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Drive By Wire – Hell yeah!

22. August 2007

Im Muscle Car zurück in die 70er.

…aber zeitgemäß!
Warum benennt sich eine der vielversprechendsten, saucoolen Bands Hollands ausgerechnet nach einem Fachbegriff aus der Fahrzeugtechnik? Diese Frage blieb leider auch nach unserem Interview mit Gitarrist Alwin Wubben ungeklärt. Er selbst fährt jedenfalls einen Audi, der viel Platz bietet und mit dem er auch zu dem einen oder anderen Gig fahren kann. Aber er hätte auch nichts gegen einen funky Oldtimer – da kommen wir dem Cover-Artwork doch schon etwas näher. drivebywire.jpg Statt die ganze Zeit über Autos zu reden, haben wir eine Menge über die Hintergründe der Band erfahren, über die Vergangenheit und die Gegenwart geplaudert und natürlich auch schon mal einen kleinen Ausblick in die Zukunft von Drive By Wire gewagt.

Aber im Mittelpunkt steht natürlich die Musik, und die erzählt in diesem Fall ganz eigene, authentische und teils traurige Geschichten. Sängerin Simone Holsbeek verarbeitet in den Texten den Tod ihres Freundes – und philosophiert über das Leben danach. Besonders in „Morning May Never Come“, dem vielleicht stärksten Track des Albums, erzählt Simone von dem Verlust und wie sie versucht, damit fertig zu werden. Klingt nach schwerer Kost – ist es aber nicht, denn zurück bleibt letzten Endes doch ein positiver und hoffnungsvoller Unterton.

„Unseren Sound würde ich am ehesten als Doom Blues oder Desert Rock bezeichnen“, sagt Alwin. Heavy Blues würde es auch ganz gut treffen, obwohl laut Alwin manche Songs mehr in Richtung Blues gehen und andere dafür mehr rocken. Seventies Rock ist auch ein wichtiger Einfluss für die Band: „Wir hören eine Menge Rock und Blues aus den Seventies. In der Küche haben wir ein Radio mit einem Sender, der ständig Musik aus den 70ern spielt.“ Zu Alwins Lieblingsalben gehört auch das Doors-Spätwerk L.A. Woman. Stoner Rock Bands wie Queens Of The Stone Age haben aber ebenfalls einen unüberhörbaren Einfluss auf den Sound der Holländer. Der ist schön dreckig und rauh – das Album wurde nicht in einem normalen Studio eingespielt, sondern die Tonspuren wurden parallel auf der Bühne aufgenommen, sozusagen so gut wie live. Schön direkt und ohne künstliches, aufgeräumtes Studiofeeling. Dass die Band komplett auf einen Bass verzichtet, stört seltsamerweise gar nicht. Das wird durch Alwins tiefer gestimmten Gitarrensound bestens kompensiert, und der Low End Bereich bleibt ganz den Drums vorbehalten. Ein Grund mehr, warum Drive By Wire so einzigartig klingen.

Prominente Gaststars gibt’s auch zu bewundern: Drive By Wire stehen The Gathering recht nah; Simone ist lange mit der Band befreundet. Darum wundert es nicht, dass Hans Rutten bei den kompletten Aufnahmen hinterm Schlagzeug sitzt und tut, was er am besten kann. drivebywire2.jpg „Als wir die Band frisch gegründet hatten, brauchten wir noch einen Drummer. Da haben wir Hans einfach mal gefragt, und er war von Anfang an total enthusiastisch“, erklärt Alwin. Auch die anderen Bandmitglieder geben sich auf verschiedenen Songs die Ehre. Sängerin Anneke van Giersbergen, die mittlerweile ja leider bei The Gathering ausgestiegen ist, steuert zum Beispiel auf einem Song Gastvocals bei. „Wir haben eine Menge Hilfe von guten Freunden bekommen. Die Aufnahmen haben wirklich Spaß gemacht! Wir sind auch schon öfter zusammen aufgetreten“. Hans Rutten ist aber bei The Gathering mehr als ausgelastet. Darum haben Drive By Wire seit geraumer Zeit einen eigenen Drummer, Remco, der das Trio komplettiert.

Ein neues Album ist übrigens schon geplant – Frühjahr 2008 ist das vorsichtig angepeilte Erscheinungsdatum. Das Debut gibt es leider nicht im Laden, aber auf cdbaby.com kann man’s bestellen. Fans von psychedelischen, bluesy Sounds dürfen zuschlagen! Wer trotzdem zweifelt, sollte zumindest mal reinhören. Ihr wisst schon, Rupert Murdoch ist zwar nicht der Mann der Stunde, aber ohne Myspace wäre das Leben doch nur halb so schön…

Bleibt nur Alwins Schlusswort: Hell yeah!

Homepage 1: www.drivebywire.nl
Homepage 2: www.www.myspace.com/drivebywire

Keine Kommentare

  1. Rigorch Bury

    danke für den tipp liebe jana.
    rauf und runter, rauf und runter läuft das wasser.

    The Winter Wake.

    #331

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