“ auf heißen Kohlen,
nie gehört derart Geballer,
nie zuvor bolzte Trym praller.
Und so nimmt dies alles sehr behende
ein reichlich furioses Ende.

Jedes Mal bin ich übermannt
und da ich nie größeres gekannt,
bleibt dies nun meine Lieblingsplatte,
auf zum Kauf und schüttelt die Matte!

Ach, und übrigens, das sag ich dazu,
dieser Black Metal ist sehr untrue!

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