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Eivør – Bridges (Review)

30. März 2015
Eivør - Bridges

Eivør – Bridges

Die Färöerinseln sind ähnlich wie Island trotz ihrer spärlichen Einwohnerzahl immer wieder für Überraschungen gut. So stammt auch Eivør von der Inselgruppe, deren Wurzeln bis in die Wikingerzeit zurückgehen. Mit gerade mal Anfang dreizig blickt sie bereits auf 10 Alben und eine recht abwechslungsreiche Musikkarriere zurück. Erst kürzlich erschien Eivørs neue Platte „Bridges“. Ein stilistischer Richtungswechsel, der sie nach einigen musikalischen Experimenten weit genug weg von Vergleichen mit Björk trägt und ihren eigenen Zauber wachsen lässt. Die Titel zu ihrem Album entstanden größtenteils auf Tour und verknüpfen thematisch Heimatliebe, Fernweh, sowie die Verbundenheit zu geliebten Menschen über jegliche Entfernungen hinweg zu gleichen Teilen.

Das Ergebnis ist ein kleiner Klangzauber, der sich leise in unsere Herzen schleicht, um sich dort lebenslanges Wohnrecht einzuräumen. „Bridges“ ist unaufgeregt, sanft und einfühlsam. Alles fließt in gemächlichem Tempo; jedoch bleibt genügend Raum, um die Intensität der einzelnen Songs wachsen zu lassen. Die erste Auskopplung „Remember Me“ ist eine fast schon transparente Ballade – viel Gefühl, dennoch leicht und wunderschön. Elektronische Elemente finden ihren Platz neben klassischen Popklängen und akustischen Instrumenten. Über allem liegt der Nebelschleier von Eivør Pálsdóttirs Stimme. Warm, leidenschaftlich und nicht minder kraftvoll als die der großen Diven. Ein Sirenenruf, der alle Songs miteinander vereint und ihnen einen magischen Unterton verleiht. „Bridges“ ist ein Gesamtwerk, eine Sammlung von Kurzgeschichten, die aneinander anknüpfen. Und ganz gleich, ob Eivør eher auf reduzierte Akustikklänge („Bridges“), trippige elektronische Beats („On My Way To Somewhere“) oder gehauchte Theatralik („Purple Flowers“) setzt – alles greift auf wundersame Weise ineinander. Beinahe zu schön, um wahr zu sein.

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