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Damon Albarn – Everyday Robots (Review)

4. Mai 2014
Damon Albarn - Everyday Robots

Damon Albarn – Everyday Robots

Damon Albarn lässt seine Kindheit Revue passieren und setzt sich im selben Atemzug mit dem technologischen Fortschritt und dessen Auswirkungen auseinander. Fertig ist „Everyday Robots“, das erste richtige Soloalbum des Blur-, Gorillaz- und The Good The Bad And The Queen – Frontmanns. Vielleicht war dies eine längst überfällige Platte. Die Chance die eigenen Ideen und Gefühle in zwölf Songs zu packen und ohne viel Rummel in die Welt zu entlassen. Albarn ist ein musikalischer Weltenbummler, der Eindrücke und Erinnerungen sammelt, um sie zu gegebener Zeit in einen eigenwillig schönen Rahmen zu packen. „Everyday Robots“ ist ein Album geworden, das sich zum Einen mit Albarns Kindheitstagen in Hollow Pond beschäftigt. Nostalgie und ein bisschen Wehmut tragen alle Titel in sich. Zum Anderen liegt der zweite Fokus auf dem Fortschritt. Den verteufelt Damon Albarn nicht. Aus seiner Beobachterrolle heraus hält er einem eher den Spiegel vor.

Die Frage, ob die Flut an technischen Neuerungen und unser Leben im digitalen Zeitalter tatsächlich dazu führen, dass wir immer einsamer werden, bleibt unbeantwortet. Der ein oder andere Funken Wahrheit steckt jedoch tatsächlich in dieser Überlegung. „Everyday Robots“ hat nun nicht viel mit den euphorisch poppigen Melodien aus den Blur-Neunzigern gemeinsam. Das Tempo gedrosselt, die Stimmung ebenso verklärt und abgeklärt, ohne dabei resigniert zu klingen. Der gleichnamige Titelsong gibt mit seinen sanften Beats und minimal dosierten Bläser- und Streicherarrangements die grobe Richtung des Albums vor. „Heavy Seas Of Love“ braucht nicht viel, um schon jetzt zu einem der schönsten Titel diesen Jahres zu wachsen: Albarns melancholisch-spröde Stimme, ein Klavier und ein tief brummelnder Brian Eno. Fertig ist die Sommerhymne. „Hollow Ponds“ und „Hostile“ lassen die eingangs angesprochene Wehmut zur Ganze durchblitzen. Einzig „Mr. Tembo“, ein Song über ein Elefantenbaby, bricht mit Gospelgesang und flockigem Beat den Grundtenor von „Everyday Robots“. Und auch das ist Damon Albarn: kleine Überraschungen an jeder Ecke. Meist dort, wo man sie nie vermutet hätte. So ist das erste Soloalbum des Briten trotz seiner gedämpften Atmosphäre durchweg positiv und macht Lust auf die beiden Livedarbietungen in Deutschland.

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Tourdaten:
30.06.2014 – Astra Kulturhaus, Berlin
01.07.2014 – Große Freiheit, Hamburg

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