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Die Grabrede von ELVENKING!?

19. Dezember 2007

Für mich fällt die Sense vorläufig das letzte mal, denn uneinsichtig, oberflächlich, an den Fragen vorbei antwortend und stellenweise auch arrogant gab sich vor kurzem ein Teil der Band im Interview… Ist es das wert? Ist das vor gut drei Monaten erschienene vierte ELVENKING-Album “The Scythe” wirklich so prima wie Label und Band selbst behaupten? Ich hatte jedenfalls nun genug Zeit, den Langzeitwert dieser Scheibe zu testen und die Band zum gemeinsamen Hördurchlauf einzuladen. Und dann wäre da ja noch die große offene Frage, warum eine bis dato so lebensfroh klingende Band, recht unerwartet ein Konzeptalbum über das unausweichliche Ende schreibt…

Natürlich ist “The Scythe” anders: wesentlich dunkler in Sachen Lyrics und Musik, tighter und heavier… Kein Zweifel, dass eure musikalischen Fähigkeiten zugenommen haben… aber was die meisten Fans an Elvenking bisher mochten, sind vor allem die postiven Gefühle, die die Band stets vermittelte. Könnt ihr nachvollziehen was viele der kritischen Fans heutzutage bei Elvenking’s “The Scythe“ vermissen?

Elvenking 2007Aydan: Nun, zunächst muss man sagen, dass „The Scythe“ schon jetzt das erfolgreichste Elvenking-Album ist, nur ein paar Monate nach dem Europa-Release, und dieser Tage kommt es in den USA und Japan heraus. Ebenso die Reviews: hervorragend wie nie zuvor (abgesehen von den „sogenannten Schreibern“, die uns anderes weismachen wollen). Das beweist, dass „The Scythe“ außerordentlich gut angenommen wurde…

(Verkaufszahlen beweisen eine gute Promotion, und Lorbeeren der großen Magazine beweisen, dass diese gern weiterhin Promos der Labels haben möchten… das ist die Businessseite und die verrät nicht viel über die wirkliche Qualität eines Albums)

Aydan: …Natürlich beschweren sich die sogenannten alten Fans, weil „dies nicht wie das klingt“ oder jenes anders ist. Ehrlich gesagt waren wir total darauf vorbereitet, kein Problem. Wir sind eine Band, die sich selbst und ihre Ideen ausdrücken muss. Wir müssen Musik aus Emotionen und Gefühlen heraus schreiben. Wir sind eine Band, die sich immer weiter entwickeln muss. So haben wir das schon immer getan und so werden wir es auch immer tun, und wir wollen nichts tun, was wir bereits in Vergangenheit getan haben. Ich wäre nicht in der Lage, Musik zu schreiben, nur um den Hörern Genüge zu tun. Das wäre ziemlich unfair, den Fans und vor allem auch uns gegenüber. Um also deine Frage zu beantworten: Nein, ich verstehe nicht, warum wir etwas machen sollten, wonach uns die Leute fragen. Wir tun das wonach uns ist und was von unserem Herzen kommt. Wenn das jemand nicht mag: Es gibt Tonnen von anderen Bands da draußen. Ich bin mir sicher, dass jeder etwas finden wird, was seinem Geschmack entspricht.

(Da hat wohl jemand die Interviewfrage nicht ganz verstanden. Ich wollte schließlich wissen, ob EK die Zweifel der von Aydan abfällig bezeichneten „sogenannten alten Fans“ nachvollziehen können, nicht ob man das machen muss, was andere von einem wollen. Offensichtlich kann versteht der Gitarrist und Hauptsongschreiber nicht, was den Fans der alten Tage bei „The Scythe“ fehlt.)

Aydan, als ich vor einigen Monaten ein anderes Interview mit dir las, sagtest du Folgendes: “Wenn ich mir die alten Alben anhöre, dann erschrecken es mich wirklich, was für Probleme wir damals beim Spielen hatten!” Das klingt in meinen Ohren so ein bisschen als ob ihr eure vergangenen Alben leugnet. Man muss kein Musiker sein, um festzustellen, dass selbst das Debütalbum musikalisch einmalig war: frisch klingend und unvorhersehbar. Ist dieser einmalige Sound also nur rein zufällig entstanden, weil ihr keine Ahnung vom Spielen, nicht wusstest mit man zusammen „tight“ zu spielen hat?

Aydan (Elvenking) 2007Aydan: Ich verstehe die Frage nicht. Ich sprach dabei von musikalischen und technischen Fähigkeiten… und das ist für jeden auch recht klar, denke ich.

Ist es da nicht bald mal angebracht, sich einen neuen Bandnamen zuzulegen? Denn zuzugeben, inwiefern könnt ihr euch denn noch mit dem Namen Elvenking identifizieren?

Aydan: Nun, der Name passt ja schon nicht mehr richtig seit den „Heathenreel“-Tagen. Wir haben das schon einige Male diskutiert… aber warum sollten wir ihn ändern? Wir sind aus diesem Namen enstanden und mögen ihn auch immer noch. Wir waren auch schon immer von obskuren Fantasystorys fasziniert, eben die dunkle Seite der Fantasy, daher mag ich auch immer noch diesen Namen.

Warum also ein Konzeptalbum über den Tod? Das ist doch auf weiten Strecken der Kunst ein sehr ausgelutschtes Thema? Zumindest führt es doch immer zu den gleichen “Lösungen”…

Aydan: Sorry, ich habe noch nie von einem anderen Konzeptalbum über den Tod gehört; zumindest nicht in der Form, wie wir es entwickelt haben…

Keine Kommentare

  1. Rigorch Bury

    Dieses Interview hat mir beim Lesen sehr viel Spaß bereitet. Weitermachen und Arroganz mit Überzeugung begegnen. :-)

    #679
  2. Master of Disaster

    Stimme meinem Vorkommentator zu… trotzdem nehme ich mir raus, das Album weiterhin klasse und das stärkste der Bandgeschichte zu finden… sorry, Katrin!

    #678

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