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Dum Dum Girls @ Lido, Berlin | 21.05.2014

22. Mai 2014

Dum Dum Girls @ Lido, Berlin - 21.05.2014

Es gibt Bands, die funktionieren in kleinen Klubs einfach am besten. Die Dum Dum Girls sind eine von ihnen. Denn vier amerikanischen Indie-Garage-Rockerinnen wirken dort viel authentischer und auch ihre Show kommt viel besser zur Geltung als mitten am Tag auf so mancher großen Festivalbühne. So auch am vergangenen Mittwoch, als Dee Dee mit ihren drei Kolleginnen und dem leicht versteckt gehaltenen Verstärkungs-Gitarristen im Berliner Lido gastierten.

Bis es jedoch soweit war, musste Multi-Instrumentalistin Vorhees den gnadenlosen Support-Schreck kämpfen: desinteressiertes Publikum. Da sich nur eine Handvoll Besucher vor der Bühne befanden oder noch an den Seiten relaxtne, verpufften die Indierock-Songs regelrecht im leeren Lido. Eigentlich schade, da die Frau mit den lustig gepunkteten Socken ziemlich beeindruckend all ihre Regler, Tasten, Pedale gleichzeitig drücken, ihre Gitarre spielen und noch dazu singen konnte.

Alle Aufmerksamkeit lag am sommerlichen Mittwochabend aber bei den Dum Dum Girls, was sicherlich auch an den knappen, stofflosen bzw. durchsichtigen Kleidungsstücken der Band lag, die in völligem Kontrast zu dem niedlichen Riesenherz auf der Bühne und dem oft verwendeten rosa-rotem Licht standen. Die Band spielte auch im Lido bewusst mit ihren Reizen, mit Klischees und Gegensätzen, machte mal auf harmlos, drehte wieder durch, um kurz danach wieder ihre verruchte Seite herauszukehren. Frontfrau Dee Dee räkelte sich während des knapp 70-minütigen Sets im Halbdunkel um Gitarre oder Mikroständer, der mit falschen, kitschigen Blumen verziert war, und erinnerte so im positiven Sinne an die exzentrische Karen O von den Yeah Yeah Yeahs oder die durchgeknallte Courtney Love. Auch die anderen Bandmitglieder spielten ihre Rollen perfekt: Schlagzeugerin Sandra bearbeitete ihre Drums wie eine Verrückte, Jules mimte die zappelige Gitarristin und Bassistin Malia markierte den schönen Ruhepol.

>> Zu allen Bildern von Dum Dum Girls @ Lido in Berlin

Lautstark eingeforderte Überhits haben die Sub Pop-Aushängeschilder allerdings nicht, was wohl auch daran liegt, dass diese der Band schlichtweg (noch?) fehlen oder daran, dass Songs wie die flimmernde Rocknummer „Rimbaud Eyes“, die Ballade „Are You OK?“, das leidende „I Got Nothing“ oder das Tremolo-getriebene „It Only Takes One Night“, perfekt miteinander harmonierten und das Publikum genau deshalb in ihren Bann zogen.

Für viele oder gar große Worte waren die Dum Dum Girls dennoch nicht zu haben. Ab und an mit einem Lächeln im Gesicht und mit dem ein oder anderem eingestreuten „Danke“ folgten 14 Songs aufeinander und so verflog die Zeit regelrecht. Der letzte Song „Coming Down“ hätte schließlich nicht besser gewählt sein können. Denn die Fans im Lido konnten den Abend mit dieser ruhigen Nummer entspannt ausklingen lassen und sich im Takt dem Ende eines tollen und kontrastreichen Klubkonzertabends entgegenwippen.

Dum Dum Girls im Internet
Homepage: www.wearedumdumgirls.com
Facebook: www.facebook.com/DumDumGirls
Twitter: www.twitter.com/DUMDUMGIRLS

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