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Cloud Nothings – Life Without Sound

11. Februar 2017
Cloud Nothings - Life Without Sound

Cloud Nothings – Life Without Sound

Die Pausen zwischen den Veröffentlichungen werden länger. Lag die Schlagzahl der Cloud Nothings zu Beginn noch bei einem Jahr, vergingen zuletzt knapp drei, bevor das neue Album abgeschlossen war. „Life Without Sound“ ist ein Déjà-vu und Neuland zugleich. Dylan Baldi wird sich scheinbar niemals in gängige Klischees pressen lassen – und bleibt sich dennoch treu. Er ist ein Paradoxon, selbst das personifizierte Déjà-vu. Wo Baldi spielt, ist die Vergangenheit sofort präsent. Weil er es genauso will. Cloud Nothings haben ihren unfertigen Sound, der an all jene großen Bands der Neunziger erinnert, zu etwas wachsen lassen, das ihnen allein gehört. Mittlerweile auch ohne Steve Albini, der die ersten Alben produzierte, dafür mit John Goodmanson (Death Cab For Cutie, Sleater-Kinney).

An Knarzigkeit haben sie verloren. Die Platte klingt sauber produziert. Der grobe Klotz, an dessen rauer Oberfläche man sich zahlreiche Splitter einfing, wurde geschliffen. Was nun die Einleitung zum Abgesang sein könnte, ist vielmehr ein deutliches Aufatmen. Denn viel länger hätte sich Dylan Baldi auch nicht hinter seinem Garage No-Fi-Schild verbergen dürfen. Cloud Nothings verfügen über soviel Potential – sich zum einen die Zeit zu nehmen, „Life Without Sound“ reifen zu lassen, zum anderen einen Produzenten zu suchen, der ihrem Klang genau das gibt, was er braucht, um einen Satz nach vorne zu machen – zeugt von ihrer geradlinigen Art. Die Songs sind eingängiger, poppiger. Der Hammer zum Rundumschlag wird dennoch oft genug ausgepackt. Und gerade dieser Wechsel zwischen Indie-Hymnen und räudigem Gepolter macht die Cloud Nothings aus. Sie sind laut, springen in dein Gesicht- bewegen sich aber mindestens genauso stilsicher durch die mittlerweile traditionellen neun Songs. Es ist ein bisschen so, als würde man „Here And Nowhere Else“ überspringen und direkt an „Attack On Memory“ anknüpfen. Mehr Melodie, mehr Drive. Und das ist ziemlich gut.

Tourdaten:
06.03. – Knust, Hamburg
07.03. – Bi Nuu, Berlin
08.03. – Feierwerk/ Kranhalle, München
09.03. – Luxor, Köln

Cloud Nothings im Internet:
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