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Amanda Palmer @ Huxleys, Berlin | 01.11.2016

4. November 2016

Amanda Palmer @ Huxleys, Berlin | 01.11.2016An diesem ersten Novembertag war in Berlin die Auswahl an vielversprechenden Konzerten so riesig wie an keinem zweiten. Am wenigsten entgehen lassen wollte man sich natürlich An Evening with Amanda Fucking Palmer. Das stand gar nicht zur Diskussion. Einige Fans mussten im Zuge der Ticketbeschaffung allerdings einen kurzfristigen Herzstillstand in Kauf nehmen, denn bereits nach wenigen Tagen, sackte die Meldung „Ausverkauft!“ durch. Ein intimer Solo-Abend wartete auf einen, da macht es nur Sinn ihr möglichst nah zu sein (zugegeben will man das immer). Man ging mit der Umverlegung ins Huxleys einen akzeptablen Kompromiss ein, die noch ausgeschlossenen Fans mit einzubeziehen sowie einen gemütlichen Rahmen zu bewahren. Wahrscheinlich hätte sie das Huxleys an zwei aufeinanderfolgenden Tagen ausverkaufen können.

Und alles, was sich am Dienstagabend im Huxleys ereignete, lässt sich schwer in Worte fassen. Amanda Palmer ist die wahrscheinlich speziellste Musikerin, die vor einem stehen könnte. Sie hat so viel Sinnvolles zu sagen. Was nicht sinvoll ist, wird kurzerhand in ein komödiantisch kunstvolles Gewand gesteckt, dass es letztendlich doch unverzichtbar für einen wird. Amanda Palmer, das ist nicht die übermächtige Künstlerin, die bejubelt werden will, weil sie sich selbst so umwerfend findet. Sie lebt nicht für das Geld, aber für die Kunst und für die, die diese zu schätzen wissen. Nämlich ihre mindestens ebenso grandiosen Fans.

>> Zu allen Bildern von Amanda Palmer @ Huxleys in Berlin

Oder klickt auf den Play-Button, um die Dia-Show zu starten.

Eitelkeiten kann man bei Amanda Palmer natürlich mit der Lupe suchen. Sie stürmt lieber explosionsartig auf die Bühne, streift sich ihren Mantel in Zeitlupentempo ab, rückt einigermaßen ihr Korsett zurecht und steuert wie besessen auf den Flügel zu – weil sie Bock drauf hat. Mit förmlicher Wucht wurde sie in Berlin von ihren Fans empfangen. Ein guter Grund zum Anstoßen: mit Rotwein. Eine Setlist gibt es bei ihr nicht. Ihre Fans bauen sich ihre Setlist selbst. Da wird der Edding rausgeholt und auf Zurufe Songtitel notiert und im Laufe des Abends reingestreut. Das muss man erstmal schaffen. Jeder andere hätte diese vorab nochmal proben müssen. Ins kalte Wasser zu springen ist ihr Ding. Und auch ganz ohne Band im Rücken und ohne gewohnte Ausflüge ins Publikum verging die Zeit mit ihr wie im Fluge.

Und hey, sie ist mal eben drei Stunden geblieben. Und auch wir haben dreimal so viele Fotos gemacht als sonst. Also schaut mal rein in unsere Galerie.

Und wenn ihr damit fertig seid, könnt ihr die Show hier streamen.

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