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…And You Will Know Us By The Trail Of Dead: Lost Songs

28. Oktober 2012

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead sind immer für eine Überraschung gut. Gerade vor einigen Tagen spielten sie auf deutschen Bühnen, um ihr neues Album „Lost Songs“ dem erwartungsfreudigen Publikum vorzustellen. Die anschließenden Reaktionen waren gemischt. Ein perfekter Zeitpunkt also, um sich ein eigenes Bild von „Lost Songs“ zu machen. Waren Trail Of Dead auf ihren letzten Veröffentlichungen noch Meister der Opulenz und ausufernden Arrangements, so schlägt „Lost Songs“ eine reduziertere Richtung ein. Der Opener „Open Doors“ legt schon einmal vor – und lässt erahnen, dass verspielte Ausflüge in das Universum des Progressive Rocks auf dem neuen Longplayer wohl eher Mangelware sein werden. Und ehrlich? Das ist vielleicht die klügste Entscheidung, die Trail Of Dead treffen konnten. Der abgespeckte Klang besinnt sich auf den Ursprung von guter – sagen wir mal – „punkiger Rockmusik“. Die Gitarrenriffs kommen sehr melodisch und eingängig daher, obwohl sie einem parallel den Gehörgang wegfegen. Conrad Keely singt und schreit derart eindringlich, dass man sich – positiv überrascht – geneigt fühlt die Lautstärke etwas höher zu drehen.

 

Die punkige Grundstimmung wird an manchen Stellen wohltuend von fluffigen Stücken wie „Time And Again“ durchbrochen – um kurz darauf wieder rasant Fahrt aufzunehmen. „Lost Songs“ ist durchtränkt von Energie, geradlinig bis zum letzten Song. Dabei wirkt der Sound nie eindimensional. Man hat vielmehr das Gefühl, dass die Tracks aufgrund der Reduktion von üppigen Beigaben, die man von den letzten Alben ja gewohnt war, an Qualität gewinnen. Manchmal ist es eben doch eine Wohltat alte Zöpfe abzuschneiden und zu den Wurzeln zurückzukehren. Entwicklung kann auch bedeuten, dass man einen Schritt zurück geht, anstatt vorzupreschen. Trail Of Dead haben diese Gratwanderung gemeistert und einen tobenden Orkan erschaffen, der trotz seiner Wucht in allen erdenklichen Klangfarben schillert. Denkbar, dass diese musikalische Kehrtwende einigen Fans missfällt. Ebenfalls denkbar – und vielleicht wahrscheinlicher ist allerdings, dass uns die umtriebigen Texaner mit „Lost Songs“ einen Herzenswunsch in Sachen „ohne Umschweife auf die Zwölf“ erfüllt haben.

 

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