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Dear Reader live @ Lido, Berlin | 28.05.2013

31. Mai 2013

Dear Reader live in Berlin @ Lido@ LidoMan könnte fast sagen: Der Knoten ist geplatzt! Cherilyn MacNeil zog es vor etwa drei Jahren von Südafrika nach Berlin und ließ dabei ihren einflussvollen Mitstreiter Darryl Torr zurück. Während er seiner Heimat treu blieb, setzte die sympathische Allrounderin alles daran, dem bezaubernden Musik-Projekt Dear Reader neues Leben einzuhauchen – in ungewohntem Umfeld. In der Ursprungskonstellation machte man erstmals vor vier Jahren von sich reden. Man hatte das Gefühl, auf eine ganz besonderes Band gestoßen zu sein, allen voran ihre Live-Performances waren von beispielloser Energie und Freude geprägt.

2011 entwarf Cherilyn im Alleingang „Idealistic Animals“. Sie unterstrich damit einmal mehr ihr songwriterisches Talent und besänftigte die Fans mit einem charmanten Werk, das stilistisch nahtlos an das Debüt „Replace Why With Funny“ anknüpfte. Zu beobachten war darüber hinaus, dass zahlreiche Mitglieder der City Slang-Familie ihr bei der Umsetzung kreativer Ideen beispiellos zur Seite standen. Auf der Bühne wirkte die Interpretation ihrer Stücke anfangs noch etwas holprig. Man merkte der Südamerikanerin die Nervosität an und ein bisschen vermisste man die Eingespieltheit vergangener Tage. Dann Anfang letzten Jahres sollte sich plötzlich wieder alles ganz geschmeidig anfühlen. Das Konzert am vergangenen Dienstag in Berlin belehrte einen endgültig eines Besseren, auch wenn die aktuelle Live-Besatzung erneut komplett neue Gesichter hervorzauberte. Man fühlte jedoch, dass dieses Zusammenspiel talentierter Musiker Dear Reader auf einer Bühne bisher am besten zu Gesicht stand. Auch allerhand Gäste, darunter ehemalige Bandmitglieder, gaben sich ein Stelldichein.

Dear Reader live in Berlin @ LidoMittlerweile ist Berlin für Cherilyn MacNeil nicht mehr nur der Inbegriff einer zweiten Heimat. Nein, sie ist in der Hauptstadt zu einer Institution herangereift. Und überhaupt wirft man ihr gern ein Lächeln zu, wenn man sich mal an einer Straßenecke in Neukölln begegnet. „Rivonia“ ihr neues Album, erschienen im April, ist eine Hommage an ihr Heimatland Südafrika und gepickt voller historischer Geschichten, die man am liebsten jedem Geschichtslehrer mit an die Hand geben möchte.

Das schönste am Konzert im Lido war, dass man das Publikum beim Schmunzeln und Schwelgen zusehen konnte. Alles an Dear Reader wirkt lebensbejahend ohne dass der Zeigefinger ausgepackt wird. In einer Stadt voller Hektik kam man hier zur Ruhe und überhaupt fühlte man eine geringe Distanz zwischen Publikum und Bühne. Jemand anderes schrieb mal: Man fühlt sich auf einer Dear Reader-Show wie im Wohnzimmer einer guten Freundin!

Die meisten der interpretierten Stücke entstammten dem Drittwerk „Rivonia“. Diese Tatsache begeisterte vielmehr als dass sie einen betrübte, weil jeder einzelne Song von unverwechselbarem Charakter und originellen Details geprägt war. Als am Ende beinahe zwei Handvoll Kehlen den Chor zu „Victory“ bildeten, erstarrte selbst Cherilyn MacNeil. Das muss ein atemberaubendes Gefühl sein, zu realisieren, dass man etwas Unvergleichbares geschaffen hat!

>> Zu allen Bildern von Dear Reader @ Lido in Berlin

Dear Reader im Internet.
Offizielle Homepage: www.dearreadermusic.com
Facebook: www.facebook.com/dearreadermusic


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