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Brisa Roché – Invisible 1

16. Juni 2016
Brisa Roché - Invisible 1

Brisa Roché – Invisible 1

Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Insbesondere wenn man wie Brisa Roché währenddessen zwischen 2 Kontinenten pendelt. Für die Aufnahmen ihres neuen Albums „Invisible 1“ zog sie sich nach Kalifornien zurück, ließ unter anderem Marc Collins (Nouvelle Vague) sicheres Gespür für sanfte Melodien einfließen und so ein Wechselbild von sich selbst entstehen. Denn Brisa Roché ist eine Frau, die sich nicht festlegen lässt. Jazz mit all seinen Facetten verschaffte ihr vor einigen Jahren einen Status, viele Bewunderer, setzte aber ebenso Grenzen. Die sie gekonnt und mit zielgerichtetem Charme spielend überwand. „Invisible 1“ wendet sich nun nach innen, wie außen. Zeigt das Innerste und Empfindlichste, feiert aber mindestens genauso euphorisch die extrovertierten Seiten einer gewachsenen Brisa Roché.

Der Platte also die Fußnote „wie ein zweigeteiltes Buch“ zu verpassen, ist daher eine Randnotiz, die den Umfang eigentlich komplett umschreibt. Folkig, entrückt und reduziert wird die stille Seite aufgeschlagen. Arrangements wandern in den Hintergrund. Hier lebt einzig Rochés kraftvolle Stimme, die Geschichten aus ihrem Leben zu kurzen Exkursionen herunterbricht. Wie ein träger Tagtraum streifen „Night Bus“ oder „Walk With Me“ durch die Erinnerung. Momente zum fallen lassen gibt es genügend. Die andere, extrovertierte Seite folgt so fließend, dass man meinen könnte hier einer ganz anderen Künstlerin dabei zuzuhören, wie sie das Leben tanzt. Titel wie „Disco“ , „Vinylize“ oder „Groupie“ tragen ihre Namen plakativ und unterstreichen nicht nur einmal die Wandelbarkeit der Brisa Roché. „Invisible 1“ öffnet die Tür für einen neuen Typ von Freigeistern: leicht, tanzend, sensibel und losgelöst. Aber bitte immer mit Tiefgang!

Brisa Roché im Internet:
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