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Cub & Wolf – Cub & Wolf (Review)

13. Januar 2015

Cub & Wolf- Cub & Wolf (VÖ: 16.01.15)

Cub & Wolf- Cub & Wolf (VÖ: 16.01.15)

Das Wuppertaler Label Stargazer Records hat über die letzten Jahre hinweg eine feine Sammlung an Alt-Country- bzw. Folk-Rock-Bands aus Malmö um sich geschart: BRING THE MOURNING ON, FALLEN TREES oder GOLDEN KANINE und GRANT CREON zum Beispiel. Von letzteren beiden Bands kommen die Freunde Linus Lindvall und Mattias Larsson, die sich auch musikalisch schon ein ums andere mal gegenseitig ausgeholfen haben. Beide geben zu, dass CUB & WOLF mehr oder weniger zunächst nur als Spaßprojekt entstanden ist. Wenn beide nicht mit ihren eigenen Bands beschäftigt waren, verbrachten sie viel Zeit in Mattias‘ eigenem Studio A Place To Mourn. Über Nacht ist dann nicht nur gelegentlich ein Kater, sondern auch der ein oder andere Song entstanden. Andere Stücke gibt es schon länger, passten aber nicht zum Sound ihrer anderen Bands. Wie klingen also diese neun Songs des Debütalbums, fünf aus der Feder von Linus und vier von Mattias?

Das Album beginnt mit zwei großartigen Tracks, „Be Gone My Friends“ und „Time To Mourn At Last“. Beide Stücke beginnen mit einer simplen Banjo- bzw. Glockenspielmelodie und ruhigem Gesang von sowohl Linus als auch Mattias und enden als verrückte, immer leicht schräge Mitjaul-Powerfolk-Hymnen. Darin sind CUB & WOLF wohl am besten. Und wenn man sie live so sieht, haben sie daran augenscheinlich auch den meisten Spaß. Aber es ist das große dynamische Spektrum, welches diese Scheibe als Ganzes sehr hörenswert macht, besonders und gerade deshalb auf Vinyl. Sie haben daher natürlich auch etliche lohnenswerte Stücke mit sparsamerer Instrumentierung an Bord. Hört euch zum Beispiel mal das gespenstisch-schöne „Part You Part Me“ oder das einlullend-hypnotische „What We Lost In The Fire“ an. Von letzterem existiert auch ein echt gut gemachtes Video, das passenderweise um die Weihnachtszeit veröffentlicht wurde.

Die stilleren Songs klingen musikalisch inspiriert von fantastischen Musikern wie JASON MOLINA oder BONNIE ‚PRINCE‘ BILLY, während die Lyrics da weitermachen, wo GRANT CREONs Meisterwerk „In Denial“ aufgehört hat: Verlust und Trennung stehen hier textlich an der Tagesordnung…

Es gibt nur ein paar winzige Schnitzer auf diesem Album, was aber sicher unvermeidbar ist, wenn man derart spontan an eine Scheibe herangeht. Sie klingen – wie schon geschrieben – am besten, wenn sie entweder laut drauflos heulen oder leise und minimalistisch vor sich hin lamentieren. Dazwischen wird’s schwierig. Vielleicht liegt es daran, dass das etwas gleichförmige und unspektakuläre „Clues“ nicht so recht funktionieren mag oder dass das Drumming im Stück „What Went Wrong“, übernommen von Golden Kanine- bzw. Bring The Mourning On-Kumpel Per Nordborg, ein bisschen zu dominant klingt in einem Song, der eigentlich zu den ruhigsten des Albums gehört. Es gibt aber auch Momente, wo die Überbleibsel von Improvisation durchaus sehr spannend klingen können: „Where The Two Of Us Fall In Love“ funktioniert ganz hervorragend mit den vielen Vokallinien und seinen Wiederholungen.

Gebt ihnen noch einige Jahre mehr zusammen und CUB & WOLF werden bald zu eurer Adresse Nummer eins für energetische Folkhymnen der Melancholie, die sogar sehr viel Spaß machen können.

CUB & WOLF im Internet:
http://www.cubandwolf.com/
Cub & Wolf @ Facebook
Cub & Wolf @ Soundcloud
Cub & Wolf @ Youtube

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