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Atari Teenage Riot – Reset (Review)

9. März 2015
Atari Teenage Riot - Reset

Atari Teenage Riot – Reset

Eine Konstante im Musikzirkus, die sich jedem Hype entzieht und stattdessen lieber ihr eigenes Ding macht. Und das seit mehr als zwanzig Jahren. Nach einigen kürzeren und längeren Schaffenspausen zelebrieren Atari Teenage Riot auch in 2015 als unbelehrbarer Exot knochentrocken ihren rumpeligen Digital Hardcore. „Reset“ greift den typischen Atari ST-Sound auf. Musikalische Gratwanderungen und das plötzliche Einbauen anderer Klangstile waren noch nie gewünscht – und genau dafür liebt man ATR ja auch. Dafür, dass sie kompromisslos ihrer Linie treu bleiben und dennoch keinen Stillstand kennen. Alec Empire und Nic Endo haben mit Rowdy Superstar Unterstützung an der MC -Front bekommen und holen auf ihrer neuen Platte zum erneuten politisch/kritischen Rundum-Tritt aus.

Der Albumtitel ist recht schnell erläutert und fügt sich nahtlos in den Selbstläufer Atari Teenage Riot ein, der mittlerweile von einer Formation zu einem Kunstobjekt mit 1000 Facetten avanciert:

Reset ist die Taste bei unserem Atari Computer, die alles löscht und aus dem RAM entfernt. Bei neuen Computern geht das gar nicht mehr so einfach. Für uns ist das eine Metapher: Vergiss manchmal, was in der Vergangenheit war, und wer in einem Streit recht hatte, sondern starte neu durch. Finde Lösungen für die Zukunft.“

Fassen wir kurz zusammen: Atari Teenage Riot transformieren ihren eigenen Sound im selbst auferlegten engen Rahmen immer wieder zu etwas Besonderem. Allein dafür kann man ihnen nur Respekt zollen. „Reset“ pulsiert, pumpt und explodiert, greift aber auch eingängige Beats und Melodiefetzen auf, die dem Ganzen etwas die Härte nehmen. Natürlich ist das Noise-Cyber Punk-Digital Hardcore-Gemisch nicht unbedingt für feinsinnige Ohren geeignet, sondern trifft eher dort ins Schwarze wo „in die Fresse“ Anklang findet. Man kann dem Trio anlasten, dass sie sich nie aus ihrem eigenen Kosmos entfernen, man kann ihnen gerade dafür aber auch ebenso gut den roten Teppich ausrollen. Wir jedenfalls mögen „in die Fresse“ und damit auch „Reset“.

Atari Teenage Riot im Internet:
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Youtube

Tourdaten:
26.03. – Scheune Kulturzentrum, Dresden
27.03. – Headcrash, Hamburg
30.03. – Täubchenthal, Leipzig
31.03. – Schlachthof, Wiesbaden

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