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Eels live @ Tempodrom, Berlin | 08.04.2013

12. April 2013

Eels live in Berlin @ TempodromDas beste an den Eels ist, dass man nie so genau weiß, was man von ihnen auf einem Konzert serviert bekommt. Nicht nur weil das im Februar veröffentlichte „Wonderful, Glorious“ das bereits zehnte Studioalbum der Band um Mastermind „E“ ist und man folglich aus dem Vollen schöpfen kann. Nein, mit jeder Tour wartet eine neue musikalische Überraschung auf die Fans. Ab und an wechseln auch die Mitmusiker, eine Tatsache, die bei ihrem Konzert im Tempodrom in Berlin vollkommen unterging, zu eingespielt und verliebt ineinander wirkten die fünf fidelen Burschen!

Im Hintergrund baumelte ein monströser Stoffbanner, von dem ein zartes Lichtrauschen ausging. Die Farben wechselten von Song zu Song, doch das war es auch schon zum Thema Bühnenbild. Die Musik spielte sich im wahrsten Sinne des Wortes eindeutig im Vordergrund ab, auf Spezieleffekte wurde gänzlich verzichtet.

Mark Oliver Everett alias E entpuppte sich als liebenswertes Raubein, er wirkte ein wenig behäbig, stellte aprupte Bewegungen an der Gitarre an und schaute sich manchmal um wie ein hochkonzentrierter Kommissar – vielleicht lag es an seiner Schirmmütze, dass einem plötzlich diese Assoziation in den Sinn kam. Seine vier Bandmitglieder, allesamt höchst lässige Typen hielten sich bis auf den Kopfschmuck in Sachen Outfit ausnahmslos an ihren Frontmann. So präsentierten sie sich sportlich gekleidet im Adidas-Sportdress, auf ihren Nasen klebten Hochglanz-Sonnenbrillen. Ventilatoren liefen obendrauf im Hochbetrieb. Wenn das mal keinen extrem hohen Coolness-Faktor hatte. Auch konnten sie sich nicht verkneifen die „Oooohs“ und „Yesssses“ von Mister Everett sekundengenau nachzuplappern. Als am auffälligsten ging der Drummer aus der Viererbande hervor, am linken Bühnenrand positioniert, peitschte er förmlich um sich. Sein Stuhl war mit Rückenlehne ausgestattet, natürlich.

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Ihre Performance riss ohne jeden Zweifel mit. Ob man von einem ausgewogenen musikalischen Querschnitt sprechen kann, lässt sich vielleicht bestreiten, aber hübsch erschien die Auswahl auf alle Fälle! Definitiv hatte man während der gesamten Show der Eels allen Grund zum Schmunzeln. Immer wieder wurde man von E mit dem herzergreifenden Wort „Schatzi“ angesprochen – und das in unterschiedlichsten Versionen wie „All right Schatzi!“, „Thank you my Schatzi!“ oder „Love you all my Schatzi!“. Auch seine Bandmitglieder forderte er mehrmals dazu auf ihn zu umarmen. Die obligatarische Bandvorstellung hätte unterhaltsamer nicht ausfallen können. Man stelle sich ein in ein Bandmitgliedversprechen abgewandeltes Hochzeitsversprechen vor. Ja, ich will – schallte es laut durchs Tempodrom! Der erste Zugabenblock mündete schließlich in einer rührenden Gruppenumarmung.

Die Eels ließen sich für eine zweite Zugabe recht lange bitten, vielleicht lag es daran, dass man mit solch einem förmlich überwältigten Publikum nicht gerechnet hatte. Und bevor es endgültig zurück in die Katakomben ging, ließ sich E es nicht entgehen, sein Publikum noch einmal ausgiebig verbal zu liebkosen: „Aaaah Schatzi, that was fun – I liked it!“

Eels im Internet
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