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Christine And The Queens – Nuit 17 à 52 – EP (Review)

27. Oktober 2013
Christine and The Queens - Nuit 17 à 52 EP

Christine and The Queens – Nuit 17 à 52 EP

Französische Künstler umgibt seit jeher ein ganz besonderer Flair. Bei Christine And The Queens lässt sich das Besondere zügig in einem Wort zusammenfassen: Eleganz. Bereits im Sommer erschien in Frankreich ihre dritte EP „Nuit 17 à 52“, die nun auch bei uns für Aufhorchen sorgt. Heloïse Letissier, die hinter dem Gefüge von Christine And The Queens alle Fäden in der Hand hält, komponierte von der deutschen Presse bisher kaum wahrgenommen eher im Hintergrund. Und nun, nun zertrennt sie mit gewaltiger Stimme den milchigen Dunst, der sie verborgen hielt. Wer sind Christine And The Queens? Und was macht sie so interessant elegant?

„Was den langen Namen von Christine and The Queens anbelangt, sollte man sich vor allem an seine Entstehungsgeschichte erinnern: Vor 3 Jahren begegnete ein trauriges junges Mädchen nachts in London Musikern, die Transvestiten waren. Sie kam vom Theater, von der Welt der Bücher, während die Drag-Queens soeben die Bühne verlassen hatten. Unbeholfen versuchte sie alles, was sie berührte, in Texten, Videos, Liedern, im Tanz in einem einheitlichen Projekt in Einklang zu bringen. Die Queens mischten gewissenlos Prince und Vivaldi. Es geht also eher um die Erinnerung einer Wiedergeburt als um einen Bandnamen. Christine wurde ihre neue Identität, die Queens wurden zu einer ständigen Inspirationsquelle und zusammen ergab das eine magische Formel, die alle Wagnisse erlaubt.“

Wenn das nicht einladend klingt…? Christine komponiert, interpretiert und co-produziert. Sie liebt den Tanz und die Bühne, die ihr die Möglichkeit bietet die Realität abzustreifen und einer Verwandlungskünstlerin gleich jemand anders zu sein. Ihr Gesang ist zweisprachig – ein Hybrid aus Französisch und Englisch. „Nuit 17 à 52“ klingt satt und raumfüllend, zuviel Pomp ist aber nicht ihr Fall. Dezent und eindringlich umschreibt ihren Sound vielleicht am Besten. Die Parallelen zu Florence Welch sind überaus stark. Dass beide dennoch nicht verschiedener sein könnten, wird spätestens bei den ersten Klängen „The Loving Cup“ klar. Der folgende Titeltrack „Nuit 17 à 52“, „Starshipper“, „Wandering Lovers“ und „Photos Souvenirs“ schließen sich zu einem Kreis, der Träume, Realitätsflucht, Lebendigkeit und innere Leere zu gleichen Teilen bedient. Und den Drang, diese Traumwelt Stück für Stück in die Wirklichkeit zu rücken. Das Debütalbum von Christine And The Queens erscheint im Frühjahr 2014.

 

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