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Eliot Sumner – Information (Review)

9. Februar 2016
Eliot Sumner - Information

Eliot Sumner – Information

Vor sechs Jahren veröffentlichte eine junge Frau ihr Debüt unter dem Pseudonym „I Blame Coco“. Und obgleich man vorher noch nie etwas von ihr gehört hatte, war da etwas in ihrem Sound und vor allem in ihrer Stimme, das einem so verdammt bekannt vorkam. Eine Rechercheeinheit später wusste man warum. Eliot Sumner aka I Blame Coco hat von ihrem Vater Sting neben musikalischem Talent auch dessen Stimmfarbe geerbt. Nun hat sie erneut alte Zöpfe abgeschnitten, die Zeiten, in denen sie sich hinter einem Projektnamen verbarg, gänzlich hinter sich gelassen. Eliot Sumner ist Eliot Sumner. Und ihr neues Album „Information“ entspricht dieser Entwicklung mit jedem einzelnen Song. Sich mit ihrem Vater zu messen oder sich gar in dessen stilistische Richtung zu bewegen, stand für Eliot nie zur Debatte. Ihr Sound ist stark elektronisch gefärbt, eingängige Melodien inklusive. Der Titelsong wurde bereits 2014 veröffentlicht und ließ die Zeitspanne bis zum Albumrelease unendlich erscheinen. Es gab jedoch Gründe für die intensive Arbeit am Nachfolger. Der wohl gewichtigste ist der, dass Sumner eine perfektionistische Ader ausmacht. Die alles in sich aufnimmt, Einflüsse verarbeitet und einarbeitet. Krautrock und psychedelische Sounds in allen Spielarten fanden so ebenfalls ihren Weg in die Kompositionen.

Wer Eliot Sumner nun nach wie vor das Image einer wütenden jungen Frau unterschieben möchte, der ist blind für ihre Texte und die Botschaft, die durch das aktuelle Werk leitet. Mit Mitte zwanzig türmen sich die Erfahrungen auf, man ist gezwungen sich mit dem eigenen Leben auseinanderzusetzen. Neue Wege, das Verarbeiten von Schmerz und das Annehmen von Euphorie gehören unter anderem auch dazu. Und zusammengefasst geht es auf „Information“ um nichts anderes. Sumners dunkle Stimme trägt groovende Popnummern („Come Friday“, „Firewood“), epische Synthiedramen („Information“, „I Followed You Home“) und rumpelig schöne Songs („Halfway To Hell“) gleichermaßen kraftvoll nach vorne. Der Sound ist schroffer, direkter und wirkt vielleicht gerade aufgrund dieser Eigenschaften so aufrichtig – und ja, sympathisch. Und während man dieses wunderbar runde Stück Musik noch auf sich wirken lässt, ist Eliot Sumner bereits auf dem Weg zu neuen Projekten. Neugierig und mit weit geöffnetem Herzen.

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