Suche

EF : Delusions Of Grandeur

29. September 2012

EF : Delusions Of Grandeur (2012)

EF : Delusions Of Grandeur (2012)


Alles begann an einem kalten russischen Wintertag Anfang diesen Jahres. EF, die unterdessen vom Trio zur 5-Mann-Kombo angewachsen sind, waren gerade dabei, ein neues Album zu schreiben, haben dann aber kurzerhand entschieden, zusammen mit THE OCEAN auf Tour die Kälte mit ein paar Wodka und ein bisschen Konversation zu vertreiben… Und so kam diese neue EP „Delusions Of Grandeur“ ins Leben. Dieser Tage erschien das Resultat dieser Idee über das Label Pelagic Records des THE OCEAN COLLECTIVE-Masterminds Robin Staps. Und ganz ohne Übertreibung: Auf dieser Scheibe sind nun locker die zwei besten Songs vertreten, die EF je geschrieben haben…

Sie ziehen dich total rein und sind so dicht gestrickt, dass es unmöglich scheint, da wieder herauszukriechen. Lasst uns mal beim Titelstück anfangen: „Delusions of Grandeur“ hat tighte Drums, knackige Gitarren und einen satten, warmen Bass zu bieten. Und obwohl die Arrangements massive Bläser- und Piano-Höhenflüge zulassen, kommt die Instrumentaleinleitung doch sehr eingängig daher, bevor es dann verträumter und minimalistischer wird und Tomas Torsson mit dem ersten Gesang auf den Plan tritt. Ich liebe diese hochemotionalen und doch recht diskreten Vocals. Ich denke Tomas sollte viel öfter bei EF singen. Wir werden sehen, was das nächste Album dahingehend bringen wird. Die A-Seite dieser EP endet mit dem ersten Part des ruhigen Instrumentalstückes „Fem“. Das ist an und für sich nichts allzu besonderes, ziemlich melancholisch, aber allemal sehr nett anzuhören und nach diesem dramatischen Opener immerhin sehr passend.

Nun die B-Seite: alles andere als B-Ware! Es geht erstmal beschaulich weiter mit dem zweiten Teil von „Fem“ und man spürt schon, dass hier etwas Großes im Anmarsch ist. Das ist die Ruhe vor dem Sturm, vor dem absoluten Highlight der EP, dem Longtrack „I Never Felt This Way Before“. Und wieder haben wir hier einen mächtig epischen Sound: Pianos, Streicher und eine ganze Bläsersektion um die Ecke. Im Studiotagebuch auf der Webseite der Band sah es so aus als wäre Bandfreund Anton Mattsson für die schöne Erzählerstimme dieses Songs verantwortlich. Während fast des gesamten Liedes erzählt er die Geschichte einer Gruppe von Jungs, die am Fluss ein schwerverletztes Fohlen findet. Einer der Jungs, der Erzähler, nimmt all seinen Mut zusammen, zeigt Erbarmen und tötet das Fohlen, bereit der Strafe für sein Handeln entgegenzutreten… Das mag jetzt alles nicht alzu spektakulär zu klingen, aber die Erzählpassage ist sehr gelungen und wie sich die Geschichte ihrem Klimax nähert, kommt ein exzellenter Chor hinzu und maximiert die Spannung. Ich jedenfalls habe jedes mal eine Gänsehaut, wenn ich dieser kleinen Geschichte lausche!

Übrigens erschien die physische Platte als aufwändig gestaltete 10″ LP über Pelagic Records: klares Vinyl mit blauen Schlieren, limitiert auf 500 Stück. Und für all jene von euch, die immer noch keinen Plattenspieler (oder nicht mehr!?) haben: Das Vinyl kommt mit einem Downloadcode daher.

Die Dimensionen dieses Sounds sind übrigens immens. Man bekommt jedes Detail im Makromodus serviert: wunderschön akurat definiert. Sanft und hart – leise und laut. Die Soundwand ist eindrucksvoll und man hat hier keinen wabernden Soundmatsch, den man hin und wieder von fast jeder x-beliebigen Mittelklasse-Postrockbande angeboten bekommt. Kein Wunder: „Delusions of Grandeur“ wurde im Svenska Grammofonstudion in Göteburg von Oskar Lindberg (THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES, JENIFEREVER) aufgenommen und für Mix und Mastering konnte wieder Magnus Lindberg von CULT OF LUNA gewonnen werden, wie schon auf dem letzten kraftvollen Album „Mourning Golden Mourning“.
Dieses Album ist nun auch schon wieder zwei Jahre alt, aber die schwedischen Posties waren noch nie faul. Sie sind für ihr extensives Touren bekannt und das tun sie derzeit auch schon wieder, also schaut mal vorbei!

30.09. CH – Düdingen – Bad Bonn
01.10. CH – Zürich – Hafenkneipe
02.10. DE – Stuttgart – Juha West
03.10. DE – Frankfurt – Ponyhof
04.10. DE – Leipzig – Moritzbastei
05.10. DE – Berlin – Cassiopeia
06.10. DE – Bielefeld – Forum (Kapitän Platte Fest)

EF im Internet:
Soundcloud
Homepage
Facebook

Schreib einen Kommentar