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Blur – The Magic Whip (Review)

19. Mai 2015
Blur - The Magic Whip

Blur – The Magic Whip

Manche Gebete werden nie erhört. Und manche dann, wenn man eigentlich gar nicht mehr damit gerechnet hat. Blur in Originalbesetzung – und dann noch ein neues Album. Das gab es zuletzt 2003. Die beste Band, die durch die Britpopflut der Neunziger an die Oberfläche gespült wurde, hat wieder Bock aufeinander. „The Magic Whip“ vereint lose Fäden, die seit Jahren darauf warten wieder miteinander verbunden zu werden. Graham Coxon beendete seine Solopause, Damon Albarn tat es ihm gleich; und so fand man sich bereits 2013 zusammen, um jene Geschichte, die 1991 mit dem psychedelisch poppigen „Leisure“ ihren Anfang nahm ins Hier und Jetzt zu führen. Coxon führt Regie, Alex James lässt den Bass brummen, Dave Rowntrees Spiel am Schlagzeug rahmt das Bild, und Albarn-wie könnte es anders sein – bildet das Zentrum. Ist die Magie denn noch spürbar? Nach all der Zeit? Nach all den Meinungsverschiedenheiten? Kann etwas, das vor mehr als 10 Jahren zerbrochen ist jemals wieder zu einer Einheit werden?

Ja, ja, ja und nochmal – ja! Vielleicht ist spätestens jetzt der Moment gekommen, Blur für das zu würdigen was sie schon immer ausgemacht hat. Das, was ihnen seit jeher einen Sonderstatus einräumt. Die Fähigkeit ihre Wurzeln mit musikalischen Neuorientierungen so zu verknüpfen, dass sie nie stehen bleiben, sich weiterentwickeln. Auch vor irrwitzigen Soundspielereien nicht halt machen und dennoch immer unverkennbar nach Blur klingen. „The Magic Whip“ ist nun weder ein abgeklärtes Alterswerk, noch der Versuch die Neunziger (inklusive Songs wie „Parklife“, „Country House“ oder „Girls & Boys“) wieder aufleben zu lassen. Sorglos poppige Titel sucht man (bis auf den Opener „Lonesome Street“) vergeblich. Und das ist auch ganz gut so. Denn wir wollen Blur wie sie in 2015 klingen, wie sie heute denken und fühlen. Ein bisschen Zeit muss man für „The Magic Whip“ mitbringen. Denn die in sich verschachtelte Platte mit all ihren frickeligen Aha-Momenten wächst erst nach und nach zu etwas Großem heran. Dann aber ist sie genau das: etwas ganz Großes!

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