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2:54 – 2:54

19. August 2012

Wenn zwei Schwestern ihre Band nach der Lieblingsstelle des Melvinssong „A History Of Bad Men“ benennen, fragt man sich natürlich wie die Musik von 2:54 wohl klingen mag. Ihre EP „Scarlet“ ließ bereits aufhorchen. Im Sommer schoben Colette und Hannah Thurlow ihr erstes selbstbetiteltes Studioalbum nach.

Die Einflüsse und Wurzeln liegen ganz klar im New Wave und Postpunk der Achziger. Bands wie die Cocteau Twins, Siouxsie & The Banshees oder auch Joy Division haben bei den Schwestern genug Eindruck hinterlassen, um ihren Weg in die Kompositionen von 2:54 zu finden. Schrammelige Gitarren, ätherischer Gesang und unvergleichbar eingängige Melodien. Wuchtiger Shoegaze wie er klingen muss. Immer etwas düster und melancholisch, aber so weich im Klang, dass man sich schon beim ersten Hören verliebt.

Getragen von uferlosen Gitarrenteppichen schlängeln sich die Nummern durch das Album. Uptempo ist hier eher ein Fremdwort; dafür finden sich auf „2:54“ verträumte Hymnen mit großem Potential, ohne diese schleppende Trägheit, die viele andere Vertreter dieses Genres ihr Eigen nennen. „Scarlet“ bleibt sofort hängen, dicht gefolgt von „Circuitry“ und „You´re Early“. Allesamt Indieperlen, deren Zauber man sich nicht entziehen kann. Die Thurlow-Schwestern transportieren den Sound der Vergangenheit in die Gegenwart, verpassen ihm ein frischeres Gewand und schlagen für meine Begriffe ein wie eine Bombe. Sofern man sich auf die Mischung aus geerdetem Drama und luftiger Anmut einlässt, ist ein sofortiger Sog in die Tiefen der Platte garantiert. Kritikpunkte lassen sich nicht ausmachen; auf „2:54“ passt einfach alles. Das perfekte Sommeralbum 2012. Ich bin begeistert und freue mich auf baldige Livepräsenz auf deutschen Bühnen!

2:54 im Internet:
Homepage: www.twofiftyfour.net/
Facebook: www.facebook.com/twofiftyfour

Termine:
18.09. – Gebäude 9, Köln
19.09. – Häll, Heidelberg

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