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Editors – In Dream (Review)

11. Oktober 2015
Editors - In Dream

Editors – In Dream

Es wird wieder zappenduster bei den Editors. Zwei Jahre nach ihrem Indierock Album „The Weight Of Your Love“ zieht es die Briten mit „In Dream“ wieder zurück in synthiegeladene Gegenden. Eine Entscheidung, die man nicht bewusst traf, die eher im Fluss der Entstehung von allein Form annahm. Das Ergebnis eines kreativen Aufenthalts an der schottischen Küste, dessen Ende durch ein in Eigenregie produziertes Album markiert wurde. Demnach ist das neue Bandgefüge zu einem Ganzen gewachsen, der Sound scheint gefestigt. Die Wurzeln gekappt, den Fokus auf epische New Wave Klänge gerichtet. „In Dream“ ist die Fortsetzung dessen, was bereits 2009 auf „In This Light And On This Evening“ seinen Anfang nahm. Der markante Indie Rock der Anfangsjahre rückt deutlich in den Hintergrund. Was bleibt ist eine abgeschlossene Transformation, welche die Editors vom bleiernden Druck der Öffentlichkeit befreit. Wirkte der Vorgänger etwas unfertig und orientierungslos, ist hier endlich alles wieder im Lot.

Mag sein, dass der Vierer um Tom Smith mit diesem Album noch mehr Fans vergrätzt. Jedoch ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass ihnen der düstere Wave-Sound um einiges besser steht. Ein Gefühl des Ankommens breitet sich aus. Bei den Editors – und bei einem selbst. „In Dream“ ist theatralisch, episch, mitreißend, voll sanfter Melancholie und trägt ausschließlich gute Titel in sich. „No Harm“ blubbert ambient-iös im Ozean von Smiths schon unerträglich schöner Stimmbandbreite, „Salvation“ baut sich zum bombastischen Drama auf, „Life Is A Fear“ ist schon jetzt mindestens einer der besten zehn Songs 2015 und „Marching Orders“ schließt mit leidendem Anmut den Kreis. „In Dream“ spielt sich im Midtempo-Bereich warm. Krachend schnelle Nummern und Gitarren sind kaum mehr wahrnehmbar. Aber das ist auch nicht weiter schlimm. Denn wer immer dieselbe Platte spielt, wird in den meisten Fällen schnell langweilig und zur Karikatur seiner selbst. Der Sprung ins tiefschwarze Unbekannte könnte jedenfalls ihr bisher bestes Album hervorgebracht haben.

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Tourdaten:
02.11. Köln – Palladium
08.11. Hamburg – Mehr! Theater
09.11. Berlin – Columbiahalle
10.11. Offenbach – Stadthalle
12.11. München – Tonhalle
29.11. A-Wien – Gasometer

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