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	<title>Rockzoom &#187; Martins Metal Madness</title>
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		<title>AVIAN: &#8220;Ashes And Madness&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Mar 2009 09:32:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Master of Disaster hat mal wieder einen Tipp am Start für alle dort draußen, deren Herz für klassischen US Power Metal schlägt. Hört euch unbedingt mal &#8220;Ashes And Madness&#8221;, das zweite Album von AVIAN an! Diese Band wurde 2002 von Gitarrist Yan Leviathan gegründet und hinterließ vor vier Jahren ihre erste signifikante Duftmarke in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Master of Disaster hat mal wieder einen Tipp am Start für alle dort draußen, deren Herz für klassischen US Power Metal schlägt. Hört euch unbedingt mal &#8220;Ashes And Madness&#8221;, das zweite Album von AVIAN an! Diese Band wurde 2002 von Gitarrist Yan Leviathan gegründet und hinterließ vor vier Jahren ihre erste signifikante Duftmarke in Form des Debüt-Albums &#8220;From The Depths Of Time&#8221;, auf dem kein geringerer als ex-MEGADETH-Tieftöner David Ellefson den Bass bediente. Charismatischer Fahnenträger von AVIAN ist der hyperaktive US-Metal-Aktivist Lance King, der sich als genialer Sänger von BALANCE OF POWER und PYRAMAZE einen klangvollen Namen machen konnte. Lance ist zudem Eigentümer des kultigen Labels Nightmare Records, das in den Vereinigten Staaten so begnadete Acts wie BEYOND TWILIGHT, CLOUDSCAPE, LANFEAR, ORDER OF NINE, PROTOTYPE und STEEL PROPHET<img src="/wp-content/uploads/2009/03/avian1.jpg" alt="Avian: &quot;Ashes And Madness&quot;" title="Avian: &quot;Ashes And Madness&quot;" width="220" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1755" /> unter Vertrag hat. So ganz nebenbei organisiert der Gute auch noch das alljährliche Nightmare Metal Fest in San Antonio, Texas. Der Mann versteht also ganz bestimmt etwas von gutem US Metal. Und das hört man &#8220;Ashes And Madness&#8221; definitiv an.</p>
<p>Ein kommender Klassiker ist die Scheibe nicht unbedingt, aber ein sehr hörenswerter, starker Genre-Beitrag allemal. Die Musik von AVIAN ist inspiriert von großartigen Bands wie VICIOUS RUMORS, METAL CHURCH, QUEENSRYCHE und ICED EARTH, im Grunde bewegt sich &#8220;Ashes And Madness&#8221; ziemlich präzise in der Schnittmenge eben jener Vorbilder. Das Album lebt von Yans druckvollem, tighten Riffing, Lances klaren, kraftvollen Vocals und einem exzellenten, weil perfekt zur Musik passenden Sound. Der treibende Opener und Titeltrack macht die Marschrichtung von Beginn an klar: ein gradliniger, schnörkelloser Power-Metal-Song mit hymnischen Chorus. &#8216;Into The Other Side&#8217; wagt sich auf etwas verspielteres Terrain vor und weckt Erinnerungen an Toby Knapps ONWARD. Ein weiteres Highlight ist die atmosphärisch dichte, mitreißende Midtempo-Nummer &#8216;Esoteric Lies&#8217;, die ebenfalls mit zwingender Hookline punktet. Mein persönlicher Favorit ist allerdings &#8216;Thundersoul&#8217; mit seinen KING DIAMOND-mäßigen Gesangsmelodien. Nicht unerwähnt bleiben sollte natürlich auch das spannende, weil vielschichtige und tatsächlich eine schlüssige Geschichte erzählende Epos &#8216;Time And Space Part II: Unlock The Mystery&#8217;, das, wie man unschwer erkennt, thematischen einen Song vom Debüt fortsetzt und erst knapp jenseits der 10-Minuten-Marke über die Ziellinie geht.</p>
<p>Kritische Punkte sind aus meiner Sicht, dass &#8220;Ashes And Madness&#8221; etwas mehr Abwechslung und Dynamik hätte vertragen können. Es zündet halt nicht jede Nummer gleich mächtig, und jede musikalische Wendung kommt mit vorheriger Ansage. Dadurch bleibt das Überraschungsmoment oftmals auf der Strecke. Die handwerkliche Klasse, die Authentizität und die echte Leidenschaft, mit der die Musik vorgetragen werden, gleichen dieses Defizit aber zumindest für meinen Geschmack wieder aus. US-Metal-Aficionados dürfen hier also ruhig zugreifen.</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.avianband.com" target="_blank">www.avianband.com</a></p>
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		<title>SHADOWKEEP – Progressive Power Metal in seiner sch&#246;nsten Form</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Feb 2009 10:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein zumindest für mich persönlich ziemlich aufregendes und intensives 2008 ist nun schon wieder eine ganze Weile vorbei, tausende &#8220;Die 20 besten Alben des Jahres&#8221;-Listen wurden in die Welt gesetzt und das Rad der Zeit dreht sich unaufhaltsam weiter. Ich möchte aber noch einmal zurück blicken und euch von meiner größten, positivsten musikalischen Überraschung des vergangenen Jahres erzählen. Dazu muss ich erstmal noch etwas weiter in die Vergangenheit zurück greifen. Vor neun Jahren fiel mir das exzellente Debüt einer britischen Progressive Power Metal-Formation namens SHADOWKEEP in die Hände. &#8220;Corruption Within&#8221; hieß das Teil und verband auf bemerkenswert reife Weise technischen Anspruch und Komplexität mit raffinierten Melodien und Gänsehaut-Feeling. Diese von THRESHOLD-Gitarrist Karl Groom hervorragend produzierte CD ist auch noch heute ein gern gesehener Gast in meinem Player. Trademark von SHADOWKEEP war und ist die überaus facettenreiche, spielfreudige und druckvolle Gitarrenarbeit von Bandleader Chris Allen und seiner Partnerin Nicki Robson. Außerordentlich beeindruckt hat mich von Anfang an auch die Leistung des damaligen Sänger Rogue M., der wie ein Hybrid aus dem jungen Geoff Tate (QUEENSRYCHE) und dem anbetungswürdigen Midnight (CRIMSON GLORY) klang. Songs wie den großartigen Opener &#8216;Dark Tower&#8217;, das mitreißende &#8216;Mark Of The Usurper&#8217; oder das mächtige &#8216;Inner Sanctum&#8217; sollte jeder Fan niveauvoller Power Metal-Klänge zumindest mal gehört, eigentlich auch seiner Sammlung einverleibt haben.</p>
<p>Der Nachfolger &#8220;A Chaos Theory&#8221; (2002) fiel dann im Vergleich zum Debüt etwas unentschlossen und unterkühlt aus. Zwar handelte es sich bei diesem Werk ebenfalls um ein sehr starkes Album, doch was die hymnischen Harmonien, kompositorischen Feinheiten und die große weiße Magie angeht, konnte &#8220;A Chaos Theory&#8221; nicht ganz mithalten. Allerdings hatte &#8220;Corruption Within&#8221; die Messlatte auch schwindelerregend hoch gelegt. Danach wurde es leider sehr still um SHADOWKEEP und ich muss gestehen, dass ich die Band schon längst in den ewigen Jagdgründen wähnte. Doch Chris und Nicki haben nicht aufgegeben, auch wenn ihnen nach der zweiten Platte das komplette Line-Up weggebrochen war, und sie quasi bei Null wieder anfangen mussten. In den vergangenen etwa zwei Jahren nahmen SHADOWKEEP nun langsam, aber sicher wieder Fahrt auf und präsentierten im November 2008 endlich ein neues Album mit dem Titel &#8220;The Hourglass Effect&#8221;. Dieses kaum noch zu erhoffen gewagte Lebenszeichen zeigt die Band zwar stilistisch leicht verändert, aber zum Glück wieder mit der Leidenschaft und Inspiration der frühen Tage. Charismatisch wie eh und je tönen die Gitarren, heutzutage etwas runder, wärmer und geschliffener im Klang. <img src="/wp-content/uploads/2009/02/shadowkeep1.jpg" alt="Shadowkeep: &quot;The Hourglass Effect&quot; (2008)" title="Shadowkeep: &quot;The Hourglass Effect&quot; (2008)" width="290" height="350" class="alignleft size-full wp-image-1671" />In die Progressive Metal-Schublade würde man die Band wohl auch heute noch packen, doch fühlt sich der Kenner und Feinschmecker beim Genuss von &#8220;The Hourglass Effect&#8221; vermutlich eher an melodischere, epischere Acts wie LETHAL oder HEIR APPARENT erinnert.</p>
<p>Die größte Veränderung ist wohl der Gesang von Richie Wicks, der über eine sehr gut ausgebildete, mittelhohe, klassische Metal-Stimme verfügt und für ein starkes Achtziger-Feeling der neuen Songs sorgt. Der Gute war in den Anfangstagen von dem, was heute SHADOWKEEP ist, schon einmal mit von der Partie. Damals nannte man sich noch SYRE und schrieb einige Songs, die in etwas veränderter Form den Weg auf &#8220;Corruption Within&#8221; fanden. Doch irgendwann ging man getrennter Wege und Richie war kurzzeitig mal Mitglied illustrer Bands wie TYGERS OF PAN TANG, mit denen er das &#8220;Noises From The Cathouse&#8221;-Album einspielte, und ANGEL WITCH. Nicht nur seine herausragende Vocal-Performance prägt &#8220;The Hourglass Effect&#8221;, sondern auch die leicht düstere Stimmung der Science Fiction-Story aus Mr. Wicks Feder, die den Lyrics zu Grunde liegt. Zusammen mit der bereits mehrfach gelobten, kreativ mitreißenden Gitarrenarbeit und der wieder gewonnenen Spannkraft im Songwriting entsteht daraus ein fantastisches Album, eine der besten Heavy-/Power Metal-Scheiben des Jahres 2008, die Genre-Aficionados kennen und haben müssen. Wer unbedingt Anspieltipps braucht, sollte es mal mit dem energischen &#8216;Incisor&#8217;, dem eingängigen &#8216;Riot On Earth&#8217; oder dem intensiven &#8216;As The Hourglass Falls&#8217; versuchen. Eigentlich macht es aber wenig Sinn, einzelne Songs aus diesem durchgehend tollen Album heraus zu heben.</p>
<p>&#8220;The Hourglass Effect&#8221; erscheint übrigens beim kultigen amerikanischen True-Metal-Underground-Label Melissa Records, das uns in den letzten Jahren so grandiose Platten bescherte wie &#8220;Monuments&#8221; von SEVENTH CALLING oder &#8220;Mindfire&#8221; von BEYOND FALLEN. Am besten, ihr besorgt euch diese nicht weniger empfehlenswerten Scheibchen gleich zusammen mit allen drei SHADOWKEEP-Alben – soweit das euer Geldbeutel zulässt natürlich.</p>
<p>Surftipps:<br />
<a href="http://www.shadowkeepmetal.net" target="_blank">www.shadowkeepmetal.net</a><br />
<a href="http://www.melissarecords.com" target="_blank">www.melissarecords.com</a></p>
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		<title>KREATOR – Still Thrashing After All These Years</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 19:48:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Januar 2009 war ein exzellenter Monat für Zeitgenossen, die sich zur harten Stromgitarren-Musik hingezogen fühlen. Anhänger des traditionellen Heavy Metal konnten sich über exzellente Alben der alten Helden von SAXON, der dänischen Krieger IRON FIRE und der amerikanischen Metal-Rocker BIBLE OF THE DEVIL freuen. Für Gestalten, die der Sage nach gerne rostige Nägel zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Januar 2009 war ein exzellenter Monat für Zeitgenossen, die sich zur harten Stromgitarren-Musik hingezogen fühlen. Anhänger des traditionellen Heavy Metal konnten sich über exzellente Alben der alten Helden von SAXON, der dänischen Krieger IRON FIRE und der amerikanischen Metal-Rocker BIBLE OF THE DEVIL freuen. Für Gestalten, die der Sage nach gerne rostige Nägel zum Frühstück verspeisen und mit mindestens drei Patronengurt ins Bett gehen – eine landläufig als Thrash- und Death-Metal-Maniacs bezeichnete Spezies – kam es sogar noch besser. Nicht nur die beiden grandiosen Schlachtplatten von NAPALM DEATH und CANNIBAL CORPSE sorgen zur Zeit für Ekstase, auch die deutsche Thrash-Institution KREATOR hat soeben ein grandioses neues Scheibchen auf die dürstende und darbende Menschheit abgefeuert, das nichts als verbrannte Erde hinterlässt.</p>
<p>Sage und schreibe 25 Jahre lang treibt die Essener Combo KREATOR um Sänger, Gitarrist und Mastermind Miland, genannt Mille, Petrozza nun schon ihr Unwesen in der Szene. Die Geschichte dieser Band ist sicherlich oft erzählt worden – die wüste Frühphase, der erste kreative Höhepunkt mit &#8220;Coma Of Souls&#8221;, die experimentellen, von vielen kritisierten Alben der Neunziger, dann die Wiedergeburt vor ein paar Jahren. Für mich persönlich waren die verschiedenen Perioden und stilistischen Entwicklungen immer ganz fest verknüpft mit der Person der Gitarristen. Die legendären ersten Alben &#8220;Endless Pain&#8221; (1985) und &#8220;Pleasure To Kill&#8221; (1986) – längst in den Stand anbetungswürdiger Reliquien des Thrash-Kults erhoben – trümmerte die Band noch als Trio ein. Damals schwang Mille allein die Axt, der Sound war zwar brutal, schnell und laut, für Feinheiten blieb allerdings nicht viel Raum. Diese hielten erst Einzug mit dem zweiten Gitarrist Jörg Trzebiatowski, genannt Tritze, der auf den herausragenden Platten &#8220;Terrible Certainty&#8221; (1987) und &#8220;Extreme Aggression&#8221; (1989) zu hören ist. <img src="/wp-content/uploads/2009/02/kreator_coma-of-souls1.jpg" alt="Kreator: &quot;Coma of Souls&quot; (1990)" title="Kreator: &quot;Coma of Souls&quot; (1990)" width="220" height="219" class="alignleft size-full wp-image-1656" />Ihm folgte Frank &#8220;Blackfire&#8221; Gosdzik, der von den Gelsenkirchener Nachbarn SODOM kam und für eine neue Eingängigkeit und Gradlinigkeit sorgte. Mit ihm entstand das beste, weil mit unwiderstehlichen Hits vollgepackte KREATOR-Album &#8220;Coma Of Souls&#8221; (1990). Wer begnadete Songs wie &#8216;When The Sun Burns Red&#8217;, &#8216;People Of The Lie&#8217; oder &#8216;Agents Of Brutality&#8217; nicht kennt, der hat definitiv was verpasst im Leben.</p>
<p>Von diesem Punkt an begannen KREATOR von der reinen Lehre des Thrash abzuweichen, was ihnen manch einer übel nahm, damals wohl aber dringend notwendig war, um nicht an der selbst auferlegten Limitation zu ersticken. Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass jene Öffnung in Richtung Industrial-Sounds und zumindest zaghaft auch Hardcore, die auf &#8220;Renewal&#8221; (1992) erkennbar wurde, dafür verantwortlich ist, dass es die Band heute noch gibt. Allen klanglichen Experimenten zum Trotz waren druckvolle Hymnen mit markanten Hooklines weiterhin das wertvollste KREATOR-Kapital. Drei Jahre dauerte es dann bis &#8220;Cause For Conflict&#8221; (1995) erschien. Offensichtlich war Mille die zum Teil erschreckend giftige Kritik von manchen alten Fans an &#8220;Renewal&#8221; nahe gegangen, denn &#8220;Cause For Conflict&#8221; war ein zwar heftiges, aber seltsam unentschlossenes Album, ein halbherziger Schritt zurück, den die Zusammenarbeit mit Gitarrist Gosdzik nicht überlebte. Ich nehme mal an, dass Mille sich im Nachhinein selbst über diesen lauen Kompromissversuch ärgerte, denn nun holte er sich mit dem großartigen Tommy Vetterli von den genialen Prog-Thrashern CORONER eine schillernde, ebenfalls experimentierfreudige Persönlichkeit an Bord, um konsequent den mit &#8220;Renewal&#8221; begonnenen Weg weiter zu gehen. Heraus kamen mit &#8220;Outcast&#8221; (1997) und &#8220;Endorama&#8221; (1999) zwei Alben, die die KREATOR-Anhängerschaft nun endgültig in zwei Lager spaltete, objektiv betrachtet allerdings zu den kreativsten und spannendsten Scheiben der Truppe gehört. Mitreißende Hits wie &#8216;Phobia&#8217; oder &#8216;Golden Age&#8217; höre ich bis heute immer wieder gerne, nicht zuletzt dank Vetterli.</p>
<p>Doch der Schweizer mit den goldenen Fingern packte auch bald wieder seine Koffer. Die Ankündigung seines Nachfolgers versetzte so manchen in Angst und Schrecken, denn der durchgeknallte Finne Sami Yli-Sirnio und seine Band WALTARI standen eigentlich für respekt- und grenzenlosen Metal-Crossover, der nicht mal vor Techno-Einflüssen halt machte. Umso größer war die Überraschung als das exzellente &#8220;Violent Revolution&#8221; (2001) und vor allem sein phänomenaler Nachfolger &#8220;Enemy Of God&#8221; (2005) auf kompositorisch brillante und erstaunlich frische, entschlossene Art und Weise zu den glorreichen Zeiten von &#8220;Extreme Aggression&#8221; und &#8220;Coma Of Souls&#8221; zurückkehrte. Vor allem die gnadenlos harte, präzise ins Schwarze treffende Scheibe &#8220;Enemy Of God&#8221; haute mich mit tödlichen Geschossen wie &#8216;Suicide Terrorist&#8217;, &#8216;Impossible Brutality&#8217; oder &#8216;One Evil Comes (A Million Follow)&#8217; völlig aus den Latschen.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/02/kreator_hordes-of-chaos1.jpg" alt="Kreator: &quot;Hordes of Chaos&quot; (2009)" title="Kreator: &quot;Hordes of Chaos&quot; (2009)" width="220" height="218" class="alignleft size-full wp-image-1659" />Je mehr Scheiben eine Band auf solchem Niveau abliefert, desto mehr teils furchtsame Fragen hat man an die folgende. Mit &#8220;Hordes Of Chaos&#8221; geben KREATOR prinzipiell die richtige Antwort in Form eines weiteren, stahlharten, mächtig brutalen Thrash-Gewitters, von dem sich Genre-Liebhaber mit höchstem Genuss die Birne abmontieren lassen werden. In Sachen roher, ungezügelter Energie und Durchschlagskraft haben die Jungs sogar noch ein paar Schaufeln drauf gelegt gegenüber den Vorgänger-Alben. Auf den ersten Blick also alles in bester Ordnung und die oberflächliche Betrachtung könnte hier schon zu Ende gehen. Schaut man aber etwas genauer hin, gibt es doch einige Veränderungen zu konstatieren, die Ästheten etwas schwer im Magen liegen könnten und dafür sorgen, dass &#8220;Hordes Of Chaos&#8221; für meine Begriffe doch nicht ganz an &#8220;Violent Revolution&#8221; und &#8220;Enemy Of God&#8221; heran kommt. Zum einen orientieren sich die teils recht simplen Kompositionen an noch früheren Zeiten der Band-Geschichte, Mille selbst brachte im Vorfeld mal das Schlagwort &#8220;Pleasure To Kill&#8221; ins Spiel. Verbunden wird dieses Back-To-The-Roots-Element mit Passagen, in denen auf einmal eher moderne Midtempo-Riffs auftauchen, die in seltenen Fällen auch schon mal den tugendhaften Pfad der Klarheit und Zielstrebigkeit verlassen. Man höre als Beispiel &#8216;Escalation&#8217;. Dazu haben sich KREATOR von Moses Schneider einen sehr erdigen, ungeschliffenen Sound zurecht zimmern lassen. Schließlich fällt eine gewisse Neigung in Richtung Punk in den Hooklines und einigen Text-Phrasen (&#8216;Destroy What Destroys You&#8217;, &#8216;Radical Resistance&#8217;) auf. <img src="/wp-content/uploads/2009/02/kreator1.jpg" alt="Kreator (2009)" title="Kreator (2009)" width="300" height="295" class="alignleft size-full wp-image-1660" />Das ist alles nicht falsch oder schlecht, nur gefallen mir halt KREATOR in der differenzierteren, subtiler tötenden Fassung besser. Die Highlights sind für mich der Titelsong, das bereits erwähnte &#8216;Radical Resistance&#8217;, das unheimlich intensive &#8216;Run Amok Run&#8217; und der mächtige Rausschmeißer  &#8216;Demon Prince&#8217;. Unterm Strich bekommt schließlich trotz der kleinen Nörgeleien auch &#8220;Hordes Of Chaos&#8221; von mir das Prädikat &#8220;Klasse-Scheibchen&#8221; verliehen.</p>
<p>Auch wenn ich halt &#8220;Enemy Of God&#8221; noch einen Tick besser fand, haben KREATOR also objektiv betrachtet eigentlich alles richtig gemacht. Es war wieder an die Zeit für einen weiteren Schritt in irgendeine Richtung, denn die Alternative wäre wohl Stagnation wenn auch auf höchstem Niveau gewesen. Ein infernalischer Wutbrocken wie dieser hier war da wohl die beste, weil von den meisten Fans akzeptierte Lösung. Wer sich die Lobeshymnen in der einschlägigen Presse in den letzten Tagen und Wochen sowie die Reaktionen der KREATOR-Anhänger in den Metal-Foren mal angeschaut hat, wird meine Aussage bestätigen können. Es sind halt Bands, die es wieder und wieder verstehen sich zu erneuern und ihren Sound aufzufrischen, die auch ein Vierteljahrhundert nach der Unterzeichnung des ersten Plattenvertrags immer noch in voller Blüte stehen. Gespannt darf man sein, ob es dann beim nächsten Anlauf wieder etwas musikalisch Unerwartetes von Mille und Konsorten zu hören gibt.</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.kreator-terrorzone.de" target="_blank">http://www.kreator-terrorzone.de</a></p>
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		<title>BIBLE OF THE DEVIL: &#8220;Freedom Metal&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2009/01/31/bible-of-the-devil-freedom-metal/</link>
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		<pubDate>Sat, 31 Jan 2009 16:47:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Jahr ist noch ziemlich jung, und schon habe ich guten Grund meine erste großartige musikalische Neuentdeckung 2009 zu feiern. Dabei wundere ich mich zumindest ein bisschen, dass ich BIBLE OF THE DEVIL aus Chicago bisher nie bewusst wahrgenommen habe. Denn die Platte, von der hier die Rede sein soll, &#8220;Freedom Metal&#8221; heißt sie, ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Jahr ist noch ziemlich jung, und schon habe ich guten Grund meine erste großartige musikalische Neuentdeckung 2009 zu feiern. Dabei wundere ich mich zumindest ein bisschen, dass ich BIBLE OF THE DEVIL aus Chicago bisher nie bewusst wahrgenommen habe. Denn die Platte, von der hier die Rede sein soll, &#8220;Freedom Metal&#8221; heißt sie, ist bereits das fünfte Studio-Album dieses fett rockenden Quartetts. Zumindest &#8220;The Diabolic Procession&#8221; hatte mir auffallen müssen, erschien diese Scheibe doch vor etwas mehr als zwei Jahren auch schon bei meiner derzeitgen Lieblings-Underground-Plattenfirma Cruz Del Sur Music. Sei&#8217;s drum. Bildungslücken kann man schließen. Was also macht diese Band so wertvoll? Wer einfach mal die Augen schließt und sich Bandnamen und Albumtitel auf der Zunge zergehen lässt, sollte bereits in etwa die Atmosphäre der Musik spüren. Auf &#8220;Freedom Metal&#8221; entsteht aus der Kollision von erdigem, erwachsenem Heavy Metal mit schnurrendem, groovendem Rock&#8217;n'Roll, heißem Wüstensand und unbändigem Freiheitsdrang ein ehrlicher, kraftvoller und melodisch ausgereifter Sound, der zum Abfeiern im Metal-Club genau exzellent geeignet ist wie zum Autofahren, Grillen oder Feierabendbiertrinken.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/01/bible-of-the-devil1.jpg" alt="Bible of the Devil: &quot;Freedom Metal&quot; (2009)" title="Bible of the Devil: &quot;Freedom Metal&quot; (2009)" width="230" height="230" class="alignleft size-full wp-image-1615" />Auch wenn die stilistischen Zutaten auf den ersten Blick ziemlich retro anmuten, klingt die Musik alles andere als altbacken. Vielmehr entsteht hier ein zeitloses, souverän rockendes und sogar richtig eigenständiges Gebräu, das sich wohltuend von all dem albernen, spätpubertären Zeug abhebt, dem man in der Grauzone zwischen Metal und Rock&#8217;n'Roll sonst so begegnet. Kenner werden vielleicht etwas damit anfangen können, wenn ich sage, dass ich beim Genuss dieser Platte immer ein Bild vor Augen habe, in dem eine Horde Biker Songs von HAMMERS OF MISFORTUNE covern. Die etwas detailliertere Beschreibung könnte in etwa so gehen: Man nehme ein solides, massives Fundament aus der New Wave of British Heavy Metal und irgendwas zwischen kultivierteren MOTÖRHEAD und BLUE CHEER. Hinzu füge man jede Menge herrliche, total an die besten Zeiten von THIN LIZZY erinnernde Gitarren-Leads und eine ordentliche Kelle voll Stoner Rock-Groove der Marke SPIRITUAL BEGGARS. Die Genialität und Tiefenwirkung dieser edlen Mixtur kann man auf &#8220;Freedom Metal&#8221; nachhören.</p>
<p>Dabei entstehen zum Beispiel grandiose, mitreißende, ja geradezu aufputschende Rock&#8217;n'Metal-Hymnen wie &#8216;Hijack The Night&#8217; oder zwischen druckvoll und energisch in der Strophe und elegant und feinmelodisch im Refrain pendelnde Riff-Monumente wie &#8216;Night Oath&#8217;. Ganz vorzüglich mundet auch das raffinierte, mit atemberaubenden Leads verzierte &#8216;The Turning Stone&#8217;, das mit seinem überirdisch geilen Chorus voll ins Schwarze trifft. &#8216;Womanizer&#8217; zeigt die deutlichsten Anleihen an sonore Stoner Rock-Brigaden und die unsterblichen MONSTER MAGNET. Der akustische Beginn von &#8216;Heat Heeler&#8217; klingt, als habe eine Südstaaten-Combo sich mal näher mit den BEATLES befasst. &#8216;Ol&#8217; Girl&#8217; verströmt Siebziger-Feeling und riecht ein wenig nach härtetechnisch aufgebretzelten, modernisierten NAZARETH. Der treibende, etwas angedüsterte Heavy-Rocker &#8216;Greek Fire&#8217; kommt nicht ganz so inspiriert rüber wie seine Nachbarsongs. Dafür gelingt der Abschluss von &#8220;Freedom Metal&#8221; mit der harmonischen, etwas schrullig-bekifft rüberkommenden Nummer &#8217;500 More&#8217; vorzüglich.</p>
<p>BIBLE OF THE DEVIL haben also mit &#8220;Freedom Metal&#8221; ein exzellentes Album am Start, dass mein heißer Tipp für den Monat Januar ist. Hier rocken gestandene Männer, die das Leben in all seinen Höhen und Tiefen kennen gelernt haben, und unheimlich viel Ausdruck und Kraft in ihre Musik zu legen verstehen. Anbiederungen an den Massengeschmack haben BIBLE OF THE DEVIL nicht nötig, sie haben ihre eigene musikalische Sprache gefunden und sollten Fans von eigenwilligem, trendfreiem Metal mit Spielwitz und Niveau ohne Abstriche begeistern können.</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.bibleofthedevil.com" target=_blank">www.bibleofthedevil.com</a></p>
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		<title>CANNIBAL CORPSE: &#8220;Evisceration Plague&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Jan 2009 10:24:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[CANNIBAL CORPSE waren immer eine Band der Extreme. Seit dem legendären Debüt-Album &#8220;Eaten Back To Life&#8221; steht dieser liebliche Name für ultrabrutales Gebolze auf höchstem Niveau mit viehischem Geröchel und madenzerfressener Splatter-Thematik. Ganz nebenbei gehört die Truppe um die verbliebenen Gründungsmitglieder Alex Webster und Paul Mazurkiewicz zu den kommerziell erfolgreichsten Death-Metal-Bands aller Zeiten. Nachdem CANNIBAL [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>CANNIBAL CORPSE waren immer eine Band der Extreme. Seit dem legendären Debüt-Album &#8220;Eaten Back To Life&#8221; steht dieser liebliche Name für ultrabrutales Gebolze auf höchstem Niveau mit viehischem Geröchel und madenzerfressener Splatter-Thematik. Ganz nebenbei gehört die Truppe um die verbliebenen Gründungsmitglieder Alex Webster und Paul Mazurkiewicz zu den kommerziell erfolgreichsten Death-Metal-Bands aller Zeiten. <img src="/wp-content/uploads/2009/01/cannibal-corpse1.jpg" alt="Cannibal Corpse: &quot;Evisceration Plague&quot; (2009)" title="Cannibal Corpse: &quot;Evisceration Plague&quot; (2009)" width="225" height="220" class="alignleft size-full wp-image-1570" />Nachdem CANNIBAL CORPSE um die Jahrtausendwende auf Alben wie &#8220;Gallery Of Suicide&#8221; oder &#8220;Gore Obsessed&#8221; einige Abnutzungserscheinungen zu zeigen schienen, fand die Truppe zuletzt auf &#8220;The Wretched Spawn&#8221; und vor allem &#8220;Kill&#8221;, das die Rückkehr des göttlichen Rob Barrett an der Gitarre markierte, zu alter Stärke und Intensität zurück. &#8220;Evisceration Plague&#8221; haut nun in dieselbe Kerbe wie sein Vorgänger. Welch ein entzückendes Massaker, meine Herren!  Messerscharfe Gitarren drücken dich erst in den Sessel und zersägen dir dann genüsslich den Schädel, während sich die Rhythmusgruppe mit traumhafter Sicherheit zwischen atemberaubenden Blast-Attacken und fetten Monster-Grooves hin und her bewegt. Das ist eben das Tolle an den allermeisten CANNIBAL CORPSE-Platten: Hier wird nicht nur möglichst wild drauf los geknüppelt, sondern mit Sinn und Verstand gerädert, ausgeweidet und gevierteilt. Der Corpsegrinder klingt dabei immer noch so, als würde er zum Frühstück jeden Morgen kleine Kinder mit rostigen Nägeln verspeisen. Geformt und strukturiert wird dieses Inferno durch tödlich präzise Breaks – kurze, geschickt platzierte, drohend grollende Ruhepausen, die das folgende Gemetzel nur noch apokalyptischer wirken lassen. Gnadenlos an die Wand nagelnde Killer-Tracks wie &#8216;Scalding Hail&#8217; oder &#8216;Evidence In The Furnace&#8217; trennen die wahren Todesblei-Zombies von den Schwiegermutter-Recht-Gebern im Wolfspelz. Aaaaarrrgghhhhh!!!!!</p>
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		<title>Schaufeln SEPULTURA weiter an ihrem eigenem Grab?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jan 2009 19:49:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[SEPULTURA – welcher Fan harter Musik horcht bei diesem Namen nicht auf? Und was für eine bewegte Geschichte diese Band hinter sich hat! Mitte der Achtziger trat die brasilianische Truppe zum ersten Mal weltweit in Erscheinung und stieß zunächst auf zwiespältige Reaktionen: Während die Mainstream-Presse das rumpelig-räudige Geknüppel auf Platten wie &#8220;Bestial Devastation&#8221; – zuerst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SEPULTURA – welcher Fan harter Musik horcht bei diesem Namen nicht auf? Und was für eine bewegte Geschichte diese Band hinter sich hat! Mitte der Achtziger trat die brasilianische Truppe zum ersten Mal weltweit in Erscheinung und stieß zunächst auf zwiespältige Reaktionen: Während die Mainstream-Presse das rumpelig-räudige Geknüppel auf Platten wie &#8220;Bestial Devastation&#8221; – zuerst veröffentlicht 1985 als Split-LP mit den Landsleuten von OVERDOSE – und &#8220;Morbid Visions&#8221; (1986) als dilettantischen Lärm abkanzelte, feierte der Black-/Thrash-Metal-Underground diese rabenschwarzen Scheibletten nach allen Regeln der Kunst ab. Tatsächlich konnten die Frische und der Enthusiasmus, mit denen die Cavalera-Brüder Max (Gebrüll und Gitarre) und Igor (Schlagzeug, zu dieser Zeit noch mit den eklatantesten Timing-Schwankungen seit Abbadon von VENOM) sowie Paulo Pinto Junior (Bass) und Jairo Guedz (Gitarre) zu Werke gingen, kaum die musikalischen Defizite verdecken. Das verhinderte aber nicht, dass Songs wie &#8216;Necromancer&#8217;, &#8216;Troops Of Doom&#8217; oder &#8216;Empire Of The Damned&#8217; schnell Kultstatus erlangt hatten. SEPULTURA ließen sich bald nur noch mit sehr viel bösem Willen marginalisieren. Als 1987 &#8216;Schizophrenia&#8217; erschien, mussten auch die größten Kritiker der Band eine Weiterentwicklung bescheinigen. Kompromissloser, derber Speed-/Thrash-Metal prasselte da auch die Gemeinde nieder, für so manchen immer noch zu eindimensional, doch spieltechnisch sattelfest und kompositorisch durchaus auf der Höhe. Signifikanten Anteil daran hatte mit Sicherheit auch die Hinzunahme von Andreas Kisser als Lead-Gitarrist, der Jairo ersetzte.</p>
<p>Doch was dann kam, hatte bei allem Potential, das man der Band zuschrieb, niemand erwartet. &#8220;Beneath The Remains&#8221; (1989) war eine Sensation, ein begnadetes Album, von vielen zu den besten Thrash-Alben aller Zeiten gezählt. SEPULTURA hatten alles Hölzerne, Einfältige und Monotone abgelegt und feuerten neun perfekt arrangierte, zielgenau Nackenwirbel zerlegende Song-Granaten ab, die den Nerv der Fans zu jener Zeit hundertprozentig trafen. <img src="/wp-content/uploads/2009/01/sepultura-beneath-the-remains1.jpg" alt="Sepultura: Beneath the Remains (1989)" title="Sepultura: Beneath the Remains (1989)" width="300" height="295" class="alignleft size-full wp-image-1554" />Nummern wie &#8216;Inner self&#8217;, &#8216;Mass Hypnosis&#8217; oder &#8216;Slaves Of Pain&#8217; zählen zu den ultimativen Genre-Klassikern und können es locker mit den besten Momenten von Thrash-Göttern wie EXODUS, TESTAMENT und DARK ANGEL aufnehmen. Mit diesem Meisterwerk katapultierten sich SEPULTURA an die Spitze einer Szene, die am Anfang der ersten großen Death Metal-Welle stand. Mit dem kongenialen Nachfolger &#8220;Arise&#8221; (1991) konnten sie ihren Status weiter ausbauen. Für meinen Geschmack ist &#8220;Arise&#8221; sogar noch einen Tick besser als &#8220;Beneath The Remains&#8221;, weil die Songs noch ein kleines bisschen unwiderstehlicher im Ohr bleiben und die fantastische Produktion aus dem Morrisound-Studio (damals DER Tempel  für extremen Metal) einen einfach nur umbläst. Der Einstieg in &#8220;Arise&#8221; mit dem Titelsong, &#8216;Dead Embryonic Cells&#8217;, und &#8216;Desperate Cry&#8217; gehört für mich zu den größten Momenten der Metal-Geschichte. Wer sich diese Platte ins Haus holen möchte, sollte auf die Remastered Version von 1997 zurückgreifen, da sie das mächtig coole MOTÖRHEAD-Cover &#8216;Orgasmatron&#8217; enthält, das ursprünglich nur Bonus-Track für Japan und Brasilien war.</p>
<p>Nun, jede Medaille hat zwei Seiten, sogar die schönste. Was tut eine Band, die ihren Stil über Jahre hinweg perfektioniert hat und eigentlich am Ziel aller Träume angekommen ist? Konsequenterweise müsste sie sich eigentlich auflösen. Schaut man sich die Realität an, gibt es von diesem Punkt in der Karriere aus zwei Möglichkeiten. Entweder man kopiert sich auf Teufel komm raus selbst und richtet sich damit systematisch zu Grunde. Oder man sucht nach neuen Ufern, neuen musikalischen Visionen. Damit verprellt man dann zwar viele der alten Fans, aber das eigene Dasein bleibt aufregend und befriedigend. SEPULTURA entschieden sich für den zweiten Weg und verarbeiteten auf &#8220;Chaos A.D.&#8221; (1993) erstmals Hardcore- und Groove Metal-Einflüsse und vor allem Tribal-Klänge ihrer Heimat. Das funktionierte hier eigentlich auch total gut, weil das solide Thrash-Fundament erhalten blieb und die neuen Elemente mit Sorgfalt und Feingefühl eingebaut wurden. Somit befinden sich auf &#8220;Chaos A.D.&#8221; noch unverzichtbare Standards wie &#8216;Refuse/Resist&#8217;, &#8216;Territory&#8217; oder &#8216;Manifest&#8217;. Mit dem Nachfolger &#8220;Roots&#8221; (1996) kam dann aber der Bruch, denn nun trieben SEPULTURA das Spiel einen Schritt zu weit. Die Songs auf diesem Album kamen überwiegend unerträglich sperrig und matschig aus dem Boxen. Klare, eingängige Strukturen wichen über weite Strecken experimentellem, abgehackt wirkendem, damals aber gerade modern gewordenem Gedröhne. Zu allem Überfluss lud man auch noch Jonathan Davis von den unsäglichen KORN und DJ Lethal von der  ultraprolligen Clown-Brigade LIMP BIZKIT als Gast-Sänger ein. Damit war der Bogen für viele überspannt. Schließlich zerbrach das klassische SEPULTURA-Line-Up an der unträglichen Spannung, die an der Band seit &#8220;Roots&#8221; zerrte. Ende vom Lied war der Ausstieg des charismatischen Frontmanns Max Cavalera, der sich entschied seine künstlerischen Visionen mit der Band SOULFLY weiterzuverfolgen. Kaum einer wagte es danach, noch einen Pfifferling auf SEPULTURA zu setzen.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/01/sepultura-band1.jpg" alt="Sepultura" title="Sepultura" width="320" height="210" class="alignleft size-full wp-image-1557" />Doch Igor, Andreas und Paulo dachten gar nicht daran, die Flinte ins KORN (&#8230;) zu werfen. Sie verpflichteten einen neuen Sänger namens Derrick Greene, der wie ein klassischer Hardcore-Shouter klang, und wagten mit &#8220;Against&#8221; (1998) einen Neuanfang, der die Richtung für die kommenden Jahre vorgeben sollte. Fortan regierte eine Mischung aus Hardcore, Groove und Nu Metal angereichert mit diversen Selbstzitaten aus allen früheren Phasen. Tatsächlich kann man die &#8220;neuen&#8221; SEPULTURA durchaus als eine der ersten Metalcore-Bands bezeichnen. So gesehen muss man diesem Line-Up sogar eine gewisse Vorreiterrolle zugestehen, ob man mit &#8220;Against&#8221; und seinen Nachfolgern nun was anfangen kann oder nicht. Ich selbst habe nie wirklich den Zugang gefunden zu den Scheiben mit Derrick Greene, was weniger an diesem hünenhaften Aggressionsbolzen selbst lag, sondern vor allem am (nicht vorhandenen!) Songwriting. Das Album &#8220;Nation&#8221; (2001) war für mich persönlich der absolute Tiefpunkt, so unmotiviert und ziellos wurde da durch die Botanik gedröhnt, dass einen das kalte Grausen packte. Dagegen war das Doppel-Live-Album &#8220;Under A Pale Grey Sky&#8221; (2002) eine echte Erleichterung. Aber es enthielt auch keine aktuellen Aufnahmen, sondern den letzten Gig mit Max Cavalera im Dezember 1996 in London. &#8220;Roorback&#8221; (2003) habe ich mir dann gar nicht mehr angehört. Eher zufällig stolperte ich vor zweieinhalb Jahren über &#8220;Dante XXI&#8221;, ein Konzeptalbum über die Divina Comedia von Dante Alighieri aus dem frühen 14. Jahrhundert. SEPULTURA präsentierten sich darauf wieder erfreulich kraftvoll und entschlossen, der Weg schien weg zu führen vom Dicke-Hose-Geschrammel und wieder hin zu vernünftigen Riffs, griffigeren Songs und fast ein bisschen &#8220;Chaos A.D.&#8221;-Flair. Sollten sich die Jungs tatsächlich noch mal wieder berappeln?</p>
<p>Seit einigen Tagen dreht es sich in meinem Player, das Album, das diese Frage beantworten soll, beantworten muss. Dies ist nun also die erste SEPULTURA-Scheibe ohne einen Cavalera; Drummer Igor ist nämlich inzwischen durch einen gewissen Jean Dollabella ersetzt worden. Der neue Silberling hört auf den Namen &#8220;A-lex&#8221; (SPV / Steamhammer) und ist gelinde gesagt eine ziemlich seltsame Platte. <img src="/wp-content/uploads/2009/01/sepultura-a-lex11.jpg" alt="Sepultura: A-lex" title="Sepultura: A-lex" width="300" height="277" class="alignleft size-full wp-image-1556" />Wenn ich es freundlich formuliere, könnte ich von experimentell reden. Mangelnde musikalische Orientierung und fragmentarisches Songwriting sagt der kritische Geist dazu. Altes Leid, neues Leid in Sachen SEPULTURA also. Nach der Divina Comedia haben sich die Herren dieses Mal von Anthony Burgess&#8217; düsterem Meisterwerk &#8220;A Clockwork Orange&#8221; inspirieren lassen. Denn der Albumtitel ist nicht nur der russische Ausdruck für &#8220;gesetzlos&#8221;, sondern auch der Vorname des Protagonisten in diesem Roman. Raffiniert, gell!? Von der Grundstimmung der Platte her passt das Ganze schon: düster, schwer, bedrohlich und immer dem Wahnsinn ins Auge blickend. Gleich zu Beginn klatscht einen die geile ThrashCore-Granate &#8216;Moloko Mesto&#8217; an die Wand. &#8220;Arise&#8221; fickt SLAYER und AGNOSTIC FRONT. Noch besser wird es dann bei &#8216;Filthy Rot&#8217;, eine schleppende, fies drückende Nummer mit herrlich schrägem Chorus. Wer sich jetzt schon ein zweites Loch in den Popo freut, ist leider etwas früh dran, denn es folgt ziemlich viel zähflüssges Neo-Groove-Dröhn-Zeug, das ins eine Ohr rein geht und aus dem anderen wieder raus, nachdem es während seiner Verweildauer im Hirn nur Achselzucken ausgelöst hat.</p>
<p>Wenn dann in &#8216;Ludwig Van&#8217; passend zur literarischen Vorlage Beethoven verwurstet wird, kommt einem das fast schon wie eine Persiflage vor. Aus diesem Meer aus Mittelmaß ragen einige glückliche Inseln hervor wie das intensive, atmosphärisch dichte &#8216;Metamorphosis&#8217;, das sich langsam und mächtig aufbauende &#8216;Sadistic Values&#8217; (&#8220;Chaos A.D.&#8221; meets NEUROSIS) oder der erholsam geradlinigen Thrasher &#8216;Paradox&#8217;. Doch wirklich begeistern kann mich &#8220;A-lex&#8221; nicht – einfach zu viel Leerlauf. Schade, da hatte ich mir doch mehr erhofft ehrlich gesagt. Leider wurde diesmal einfach wieder schludrig komponiert. Mir will es wirklich nicht in den Kopf hinein, dass es heutzutage schick sein soll, keine &#8220;richtigen&#8221; Songs mehr zu schreiben, sondern vor allem schlichte Geräusche Stimmungen erzeugen zu lassen. Wenn dann im Info auch noch freimütig bekannt wird, dass die Scheibe in Rekordzeit entstand und im Prinzip die Aufnahme von Studio-Jams aus einer Periode von drei Monaten darstellt, werde ich langsam etwas ärgerlich. Was soll&#8217;s, das Leben ist eben kein Wunschkonzert. SEPULTURA werden auch weiterhin ein dankbares Publikum finden. Nur ich werde wohl so bald nicht wieder dazu gehören.</p>
<p>Homepage: <a href="http://sepultura.uol.com.br/v6/">http://sepultura.uol.com.br/v6/</a></p>
<p>SEPULTURA auf Tour im deutschsprachigen Raum:</p>
<p>10.02.09	Graz, Orpheum<br />
14.02.09	Leipzig, Hellraiser<br />
15.02.09	München, Backstage<br />
20.02.09	Innsbruck, Hafen<br />
21.02.09	Salzburg, Rockhouse<br />
22.02.09	Wien, Gasometer<br />
24.02.09	Pratteln, Z7<br />
25.02.09	Essen, Turock</p>
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		<title>SAXON &#8211; Quietschfidele Metal-Rentner von der Insel</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jan 2009 23:27:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt nur ganz wenige Bands, die von sich behaupten können, schon drei Jahrzehnte lang in der Metal-Szene eine tragende Rolle zu spielen. An einer Hand abzählen aber kann man die Bands, die in dieser ganzen Zeit nicht ein einziges schwaches Album abgeliefert haben. Zu dieser seltenen Dinosaurier-Spezies zählt die britische Formation SAXON, die 1977 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt nur ganz wenige Bands, die von sich behaupten können, schon drei Jahrzehnte lang in der Metal-Szene eine tragende Rolle zu spielen. An einer Hand abzählen aber kann man die Bands, die in dieser ganzen Zeit nicht ein einziges schwaches Album abgeliefert haben. Zu dieser seltenen Dinosaurier-Spezies zählt die britische Formation SAXON, die 1977 in Barnsley, Yorkshire, das schäbige Neon-Licht der Welt erblickte. Die Truppe um den unkaputtbaren Frontmann Biff Byford war nicht nur einer der Vorreiter der New Wave Of British Heavy Metal, sondern auch Inspirationsquelle für den legendären Rock-Comedy-Film &#8220;This is Spinal Tap&#8221; (1984). Heavy-Metal-Fans vor allem in Großbritannien und Deutschland zählen Scheiben wie &#8220;Wheels Of Steel&#8221; (1980), <img src="/wp-content/uploads/2009/01/saxon-band1.jpg" alt="Saxon" title="Saxon" width="300" height="200" class="alignleft size-full wp-image-1537" />&#8220;Strong Arm Of The Law&#8221; (1980), &#8220;Denim And Leather&#8221; (1981) und &#8220;Power &#038; The Glory&#8221; (1983) zu den ganz großen Klassikern der frühen Achtziger. So mancher kriegt noch heute feuchte Augen, wenn unsterbliche Songs wie &#8216;Motorcycle Man&#8217;, &#8217;747 (Strangers In The Night)&#8217;, &#8216;Heavy Metal Thunder&#8217;, &#8216;Dallas 1 p.m.&#8217;, &#8216;Princess Of The Night&#8217;, &#8216;Midnight Rider&#8217; oder &#8216;The Eagle Has Landed&#8217; ertönen.</p>
<p>In den Jahren nach diesen ersten großen Erfolgen ging es kommerziell immer mal rauf und wieder runter für SAXON. Vor allem der ärgerliche und mit ziemlich harten Bandagen geführte Namensstreit mit den ausgestiegenen Mitgliedern Graham Oliver und Steve Dawson, die sich den Namen SAXON ohne Wissen von Biff Byford hatten rechtlich schützen lassen, lag einige Zeit wie ein Schatten über der Band. All das hielt Biff und seine wechselnden Mannschaften (Gitarrist Paul Quinn ist das zweite verbliebene Gründungsmitglied) allerdings nicht davon ab, bis zum heutigen Tage in regelmäßigen Abständen gute bis exzellente Alben zu veröffentlichen, zuletzt solche Großartigkeiten wie &#8220;Killing Ground&#8221; (2001), &#8220;Lionheart&#8221; (2004) und &#8220;The Inner Sanctum&#8221; (2007). Bewunderswert war dabei besonders, dass SAXON zumindest musikalisch nicht zu altern schienen und immer wieder eine unglaubliche Frische und Durchschlagskraft an den Tag legten. Hinzu kommt, dass SAXON dieses grandiose Händchen für ganz große Heavy-Metal-Epen niemals abhanden gekommen ist.</p>
<p>Zum Einstieg in das metallische Jahr 2009 steht nun ein weiteres SAXON-Studioalbum namens &#8220;Into The Labyrinth&#8221; (SPV / Steamhammer) vor der Tür, inzwischen sind die Jungs bei Nummer 18 angelangt. Anhänger der traditionellen Metal-Schule werden mit Freude vernehmen, dass unsere kampferprobten Helden keinen Millimeter zurück gewichen sind und ein lebendiges, abwechslungsreiches, melodisch sehr ausgereiftes Werk am Start haben. Die Scheibe beginnt mit einer herrlich pathetischen Mega-Hymne mit dem programmatischen Titel &#8216;Battalions Of Steel&#8217;. Einziger kleiner Schönheitsfehler ist hier, dass der eigentlich schön klare und epische Chorus beim Abmischen etwas zu viel Zuckerwatte abbekommen hat. Mit &#8216;Live To Rock&#8217; (gab es im Herbst 2008 bereits als Download-Single) folgt ein einschmeichelnd schnurrender, eingängiger Heavy-Rocker, der genau so auch aus der Feder der Schweizer Generationsgenossen KROKUS stammen könnte. <img src="/wp-content/uploads/2009/01/saxon-into-the-labyrinth1.jpg" alt="Saxon: Into the Labyrinth (2009)" title="Saxon: Into the Labyrinth (2009)" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-1538" />Das ist eben typisch SAXON: diese Mischung aus ordentlich im Gebälk krachenden Metal-Nummern und im Vergleich dazu eher entspannten Hard-Rock-Tunes. Und siehe da: Mit &#8216;Demons Sweeney Todd&#8217; gibt&#8217;s gleich wieder eine schnörkellose Breitseite mit Killer-Riffs, der unwiderstehlichen Biff-Sirene und traumhaften Melodien.</p>
<p>Damit haben wir schon jetzt die drei klassischen Arten von SAXON-Liedern gehört: erstens die Power-Hymne, zweitens der Riff-Rocker und drittens das Metal-Brett. &#8216;Valley Of The Kings&#8217; gehört in die erste Kategorie, &#8216;Slow Lane Blues&#8217; und &#8216;Come Rock Of Ages&#8217; passen in die zweite, &#8216;Hellcat&#8217; repräsentiert die dritte. Die stampfenden Groover &#8216;Crime Of Passion&#8217; (wundervoller Chorus!) und &#8216;Protect Yourselves&#8217; liegen irgendwo zwischen zwei und drei. &#8216;Voices&#8217; beeindruckt mich am wenigsten auf diesem Longplayer, der Track geht wohl als Halbballade durch. Als Leckerbissen für die treuen Fans gibt es am Ende noch eine Slide-Guitar-Blues-Version von &#8216;Coming Home&#8217;, das im Edelstahl-Outfit bereits auf &#8220;Killing Ground&#8221; zu bewundern war. Am wichtigsten ist aber, dass die gewohnte SAXON-Qualität in Sachen Songwriting und Umsetzung auch auf dieser Platte zu jeder Sekunde erreicht wird. Darum kann man nur allen, die mit dieser Art von Musik etwas anfangen können, dringend raten, &#8220;Into The Labyrinth&#8221; käuflich zu erwerben. Die limitierte Ausgabe enthält eine Bonus-DVD mit einem &#8220;Parzival&#8221;-Film, in dem Biff als König Arthur mitspielt, eine Tour-Dokumentation, dem Video zu &#8216;Live To Rock&#8217; und einem Interview mit Mr. Byford (Audio). Wer sich bisher noch nicht mit dieser Band beschäftigt hatte, sollte diese Lücke möglichst bald schließen. SAXON gehören definitiv zu den drei wertvollsten und einflussreichsten Metal-Bands von der britischen Insel und müssen sich keineswegs hinter den anderen beiden, IRON MAIDEN und JUDAS PRIEST, verstecken.</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.saxon747.com">http://www.saxon747.com</a></p>
<p>SAXON auf Tour mit ICED EARTH:</p>
<p>01.02.09	Paris (F), Bataclan<br />
02.02.09	Brüssel (B), AB<br />
03.02.09	Tilburg (NL), 013<br />
04.02.09	Köln (D), Essigfabrik<br />
06.02.09	Luxembourg (LUX), Den Atelier<br />
07.02.09	Herford (D), X<br />
08.02.09	Hamburg (D), Docks<br />
10.02.09	Oslo (N), Rockefeller<br />
11.02.09	Stockholm (S), Annex<br />
12.02.09	Copenhagen (DK), Pumpehuset<br />
13.02.09	Berlin (D), Huxleys<br />
15.02.09	Warschau (PL), Spodac<br />
16.02.09	Zlin (CZ), t.b.a.<br />
17.02.09	Wien (A), Gasometer<br />
19.02.09	Budapest (H), Petofi Hall<br />
20.02.09	Ljubljana (SK), Mediapark<br />
21.02.09	Zagreb (KRO), Boogaloo<br />
22.02.09	Mailand (I), Rolling Stone<br />
24.02.09	Zürich (CH), Volkshaus<br />
25.02.09	Straßburg (F), La Laiterie<br />
27.02.09	Bilbao (E), Rockstar Live<br />
28.02.09	Madrid (E), La Riviera<br />
01.03.09	Barcelona (E), Razzmatazz</p>
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		<title>TANKARD &#8211; 25 Years In Beers</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jan 2009 07:11:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martins Metal Madness]]></category>
		<category><![CDATA[pleasing sounds]]></category>
		<category><![CDATA[tankard]]></category>
		<category><![CDATA[thrash metal]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir schreiben das Jahr 1987, eine beschauliche Kleinstadt im Nordwesten der Republik. Ich, 13 Jahre alt, bin vor nicht allzu langer Zeit mit Haut und Haaren dem Heavy Metal verfallen, nachdem mich zunächst WHITESNAKE, DEEP PURPLE und BON JOVI auf den Geschmack gebracht hatten. Inzwischen heißen meine Lieblingsalben &#8220;The Dark&#8221; (METAL CHURCH), &#8220;Master Of Puppets&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir schreiben das Jahr 1987, eine beschauliche Kleinstadt im Nordwesten der Republik. Ich, 13 Jahre alt, bin vor nicht allzu langer Zeit mit Haut und Haaren dem Heavy Metal verfallen, nachdem mich zunächst WHITESNAKE, DEEP PURPLE und BON JOVI auf den Geschmack gebracht hatten. Inzwischen heißen meine Lieblingsalben &#8220;The Dark&#8221; (METAL CHURCH), &#8220;Master Of Puppets&#8221; (METALLICA), &#8220;Keeper Of The Seven Keys Part I&#8221; (HELLOWEEN) und &#8220;Hall Of The Mountain King&#8221; (SAVATAGE). So hänge ich ganz lässig auf der Geburtstagsparty eines Kumpels ab, als der plötzlich mit einem Arm voll Schallplatten aus dem Zimmer seines älteren Bruders kommt, den ich sehr bewundere, weil er die Haare bis zum Arsch trägt und in einer lokalen Thrash-Band Gitarre spielt. Und nun geht es Schlag auf Schlag, mit runtergeklappter Kinnlade lausche ich &#8220;Persecution Mania&#8221; (SODOM) – &#8216;Bombenhagel&#8217; kann ich schon beim zweiten Mal mitbrüllen &#8211; , &#8220;Terrible Certainty&#8221; (KREATOR), &#8220;Eternal Devastation&#8221; (DESTRUCTION) und eben auch &#8220;Chemical Invasion&#8221; der feucht-fröhlichen Frankfurter Knüppel-Combo TANKARD. Ich beende diesen denkwürdigen Tag mit der Erkenntnis, dass man verdammt brutal und schnell spielen kann ohne im Chaos zu versinken und dass es klar erkennbare Unterschiede zwischen solchem und solchem Geballer gibt. Dem lernbegierigen Knaben war schnell klar: KREATOR sind die Zornigen, Kritischen, DESTRUCTION die Bösen, Düsteren, SODOM die Schrägen, Prolligen und TANKARD sind die Lustigen, Besoffenen. Zusammen bilden diese vier so etwas wie die Elitetruppe der einheimischen Thrash-Bewegung.</p>
<p>Ohne mir richtig erklären zu können warum, freundete ich mich zu allererst näher mit TANKARD an. Deren Musik war zwar nicht besonders anspruchsvoll, aber herrlich eingängig und irgendwie einfältig sympathisch. Ziemlich bald ließ ich mir &#8220;Chemical Invasion&#8221; auf Kassette überspielen und bangte nun in meinem Zimmer zu Gassenhauern wie &#8216;Total Addiction&#8217; und &#8216;Don&#8217;t Panic&#8217; oder zum GANG GREEN-Cover &#8216;Alcohol&#8217; – sehr zum Verdruss meiner eh schon leidgeprüften Eltern. Die waren ernsthaft besorgt darüber, dass sich die Biervernichtungsmaschinen um Frontsau Andreas &#8220;Gerre&#8221; Geremia zu treuen Weggefährten ihres Sprösslings entwickelten. <img src="/wp-content/uploads/2009/01/tankard-morning-after1.jpg" alt="Tankard - The Morning After" title="Tankard - The Morning After" width="301" height="301" class="alignleft size-full wp-image-1474" />Natürlich musste das im folgenden Jahr erscheinende dritte Album &#8220;The Morning After&#8221; sofort gekauft werden. Wahrscheinlich liegt es einzig und allein an diesen Umständen, dass &#8220;The Morning After&#8221; für mich noch immer die TANKARD-Platte schlechthin ist. Songs wie &#8216;Desperation&#8217;, &#8216;Shit-Faced&#8217; oder &#8216;Help Yourself&#8217; gehören einfach zu meiner persönlichen Metal-Historie fest dazu. Meine damalige Leidenschaft zu dieser Band ging sogar so weit, dass ich mir 1989 das Debüt der selbsternannten NothingCore-Truppe A.O.K. (der zu jenem Zeitpunkt wohl dilettantischste Haufen, der je einen Ton auf Vinyl gepresst hatte) besorgte, weil darauf grenzdebile Huldigungen an die Saufkumpanen von TANKARD enthalten waren, die so legendäre Titel trugen wie &#8216;Frank Thorwarth von Tankard hat keinen Spatz&#8217; oder &#8216;Buffo, du hast Fett im Haar&#8217; (dem kultigen TANKARD-Manager gewidmet). Mächtig krank, das Ganze.</p>
<p>&#8220;The Morning After&#8221; folgte die geniale EP &#8220;Alien&#8221;, die unter anderem das mächtig geile ROSE TATTOO-Cover &#8216;Remedy&#8217; enthielt. Absolut unverzichtbar ist ebenso das grandiose Live-Dokument &#8220;Doomsday News III&#8221;, das Auszüge aus einem Konzert von TANKARD, SABBAT (UK), CORONER und KREATOR (Welch ein Billing!!) im März 1990 in Berlin enthält. &#8220;The Meaning Of Life&#8221; wurde kurze Zeit später von den Fans eher zweispältig aufgenommen, weil TANKARD hier offenbar versuchten ihren musikalischen Horizont zu erweitern und komplexere, längere Songs zu schreiben. <img src="/wp-content/uploads/2009/01/tankard1.jpg" alt="tankard" title="tankard" width="300" height="230" class="alignleft size-full wp-image-1481" />Vermutlich hatten die Jungs es satt, immer nur als primitive Fun-Band betrachtet und mit Vollspacken wie den Bremer Leberzirrhose-Punks DIMPLE MINDS auf Tour geschickt zu werden. Wie auch immer man das sehen will, &#8220;The Meaning Of Life&#8221; enthält meiner Ansicht nach die ultimative TANKARD-Hymne &#8216;Spacebeer&#8217; und weitere Standards wie &#8216;Open All Night&#8217; und &#8216;Barfly&#8217;. Zweiflern und Nörglern schleuderten Gerre und seine Crew zwei Jahre später ein durchschlagendes, unwiderstehliches Thrash-Geschoss in Form von &#8220;Stone Cold Sober&#8221; entgegen. Auf dieser Scheibe reiht sich Hit an Hit, besonders gut im Ohr sind mir &#8216;Jurisdiction&#8217;, &#8216;Broken Image&#8217;, &#8216;Ugly Beauty&#8217; sowie der Titelsong. Außerdem bewiesen TANKARD wieder mal ihr exzellentes Händchen für schmissige Cover-Versionen mit einer gnadenlosen Interpretation des J. GEILS BAND-Smashers &#8216;Centerfold&#8217;.</p>
<p>Ich muss gestehen, dass ich TANKARD danach ein wenig aus den Augen verloren habe, nicht zuletzt deshalb, weil sich mein Musikgeschmack Mitte der Neunziger doch signifikant verändert hatte und ich melodischere und differenziertere Klänge zu bevorzugen anfing. Meine wahren Helden hießen zu dieser Zeit längst DREAM THEATER, FATES WARNING und PSYCHOTIC WALTZ, Thrashiges kam mir meist nur noch in Form von MEKONG DELTA oder WATCHTOWER ins Haus. Erst viel später entdeckte ich reumütig, dass die heiß geliebten Anti-Idole meiner Jugend auch in dieser Phase ziemlich gute Scheiben am Start hatten: &#8220;Two Faced&#8221; (1994), &#8220;The Tankard&#8221; (1995), &#8220;Disco Destroyer&#8221; (1998), &#8220;Kings Of Beer&#8221; (2000) und &#8220;B-Day&#8221; (2002). Aber man trifft sich immer zwei Mal im Leben. TANKARD kreuzten 2004 wieder meinen Weg, als mein jüngerer Bruder mir das &#8220;Beast Of Bourbon&#8221;-Album ans Herz legte und mich netterweise postwendend mit dem Gerät dauerbeschallte. Und siehe da, Hammersongs wie &#8216;Under Friendly Fire&#8217;, &#8216;Genetic Overkill&#8217; oder &#8216;Alien Revenge&#8217; zündeten und mundeten wieder vorzüglich, herrlicher Stoff um sich mal wieder so richtig die von pseudo-intellektueller Grütze verstopften und verklebten Ohren durchspülen zu lassen. Genauso gut funktioniert das mit dem Nachfolger &#8220;The Beauty And The Beer&#8221;, der textlich erneut kaum eine Albenheit auslässt, aber musikalisch gut abgehangenen Teutonen-Thrash der Extraklasse bietet, so dass fast wieder das alte &#8220;The Morning After&#8221;-Feeling aufkommt. Und alte Erinnerungen sind ja bekanntlich (meistens) was Feines.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2009/01/tankard-thirst1.jpg" alt="Tankard - Thirst (2008)" title="Tankard - Thirst (2008)" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-1477" />Kurz vor dem 2008er Wiegenfest des berühmtesten Zimmermanns aus Nazareth nun haben uns die offensichtlich unkaputtbaren Hessen mit &#8220;Thirst&#8221; ein weiteres Studio-Album auf den Gabentisch gelegt. Und auch dieses Mal lassen TANKARD nichts anbrennen und liefern ihren Fans genau das, was sie haben wollen: ein ebenso schnörkelloses wie treffsicheres Thrash-Album nach Art des Hauses vollgepackt mit sofort ins Ohr und in die Nackenmuskulatur gehenden Killer-Songs. Das aktuelle Material wirkt dabei sogar noch einen Tick entschlossener, kraftvoller und kompakter als die letzten beiden Alben. Gleich das fulminante Opening-Duo &#8216;Octane Warriors&#8217; und &#8216;Deposit Pirates&#8217; vereint alle Qualitäten von &#8220;Thirst&#8221; in sich und ist als Anspieltipp hervorragend geeignet. Meine weiteren persönlichen Highlights sind das mit sehr schönen Harmonien und Melodien daher kommende &#8216;Echoes Of Fear&#8217; sowie die coolen Speed-Metal-Garanten &#8216;G.A.L.O.W.&#8217; (steht für &#8216;Gods And Legends Of War&#8217;) und &#8216;Sexy Feet Under&#8217;. Wer TANKARD schon immer doof fand, wird auch für &#8220;Thirst&#8221; nur ein müdes Lächeln übrig haben. Treue Anhänger der Band und sonstige Liebhaber unverkrampfter, frischer und bodenständiger Thrash-Klänge sollten dieses Album unbedingt ihrer Sammlung einverleiben. In dieser Verfassung bleiben uns TANKARD hoffentlich noch eine ganze Weile erhalten. Der Erstauflage liegt eine Bonus-DVD bei, die eine Dokumentation mit dem Titel &#8220;Drinking Man&#8217;s Band&#8221; sowie einen Video-Clip zu &#8220;Stay Thirsty!&#8221; enthält.</p>
<p>TANKARD live on stage:<br />
	07.03.09   Innsbruck (A), Hafen<br />
	08.03.09   Ludwigsburg (D), Rockfabrik<br />
	26.03.09   Helsinki (FIN), Tavastia<br />
	11.04.09   Oberhausen (D), Turbine, Chris Witchhunter Tribute<br />
	12.04.09   Zwolle (NL), Hedon<br />
	01.05.09   Hauzenberg (D), Walpurgis Metal Days IX<br />
	20.06.09   Kleinwenkheim (D), Queens Of Metal-Festival<br />
	11.07.09   Ballenstedt (D), Rock Harz-Open Air<br />
	17.07.09   Wohratal/Langendorf (D), Ragnarok-Festival<br />
	25.07.09   Brande (D), Headbangers Open Air<br />
	29.08.09   Rijssen (NL), Elsrock Festival<br />
	04.09.09   Köln (D), Underground<br />
	05.09.09   Oostende (B), Velo Rock-Festival</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.tankard.info" target="_blank">www.tankard.info</a></p>
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		<title>SQUEALER: &#8220;The Circle Shuts&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Dec 2008 22:19:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martins Metal Madness]]></category>
		<category><![CDATA[afm records]]></category>
		<category><![CDATA[Heavy Metal]]></category>
		<category><![CDATA[power metal]]></category>
		<category><![CDATA[squealer]]></category>
		<category><![CDATA[thrash]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Geschicke der hessischen Formation SQUEALER standen zuletzt unter einem alles andere als guten Stern. Die Mannschaft um AFM Records-Chef Andy &#8220;Henner&#8221; Allendörfer hatte sich seit Beginn der Neunziger Jahre einen guten Namen machen können in der Szene mit ihrer saft- und kraftvollen Mischung aus rauem Power Metal und melodischem Thrash. Mir persönlich gefielen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Geschicke der hessischen Formation SQUEALER standen zuletzt unter einem alles andere als guten Stern. Die Mannschaft um AFM Records-Chef Andy &#8220;Henner&#8221; Allendörfer hatte sich seit Beginn der Neunziger Jahre einen guten Namen machen können in der Szene mit ihrer saft- und kraftvollen Mischung aus rauem Power Metal und melodischem Thrash. Mir persönlich gefielen und gefallen besonders die Alben &#8220;The Prophecy&#8221; (1999) und &#8220;Under The Cross&#8221; (2002), weil für mein Empfinden eben die stärksten Songs der Band-Geschichte da drauf sind. Im Januar 2005 schlug das Schicksal dann gnadenlos zu, als Henner bei einem Autounfall ums Leben kam. Die verbleibenden Denunzianten angelten sich ex-GRIP INC.-Frontröhre Gus Chambers für den Job am Mikro und ließen im folgenden Jahr ihre Trotzreaktion unter dem Namen SQUEALER A.D. in Form einer fiesen, brettharten und ziemlich sperrigen Scheibe namens &#8220;Confrontation Street&#8221; auf die Menschheit los. So sehr man für die Wut und Aggression, die diese Platte verströmte, Verständnis haben konnte, so schade war doch aus künstlerischer Sicht die Selbstreduktion dieser einst facettenreichen Band auf düsteres Thrash-Gebretter.</p>
<p><img src="/wp-content/uploads/2008/12/squealer1.jpg" alt="squealer" title="squealer" width="300" height="300" class="alignleft size-full wp-image-1361" />Mit Spannung durfte man also den folgenden Longplayer erwarten, und der liegt seit kurzem nun mit &#8220;The Circle Shuts&#8221; vor. Gleich zu Beginn kann man Entwarnung geben, denn SQUEALER sind nicht weiter abgedriftet in Richtung Geknüppel. Vielmehr zeichnet sich das neue Album wieder durch die so geschätzte Verbindung aus knallharten und melodischen Elementen aus. Bei kaum einer anderen einheimischen Band funktioniert das Nebeneinander von energischem, Bay Area-beeinflusstem Thrash-Brett und klassischem europäischem Heavy/Power-Metal so gut und stimmig wie bei SQUEALER in Bestform. Und zu eben jener läuft das Quintett inzwischen wieder mit schöner Regelmäßigkeit auf. Der neue Sänger Norbert Vornam macht dabei eine sehr gute Figur, auf seine Stimme trifft in Sachen Vielseitigkeit dasselbe zu wie auf die Musik. Das führt dann zu schwermetallischen Glanzlichtern wie &#8216;The Source Of Ignition&#8217; (Killer!), &#8216;Martyrs Of The Half Moon&#8217; oder &#8216;I Came For You&#8217;, die jeder Fan von druckvollem, präzisem und klischeefreiem Metal unbedingt mal gehört haben sollte. Nicht jeder Song nistet sich so gründlich in den Gehörgängen ein wie die genannten Highlights, doch echte Schwächen und Durchhänger sucht man vergebens.</p>
<p>SQUEALER haben sich also mit &#8220;The Circle Shuts&#8221; eindrucksvoll zurück gemeldet und bewiesen, dass sie auch 2008 noch viel Bleibendes und Wichtiges in Sachen Heavy Metal zu sagen haben. Zwei abschließende Anmerkungen bleiben mir noch: Die erfreuliche davon ist, dass die erste Auflage von &#8220;The Circle Shuts&#8221; die vier Songs der SQUEALER-Debüt-EP &#8220;Human Traces&#8221; aus dem Jahre 1989 als Bonus enthält. Ganz und gar nicht schön ist, dass &#8220;Confrontation Street&#8221;-Sänger Gus sich offenbar vor etwa zwei Monaten das Leben genommen hat. Scheint ein verdammt gefährlicher Job zu sein, für diese Band zu singen&#8230;</p>
<p>Homepage: <a href="http://www.squealer.de">Squealer</a></p>
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		<title>CAIN&#8217;S DINASTY: &#8220;Legacy Of Blood&#8221;</title>
		<link>http://rockzoom.de/2008/11/28/cains-dinasty-legacy-of-blood/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 22:06:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin van der Laan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Martins Metal Madness]]></category>
		<category><![CDATA[cain's dinasty]]></category>
		<category><![CDATA[dark romantic]]></category>
		<category><![CDATA[gothic]]></category>
		<category><![CDATA[power metal]]></category>
		<category><![CDATA[symphonic]]></category>

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		<description><![CDATA[CAIN&#8217;S DINASTY – noch nie gehört. Power Metal aus Alicante? Könnte anstrengend werden. Doch weit gefehlt. &#8220;Legacy Of Blood&#8221;, das Debüt-Album dieser erst seit zwei Jahren bestehenden spanischen Band entpuppt sich als eine der größten Überraschungen der letzten Monate. Zugegeben: Man ist schneller beeindruckt, wenn man völlig ohne Erwartungen an eine Scheibe heran geht. Zumal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://rockzoom.de/uploads/2008/11/cain-dinasty.jpg"><img src="http://rockzoom.de/uploads/2008/11/cain-dinasty.jpg" alt="" title="cain-dinasty" width="230" height="230" class="alignleft size-full wp-image-1298" /></a>CAIN&#8217;S DINASTY – noch nie gehört. Power Metal aus Alicante? Könnte anstrengend werden. Doch weit gefehlt. &#8220;Legacy Of Blood&#8221;, das Debüt-Album dieser erst seit zwei Jahren bestehenden spanischen Band entpuppt sich als eine der größten Überraschungen der letzten Monate. Zugegeben: Man ist schneller beeindruckt, wenn man völlig ohne Erwartungen an eine Scheibe heran geht. Zumal das kitschige Gothic-Vampir-Artwork mit fummelnden, halbnackten Frauen auf einem Friedhof schlimmste Befürchtungen auslöst. Doch auch nach zahlreichen Durchläufen beeindruckt mich diese Platte immer noch schwer, die Songs nutzen so gut wie gar nicht ab und man entdeckt immer wieder neue Details und Feinheiten. Kein Wunder, denn CAIN&#8217;S DINASTY stehen zwar mit beiden Beinen auf Power-Metal-Boden, doch sie reichern ihren Sound durch viele ungewöhnliche und sehr gut harmonierende Stilelemente an. Hier ein bisschen symphonischer Bombast, dort ein Exkurs ins Progressive und dazu immer dieses dezente Dark-Romantic-Feeling, diese düster-dramatische Grundstimmung des Materials, die die Fantasie und Emotionen anregt. Falls sich noch jemand an die letzte Demo-CD &#8220;Into The Night&#8221; und das Debüt-Album &#8220;The Arrival&#8221; der finnischen Gothic-Symphonic-Metaller REQUIEM erinnern kann, so in etwa muss man sich die Atmosphäre von &#8220;Legacy Of Blood&#8221; vorstellen &#8211; etwas bodenständiger und musikalisch anspruchsvoller vielleicht.</p>
<p>Per Titelsong steigen CAIN&#8217;S DINASTY mit einem fulminanten Paukenschlag in das Album ein – eine grandiose Uptempo-Granate, die wie eine etwas morbidere Ausgabe der besten Songs vom HAMMERFALL-Debüt daher kommt. Die Nummer ist einfach ein Volltreffer und die Hooklines können eigentlich gar nicht von dieser Welt sein, so schön sind die. Es folgt mit &#8216;Two Seconds To Forget Your Name&#8217; ein heavy Midtempo-Song mit Gothic-Flair, der vor allem wieder von einem galaktisch geilen Chorus getragen wird, wo eine rülpsig-böse Flüsterstimme den klaren, druckvollen und sehr ausdrucksstarken Gesang von Ruben Picazo kontrastiert. Aber auch die angenehm klare, reiche und sehr prägnante Gitarrensprache von Roberto Garcia und J.J. Ruiz sammelt emsig Pluspunkte. &#8216;Under The City Lights&#8217; geht als Symphonic Progressive Metal durch, dramaturgisch dichter Aufbau, etwas schleichend Bedrohliches baut sich in den Strophen auf, das sich in einen gradlinigen, eingängigen Refrain entlädt. &#8216;Remember The Tragedy&#8217; ist eine unter die Haut gehende, hymnische Ballade der Extraklasse.</p>
<p>Leider können CAIN&#8217;S DINASTY das atemberaubend hohe Niveau der ersten vier Songs im Folgenden nicht ganz halten, doch hervorragende Qualität liefern sie weiterhin ab. Schöne Gesanglinien, mitreißendes Riffing und facettenreiche Songstrukturen machen &#8220;Legacy Of Blood&#8221; zu einem genussvollen Power-Metal-Erlebnis. Das letzte Fünkchen Genialität fehlt in der zweiten Hälfte der Scheibe meist noch. Großes Kino ist auf jeden Fall aber auch das in spanischer Sprache vorgetragene &#8216;Infancia Eterna&#8217; mit seinem energisch-treibenden Grundton und den DIMMU BORGIR-mäßigen Eruptionen. Die Schnulze &#8216;Come To Me&#8217; ist der einzige richtige Ausfall der Scheibe, einfach zu langweilig und im Vergleich zum Rest nicht ebenbürtig. Das aufbrausend schnelle &#8216;Taking A Look&#8217; mit seinen diabolischen Keyboards sorgt dann aber noch für einen mehr als versöhnlichen Abschluss.</p>
<p>Fazit: CAIN&#8217;S DINASTY haben so gut wie alles richtig gemacht und gehören für mich mit ihrem Debüt &#8220;Legacy Of Blood&#8221; zu den stärksten Newcomers des Jahres 2008. Derart spielfreudige, ideenreiche und kreative Bands braucht die Power-Metal-Szene so dringend wie ein Indianer-Häuptling einen zweiten Arsch nach einem Fünf-Tage-Ritt. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs es schaffen, genügend Fans auf sich aufmerksam zu machen. Wäre verdammt schade, wenn dieses  tolle Album in der Flut der Veröffentlichungen untergeht. Die Zielgruppe zwischen HAMMERFALL, GAMMA RAY, RHAPSODY und TIERRA SANTA möge bitte unbedingt Ausschau halten nach &#8220;Legacy Of Blood&#8221;. You won&#8217;t regret it!!</p>
<p>Homepage: www.cainsdinasty.com</p>
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