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Ausgestöpselt in New York

9. März 2008

Nirvana - einfach zeitlos

„Jetzt schreibt er auch noch über Nirvana?“ – Ja, das tut er. Genauer gesagt schreibt er über das Album, das neben „Nevermind“ wohl die meisten Hörer bewegt haben wird: „Unplugged In New York“.

Sieht man einmal davon ab, wie viele Effekte K.C. & Co. bei dieser Aufzeichnung des Fernsehsenders „Music Television“ im November 1993 verwendet haben, Nirvana - Unplugged In New York DVD dann kann man diese Performance auch als „ausgestöpselt“ bezeichnen. Diese Aufnahme hat nun auch schon 15 Jahre auf dem Buckel. Grund genug, um eine der besten Darbietungen der wahrscheinlich nachhaltigsten Band der frühen 1990er nun endlich auch auf DVD herauszubringen. Mein Fazit: Es lohnt sich. Besonders für Hardcore-Fans, die genau wissen wollen, was K.C. & Co. vor dem Song X zu Person Y gesagt haben, etc. (zudem gibt es englische und deutsche Untertitel für die teilweise gemurmelten Passagen).

Die DVD besteht aus der uneditierten Performance inklusive Zwischenrufen und „Was spielen wir jetzt?“-Diskussionen. „Oh Me“ und „Something In The Way“ sind nun auch in bildlicher Form verfügbar. Die beiden Lieder waren in der Music Television-Ausstrahlung nicht berücksichtigt worden, befinden sich aber auf dem CD-Album.

Neben der editierten, originalen MTV-Version sieht man die Band unter anderem auch bei den Proben und versteht, warum K.C. beim Konzert „Pennyroyal Tea“ in einer anderen Tonart und solo spielen wollte. Grund war Pat Smear (The Germs, Nirvana- Tourgitarrist, Foo Fighters’ Ex- bzw. seit der „Skin & Bones“-Konzertreise Tourgitarrist), der schlicht und einfach nicht singen kann und bei der Probe als Störenfried am Hintergrundgesang ungut auffällt. Nirvana - Unplugged In New York DVD Eine kurze Dokumentation über den 18. November 1993 rundet die DVD schlussendlich ab. Nach der nicht besonders gelungenen Live-DVD „At Reading Festival“, die im Vorjahr auf den Markt kam, ist „Unplugged in New York“ wieder sehr zufrieden stellend.

Nachdem ich mir die uneditierte Performance angesehen habe, wurde mir klar, wie viel Zeit ich als Teenager mit diesem Album verbracht habe. Ebenfalls klar ist, dass dieses Konzert – im Gegensatz zu „Nevermind“- fast zeitlos klingt und kaum etwas von seiner Frische eingebüßt hat. Ein paar Momente später fallen einem diese K.C.-Wannabes ein, die seit den 90ern alle paar Jahre aufkreuzen, um uns mit schlechten Nirvanasong- Plagiaten zu langweilen.

Neuestes Beispiel hierfür ist die Schweizer Rockband Navel (www.myspace.com/navelofswitzerland). Nein, Danke! Da bleibe ich lieber beim Original!

Nirvana: „Unplugged In New York“ – DVD. Ab sofort im Handel. (Auch als Neuauflage auf Vinyl)

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