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Deine Freunde @ Lido, Berlin | 7. Dezember 2014

11. Dezember 2014

Deine Freunde @ Lido, Berlin | 7. Dezember 2014Musikalische Früherziehung kann eigentlich gar nicht früh genug beginnen. Aus diesem Grund kamen wir am Sonntagnachmittag dem Wunsch unseres Redaktionskinds Anouk nur allzu gern nach und begleiteten es zum Deine Freunde-Konzert im Lido in Berlin.

Hinter dem einmaligen Projekt stehen Florian Sump, den „Älteren“ der knapp 500 Besucher noch gut als Schlagzeuger der Jugendband Echt im Gedächtnis, Markus Pauli, bis heute Live-DJ von Fettes Brot, und Lukas Nimscheck, Theatermanager und bis zum letzten Jahr Moderator bei Tigerentenclub.

Wie man auf die Idee kommt, Musik für Kinder zu machen? Weil es Zeit wurde. Für diese Antwort genügt ein Blick zurück in die eigene Kindheit. Was hat man nicht alles gehört? Wie viel intelligenzbeleidigendes Dutzidutzi schallte aus den Kassettenrecordern in die Kinderzimmer und sägte an den Nerven der Eltern? Aber Musik, die Kindern aus der Seele spricht und sie vor allem ernst nimmt, existierte bisher nur wenig. Und Musik, die so cool klingt, als wäre sie für Große, gab es schon gar nicht. Das ist genau der Punkt, an dem Deine Freunde mit ihrem Debüt „Ausm Häuschen” (2012) in Aktion traten, bevor sie in diesem Jahr mit „Heile Welt“ die Fortsetzung präsentierten. Das Trio mimt dabei glaubhaft die großen Brüder, die einem den Rücken frei halten, vor Mama und Papa ein gutes Wort einlegen, einem Mut machen und zuhören, aber auch für jede Menge Spiel, Spaß und Spannung zu haben sind. Sie wissen, wie es ist Kind zu sein und schaffen darüber den Zugang zu den Jüngsten.

Deine Freunde @ Lido, Berlin | 7. Dezember 2014So auch am Sonntagnachmittag, als das mittlerweile vierte Berlin-Konzert pünktlich um 16:30 Uhr im Lido begann. Für viele Kinder ist es die erste Berührung mit Live-Musik. Das wissen auch Deine Freunde und gehen einfühlsam mit dem jungen Publikum um. Ein Blick auf die ersten Reihen, dass es allen gut geht und der andere Blick ist für den Spaß. Der kommt bei Songs wie „Deine Mudder“ (eine wundervolle Liebeserklärung an alle Mütter dieser Welt), „Schokolade“ (Obst ist nicht cool, muss aber sein. Zum Glück gibt es da die generöse Oma mit der Extra-Schokoladenschublade) oder „Hab ich schon gemacht“ (eigentlich habe ich keine Hände gewaschen, ich behaupte es trotzdem und eigentlich ist es überhaupt nicht schlimm!) nicht zu kurz. Weitere Highlights im Programm waren, neben dem „Deine-Freunde-Superhit-Medley“, überraschend technoide Elektropop-Songs wie „Toben“ und „Wann sind wir da?“ oder das spärlich von Taschenlampen beleuchtete „Gruselgefahr“.

Der eigentliche Hit jedoch war das Publikum. Die Kinder in den vorderen Reihen bewiesen sich als hinreißend aufmerksame, textsichere und dankbare Zuhörer. Sie klatschten und hüpften, schrieen auf Kommando und blickten dazwischen mit großen Augen auf die Bühne und Leinwand, um nur ja kein Detail zu verpassen. Die Visualisierung der Show mit liebevoll arrangierten Videoclips, skurrilen Bildstrecken mit Familienfotos aus den Siebzigern und tanzender Comicschrift („Wir brauchen Bass! Bass! Bass!“) war aber auch für die Eltern in den hinteren Reihen unterhaltsam.

deine-freunde-berlin-lido-live-2Nach gut 80 Minuten und einer fetten Zugabe war das Nachmittagskonzert zu Ende und die Kinder völlig zerrockt und aus dem Häuschen … so wie auch die Eltern. Wir finden es toll, dass es Deine Freunde gibt und sind froh, dass das RockZOOM-Redaktionskind Anouk so beharrlich auf unser Mitkommen bestand. Ganz im Sinne der musikalischen Früherziehung haben wir ihm für das ultimative Konzert-Erlebnis natürlich auch erlaubt, eigene Fotos zu schießen, logisch mit dem Handy: „So wie die Großen das sonst machen“. Nur eben aus der Kinderperspektive :-)

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