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Egopusher – dto. (Review)

23. Januar 2016
Egopusher - dto.

Egopusher – dto.

Geige und Schlagzeug. Das funktioniert? Allem Stirnrunzeln zum Trotz: ja – und das sogar ganz fantastisch! Alessandro Giannelli und Tobias Preisig stammen aus dem Züricher Umland, leben aktuell in Berlin und fassen auf ihrem selbstbetitelten Debüt den Kern ihres bisherigen Schaffens zusammen. Aktiv sind die beiden als Egopusher schon sehr viel länger, was allein ihre Livehistorie belegt. Preisig, eher dem Jazz zugewandt, trifft auf den Pop-Rock Drummer Giannelli. Eine spannende Formation, die allerlei experimentierte, Beats und andere Soundschnipsel in ihre Songs einfließen ließ. Aus diesem Fundus an spontanen Aufnahmen bediente sich das Duo letztlich auch, um die dort schlummernden Ideen weiter auszubauen. Mit etwas Glück schafften die Titel es dann auf das nun veröffentlichte erste Album der Schweizer.

Was an Egopusher so fesselt, ist wie so oft mit bloßen Worten schwer zu umschreiben. Ihre Musik wirkt sehr zerbrechlich und brachial zugleich. Ein ewiges Auf und Ab, dem Fluss des Lebens gleichzusetzen. Schnöde Klassik ist jedenfalls nicht einmal ansatzweise mit ihrer Arbeit zu vergleichen. Vielmehr tragen einen die sechs Titel melancholisch und dennoch energetisch durch ein Labyrinth von Emotionen. Das wirkt nie angestrengt, sondern erinnert eher an eine intuitive Jamsession. Eine, die dazu einlädt sich ihrem Lauf hinzugeben. Denn bei allen Irrwegen, auf die sich Egopusher einlassen, bei all den Randnotizen, die sie mit aufnehmen, steht das Ergebnis letztlich als großes Ganzes da. Giannelli und Preisig vollziehen eine verstörend schöne Metamorphose. Sie erschaffen ein Gleichnis, das jedwede Erwartung erfüllt und dennoch immer wieder überrascht. Dieses große Ganze vibriert, atmet, es lebt. Und das so ganz ohne Gesang. Denn es es geht auch wunderbar ohne, wenn die Musik allein den Kreis, in dem man sich befindet, öffnet und wieder schließt.

Egopusher im Internet:
Homepage
Facebook
Soundcloud
Bandcamp

Livetermine in Deutschland:
03.03. – Auster Club, Berlin
04.03. – Brecht Festival, Augsburg
23.03. – Milla Club, München

 

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