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Christopher Owens live @ Comet, Berlin | 05.03.2013

10. März 2013

Christopher Owens live in BerlinCHRISTOPHER OWENS ist solo. Nicht dass wir allzu viel auf den Beziehungsstatus dieses Songwriters aus San Francisco geben würden, aber Owens geht seit Juli letzten Jahres eigene Wege, nachdem er mit GIRLS zwei durchaus sehr erfolgreiche Alben und eine EP veröffentlicht hat. Doch die Liebesbeziehung mit der hübschen Französin Lysandre ist tatsächlich mitterweile auch wieder Geschichte. Und da sich Owens‘ Solodebüt „Lysandre“, im Januar diesen Jahres erschienen, eben maßgeblich um diese Affäre dreht, ist die ganze Sache mehr oder weniger auch ein ziemlich privat klingendes Herzschmerz-Album geworden. Circa 50 Anwesende haben sich im Berliner Comet auf seiner Eurotour davon überzeugen können. Wer jetzt an das typische Mann-mit-Gitarre-Schema denkt, der liegt ziemlich falsch mit seiner Vermutung. Der schmale Amerikaner, den manche vielleicht auch als lasziv dreinschauenden Hänfling von einer Hedi Slimane-Fotosession für Saint Laurent kennen, hatte sich für seine Auftritte noch ein paar fähige Livemusiker um sich gescharrt und routiniert einen poppig-rockigen Abend abgeliefert.

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Das war in der Tat eine recht bunt zusammengewürfelte Runde vom etwas grimmig dreinblickenden Gitarristen, dem mimiklosen Sessionbassisten, einem kultigen Urgestein von Saxophon-, Querflöten- und Mundharmonika-Spieler zugleich und zwei Backgroundsängerinnen, die aussahen, als wären sie mit Chris Owens zusammen aus einer Zeitmaschine aus den 80er Jahren geschlüpft, mit engen Röhrenjeans bis an die Ohrläppchen gezogen. Aber zugegeben: Die haben mit Mr. Owens ein paar echt schöne Harmoniegesänge hingelegt; alleine klang er häufig ein bisschen gepresst. Ein bisschen schade war auch, dass quasi null Kontakt zum Publikum vorhanden war und bereits nach nicht einmal einer Dreiviertelstunde das offizielle Set schon vorbei war und dann aus lauter Verzweiflung(?) ein paar gut performte aber nicht so recht zum Rest des Abends passende Klassiker wie „The Boxer“ von Simon & Garfunkel oder Cat Stevens‘ „Wild World“. Owens wirkte müde und mehr als ein kurz angebundenes „Thank you“ und die Andeutung eines Lächelns war zwischen den Songs einfach nicht drin. Ich bin nicht sicher, ob sich mit diesem Programm jeder im Raum für seine 20 Euro Eintritt ausreichend versorgt gefühlt hat…

The Information AgeAber schließlich gab es noch einen Musiker an diesem Abend, genauer genommen noch vor Christopher Owens und seiner illustren Runde: THE INFORMATION AGE – Was vielleicht erstmal rein vom Namen her recht technisch und modern klingt, ist relativ klassischer, minimalistisch gehaltener Singer-Songwriter-Folk, mal mit Akustik- mal mit E-Gitarre und der Stimme von Nick Heintz. Ein paar nette und entspannte Songs gab der Berliner zum Besten. Besonders positiv hervorzuheben ist auch, dass der Sound wirklich gut abgemischt war, so schwebte Nicks Stimme ganz leichtfüßig durch den Raum, selbst bei den etwas lauteren, fast geschrienen Passagen. Gerade in diesen Parts, wo er ein bisschen mehr aus sich herausgegangen ist, hat der Mann schön intensiv gewirkt. Gelobt hat er übrigens das leise Publikum, wo er nach eigenen Aussagen aber „auch schon mal gegen Fußballchöre ansingen musste“. Vielleicht hätten sie sich doch etwas lauter verhalten sollen, damit er nicht zu sehr in sich versinkt. 😉 Für nächstes Jahr ist die erste CD angekündigt und wir werden das gerne mal auf dem Schirm behalten…

Christopher Owens im Internet
Homepage: www.christopherowensonline.com
Facebook: christopherowensonline

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