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Dikta: Trust Me

2. Oktober 2012

Dikta: ein Synonym für das „andere“ Island. Keine versponnenen Klangkonstrukte, keine entrückte Welt, die ihre schwebenden Türen öffnet, sobald der erste Titel erklingt. Dikta sind anders. Schnörkellos, greifbarer und auf den Punkt gebracht. Das Quartett um Sänger Haukur Heiðar Hauksson steht für melancholischen Indierock. „Trust Me“, ihr mittlerweile viertes Album, hätte zu keinem besseren Zeitpunkt veröffentlicht werden können. Überall duftet es nach Herbst; die Luft wird von den letzten starken Sonnenstrahlen erwärmt – bevor uns die Kälte einholt. „Trust Me“ ähnelt im Wind tanzendem Laub, das in allen nur erdenklichen Farben leuchtet. Haukurs wehmütige Stimme verbindet sich mit dem über die Jahre abgerundetem Dikta – eigenen Sound. Akzente werden durch Streicher, Piano und Bläser gesetzt. Das Ergebnis ähnelt einem balladesken Fluss, der die Füße sanft umspült, um kurz darauf zu einem kraftvollen Strom heranzuwachsen, welcher alles um sich herum mitreißt. Den Hörer eingeschlossen.

Es scheint, als fände man sich in vertonten Gedankengängen und dahingekritzelten Notizen wieder. Ein wahres Wechselbad an Gefühlen; man durchwandert Gemütsregungen, welche jedem von uns bekannt sind: Liebe, Trauer, Sehnsucht, Erinnerungen, Schmerz, Verzweiflung, Wut. Das Schöne daran: man glaubt Dikta jedes Wort. Musik, die berührt und dennoch fernab von Kitsch und Pathos ihre Kreise zieht. Zugegeben, „Trust Me“ scheint auf den ersten Blick kein allzu positives Album zu sein. Je länger man jedoch in diesem Meer aus Emotionen treibt, desto mehr entfaltet sich die tragische Schönheit der einzelnen Titel. Und, ganz wichtig – trotz diesen besungenen Wirrungen, die man immer wieder durchlebt, wogt über einem letztlich die alles erhellende Hoffnung. Denn wie wir alle wissen folgt auf den Winter der Frühling – der erblühen lässt, was eben noch seelenlos schien. So nimmt man Dikta beim Wort – und kommt der Aufforderung ihnen zu vertrauen nach. Ein Album über das Leben. Ein Album für den Lichtblick, der auch in dunklen Momenten wärmt.

Dikta im Internet:

Facebook: www.facebook.com/dikta

Homepage: www.dikta.is

Termine:

23.11.2012 Gare de Lion, Wil
24.11.2012 Neues Schauspiel, Leipzig
27.11.2012 Prinzenbar, Hamburg
29.11.2012 Club Stereo, Nürnberg
30.11.2012 Backstage Club, München
01.12.2012 Beatpol, Dresden
02.12.2012 Comet, Berlin
03.12.2012 Studio 672, Köln

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