Suche

AXXIS: „Doom of destiny“

13. November 2007

Ganze 18 Jahre ist es jetzt schon wieder her, dass die Dortmunder Melodic Metaller AXXIS ihr gefeiertes Debüt-Album „Kingdom of the night“ unters Volk brachten. Jene Scheibe und der prächtige Nachfolger „II“ brachten der Truppe um Sänger und Gitarrist Bernhard Weiß Ruhm und Ehre ein, Klassiker wie ‚Living in a world‘, ‚Fire and ice‘, ‚Ships are sailing‘ oder ‚Little look back‘ kann wohl jeder Hard Rock-Veteran ohne Probleme mitsingen. In den Neunzigern versuchten sich AXXIS dann an diversen stilistischen Experimenten, die aber allesamt mehr oder weniger in die Hose gingen und den Ruf der Band ziemlich ramponierten. Erst 2001 mit dem programmatisch betitelten Album „Back to the kingdom“ erinnerten sich die Jungs wieder an ihre alten Tugenden und knüpften endlich an frühere Großtaten an. Mit dem Wechseln zu AFM Records vor einigen Jahren bekamen AXXIS offensichtlich noch einmal einen gehörigen Schub. Auf „Time machine“ (2004) und vor allem dem tollen, letztjährigen Album „Paradise in flames“ gab es eine frische, kraftvolle, packende und mitreißende Mischung aus modernem Power und Symphonic Metal und dem typischen AXXIS-Melodic-Sound zu hören, mit der man zahlreiche neue Fans hinzu gewinnen konnte.

Doom of destinyEntsprechend gespannt sein durfte man auf den Nachfolger „Doom of destiny“, der nun vorliegt und eindrucksvoll beweist, dass AXXIS dem enormen Erwartungsdruck gewachsen waren und mit dem aktuellen Material den erhöhten Ansprüchen mehr als gerecht werden. Stilistisch bewegt sich die Band anno 2007 irgendwo zwischen Edguy, Rough Silk, Domain, melodischen Helloween-Songs und den eigenen Frühwerken, und fühlt sich in diesem Spannungsfeld offenbar pudelwohl. Die neuen Songs sind natürlich wieder allesamt höchst eingängig und setzen sich wie erwartet umgehend im Ohr fest, sind dabei aber mit der viel Liebe und Sorgfalt arrangiert und stecken voller cleverer und hübscher Details, die für Charakter, Abwechslung und Spannung sorgen. Der Einstieg mit könnte mit dem dramatischen Intro, das mich ein wenig an die Eröffnung des Gamma Ray-Meisterwerks „No world order“ erinnert, und dem grandiosen, vor Spielfreude und Lebendigkeit fast zerberstenden Titelsong gar nicht besser gelingen. ‚Doom of destiny (Arabia)‘ scheint gleich alle Stärken dieser Band zusammen zu fassen, die Nummer enthält ebenso simple wie geniale Melodien, kraftvolle Gitarren, donnernde Drums und aufbrausende, äußerst fantasievoll gestaltete Breaks. Sehr gefallen mir auch die Einsätze der Gastsängerin Lakonia. Das folgende ‚Better fate‘ ist keinen Deut schlechter: ein ungemein wuchtiger, stimmungsvoller Midtempo-Track mit göttlicher Bridge, hier harmonieren Bernhard Weiß und Lakonia ganz besonders wunderbar.

Nach dieser fantastischen Viertelstunde hat „Doom of destiny“ eigentlich schon gewonnen. Das überirdische Niveau des Beginns erreichen zwar nicht alle Songs, doch jede einzelne Minute dieser Platte bewegt sich irgendwo zwischen den Prädikaten „sehr gut“ und „ausgezeichnet“. Mir persönlich gefallen die orchestral angelegten, euphorischen Uptempo-Songs, in denen so wahnsinnig viel passiert, am allerbesten. Man lausche nur mal einem Knaller wie ‚Revolutions‘ mit seinen swingenden Rock’n’Roll-Strophen und dem eindringlichen Power-Metal-Chorus oder der finalen Hymne ‚Astoria‘. Doch selbst klassische, immer geschickt an der Grenze zum Kitsch entlang balancierende AXXIS-Melodic-Tunes wie ‚I hear you cry‘ muss man spätestens beim herzerwärmenden Chorus auch lieben. Eine wunderbar leicht klingende Ballade wie ‚The fire still burns‘ überrascht im Mittelteil mit einem entspannten Saxophon-Solo. So etwas oder das augenzwinkernde Feeling von ‚She got nine lifes‘ kriegt man nur mit einer gehörigen Portion gesundem Selbstvertrauen derart souverän und überzeugend hin.

Folglich kann man AXXIS für „Doom of destiny“ nur in den höchsten Tönen loben und das Album allen Melodic-Metal-Fans sehr ans Herz legen. Wer seine Avantasia-Scheiben liebt, wird sehr wahrscheinlich auch mit „Doom of destiny“ sehr glücklich werden. Ich freue mich wirklich schon sehr auf die Tour mit Helloween und Gamma Ray im Dezember, das wird das Abräumer-Package des Winters schlechthin.

AXXIS on tour in Deutschland mit Helloween & Gamma Ray:

01.12.07 Lichtenfels, Stadthalle
02.12.07 Bremen, Tivoli
21.12.07 Langen, Stadthalle
22.12.07 Kaufbeuren, All Karthalle
11.01.08 Tuttlingen, Alte Festhalle
12.01.08 Karlsruhe, Europahalle (Knock Out Festival)
13.01.08 Oberhausen, Turbinenhalle

Homepage: www.axxis.de

Schreib einen Kommentar