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Drangsal – Harieschaim

25. April 2016
Drangsal - Harieschaim

Drangsal – Harieschaim

Über Schleichpfade bahnt sich die Drangsal seit einigen Monaten beständig ihren Weg. Sie zwingt sich so gar nicht auf; sie setzt sich einfach ungefragt fest. Max Gruber aka Dr. Angsal, aka Drangsal kommt aus Herxheim. Seine Leidenschaft zur Musik und das, was ihn letztlich dazu bewegte selbst zu komponieren, liest sich wie ein klassischer nostalgieverliebter Musiker-Lebenslauf, Klischees, die jeder von uns kennt inklusive. Anders sein, die Flucht nach innen und dann nach ganz vorne. Die Single zu „Allan Align“ wurde schon früh vorausgeschickt, das erste Album „Harieschaim“ folgte vor einigen Tagen. Auf Wunsch von Max Gruber produzierte Markus Ganter (Tocotronic, Sizarr) die Platte. Weil er der Einzige sei, der instinktiv wüsste, in welche Richtung sich das Debüt biegen und wenden sollte. Aus allen Ecken tönt Lob – Newcomer-Avancen spricht man Drangsal derzeit täglich zu.

Warum fasziniert der durch und durch 80er-lastige Brachialpop mit knarzigem Postpunk-Schatten derart, dass man gar nicht anders kann, als völlig aus dem Häuschen zu sein? Vergleiche zu Robert Smith, Ian Curtis und Morrissey sind schnell gezogen. Und natürlich erfindet Drangsal den Pop nicht neu. Seine Einflüsse lassen sich ebenso wenig wegwischen, da sie einem beim Hören von „Harieschaim“ immer wieder vertraut zuwinken. Aber die fast schon unschuldige Anmut, mit der Gruber die morbide Schönheit dieser Dekade aufleben lässt, findet in der Gegenwart noch lange kein Pendant. Synthiepop mit großen Melodien und kitschigen Momenten, die absolut ihre Daseinsberechtigung haben, treffen auf störrischen Postpunk und drangsal-esken Brachial-Industrial. Alles findet auf „Harieschaim“ einen Platz und anschließend zueinander. Ein Rausch, der ziemlich schnell knallt und lange nachhallt. Am schönsten klingt Drangsal übrigens, wenn er auf Deutsch singt („Will ich nur dich“ – oder „Zur blauen Stunde“ von der Record Store Day 7″). Weil dann das Tor zum Inneren noch etwas weiter geöffnet zu sein scheint.

Drangsal im Internet:
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Tourdaten:
16.05. – Pfingst Open Air Werden, Essen
27.05. – Modular Festival, Augsburg
28.05. – Immergut Festival, Neustrelitz
04.06. – Maifeld Derby, Mannheim
25.06. – Kosmonaut Festival, Chemnitz
17.07. – MELT! Festival, Gräfenhainichen
30.07. – Juicy Beats Festival, Dortmund
05.08. – Auf weiter Flur Festival, Münster
20.08. – MS Dockville Festival, Hamburg
26.08. – c/o pop Festival, Köln
28.10. – Gebäude 9, Köln
03.11. – Gleis 22, Münster
04.11. – Kulturzentrum Schlachthof e.V., Wiesbaden
11.11. – Keller Klub, Stuttgart
19.11. – Lido, Berlin
23.11. – Salzburg Rockhouse, Salzburg
24.11. – B 72, Bezirk Ottakring

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