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Cloud Nothings – Here And Nowhere Else (Review)

1. April 2014
Cloud Nothings - Here And Nowhere Else

Cloud Nothings – Here And Nowhere Else

Zwei Jahre Pause und die Cloud Nothings aus Cleveland haben nichts an energetischer Zornigkeit eingebüßt. „Here And Nowhere Else“ schließt sich lückenlos dem Vorgänger „Attack On Memory“ an. Und da Frontmann Dylan Baldi auch in der Zwischenzeit nicht viel am Sound geschraubt hat, bleibt das nunmehr vierte Album dem eigens erschaffenen No-Fi Klang treu. Keine übertriebenen Änderungen, keine urplötzliche Neuorientierung: die Cloud Nothings legen vielmehr Wert auf den Ausbau ihres sympathischen Wut-Fundaments. Und dagegen kann man dann auch nicht viel einwenden. „Here And Nowhere Else“ ist ein knapp halbstündliches Werk mit dem Potential einer Reise in die Vergangenheit, sobald die ersten Klänge von „Now Hear In“ ertönen. Irgendwie fühlt man sich in die Blütezeit der Grunge-Ära zurück katapultiert. Und das ganz ohne faden Beigeschmack.

Dylan Baldi, Jayson Gerycz und TJ Duke machen vor allem eins: sie fahren ihren Kurs-ohne Rücksicht auf Verluste. Das Ergebnis ist auch dieses Mal ein einziges Stück rauer Musik, das von Tempo, Geschrammel und Geschrei dominiert-und von eindringlichen Melodien durchbrochen wird. „Here And Nowhere Else“ rockt sich durch acht Titel, die mitunter einen schon hymnenhaften Charakter entwickeln. „Quieter Today“ ist hierfür ein schönes Beispiel. „Psychic Trauma“ durchlebt mehrere Tempiwechsel, vom eingängigen Indierock bis hin zum rotzigen Gepolter – und endet in einem ausladendem Schrammelchaos. Das klingt anstrengend, ist es aber nicht. Im Gegenteil: Cloud Nothings stehen für ihre Geradlinigkeit und die Tatsache, dass Klang und Gesang am Besten sind, wenn möglichst wenig Beiwerk den eigentlichen Kern der Songs überdeckt. Poppige Titel sind eher in der Unterzahl; es kracht, donnert und grollt aus allen Ecken. Ein musikalisches Abbremsen dieses Tornado-Trios ist nicht auszumachen. „Here And Nowhere Else“ nimmt eher an Geschwindigkeit auf, um Grenzen zu durchbrechen, von denen man gar nicht weiß, ob sie überhaupt existieren. Und das freut mein Lo-Fi/No-Fi-Herz.

Cloud Nothings im Internet:
Homepage
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Soundcloud

Tourdaten:
16.05. – Molotow, Hamburg
17.05. – Underground, Köln
30.05. – Immergut Festival, Neustrelitz

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