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Vertragslose Freimusik für Folkhungrige #2: ELVARHØI

17. Juni 2008

In ein paar Jahren wird man sich entweder sehr um diese Bonuslieder schämen oder auch einfach drüber lachen. Eher schade ist aber, dass derjenige, der bisher wohl am besten sang, ja fast ausschließlich alles bei Elvarhøi sang, seit Januar nicht mehr an Bord ist. Gustav Jørgen verfolgt ab sofort mit Les Ténèbres seine eigenen musikalischen Interessen, und die sind von viel düsterer Natur, kann man dessen neue Band doch am besten in die Ecke Gothic/Doom Metal stecken. Doch auch bei Elvarhøi gab es bereits beklemmende Gefühle: “Daudeskaar” ist wohl bis dato der härteste und gespenstischste Track der Band. Ein Videoclip fängt die Atmosphäre gut sein, klanglich stecken meine geliebten schneidend-fiesen Gitarren leider hinter den für meinen Geschmack etwas zu aufdringlichen Drums zurück, doch macht euch selbst ein Bild:

Gustav sang praktisch alles auf “Fjellet Faller Aldri” und war auch ein sehr bedeutender Teil was die Produktion des Albums anging. Er und ich, wir haben den größten Teil des Mixes zusammen gemacht, ware beide bei jedem Take anwesend und haben auch alle Soundeffekte gemeinsam gemacht. Die beiden Typen am Anfang von “Drikkevise”, das sind wir beide, labernd über… nun, es liegt am Hörer, dies zu entziffern. Aber es ist nichts Nettes, also hoffentlich versteht uns keiner. Er hat uns jedenfalls verlassen, weil er einfach nicht mehr die Zeit für Elvarhøi aufbringen konnte. Die Schule, Bandprojekte, die in der Priorität höher liegen, all solche Dinge. Wir sind alle Schüler/Studenten und manchmal kann es da ganz schön lange dauern. Das kann sehr frustrierend sein und auch hin und wieder sogar Bandmitglieder fortjagen… Es ändert sich stets vieles in der Musik von Elvarhøi, besonders, wenn ein neues Bandmitglied hinzustößt. Nora bringt neue Ideen und Herausforderungen, mit denen es umzugehen gilt. Es macht aber auch sehr großen Spaß, mit ihr zu spielen! (Magnus André Wandås: violin, flutes & more)

Nora ist die neue Sängerin. Sie wird ab sofort den Frontgesang bei Elvarhøi übernehmen und hat auch schon ein paar Auftritte mit der Band absolviert. Sie ist aber nicht die erste Sängerin bei Elvarhøi. Bis vor kurzem hatte man mit Ane noch eine Flötistin (genau, auch zu sehen im obigen “Daudeskaar”-Clip und bis 2005 war noch eine Dame namens Mari in den Reihen der Nationalromantiker und sang für “Venelite” als Gastsängerin. auf “Fjellet Faller Aldri” Und dieses wunderbare Lied ist Zeuge dafür, dass Damengesang wirklich ganz hervorragend in das Bild der Gruppe passt. Die Zukunft sieht also durchaus gut aus! Gemeinsam arbeiten die jungen Musiker auch gerade an einem neuen Album. “Endekvad” wurde bereits früher erwähnt, Elvarhøi 2008im Zusammenhang mit einem eigenen Kunstwerk von Sara Bruun. Der Rest der vorläufigen Liedliste liest sich derzeit so:

1. Endekvad (The song of the end)
2. Eg har sakna min heim (I’ve been longing for my home)
3. Intro
4. Trú (Faith/Faithful)
5. Æra (Honour/Era)
6. Kjærleik (Love)
7. Skogens Vandrar (The forest wanderer)
8. Fortidens Skygger (The shadows of the past)

Doch muss man dazu sagen, dass es “Skogens Vandrar” wahrscheinlich nicht auf das endgültige Album schaffen wird. Andererseits soll uns mit den Tracks 3 bis 6 ein zusammengehöriger Songzyklus in Haus stehen…

Wir sind uns mit “Skogens Vandrar” nicht sicher. Es fügt sich nicht sonderlich gut ein. Und obwohl die neuen, individuellen Stimmen in diesem Song nun an sich interessanter klingen, wird sich die Atmosphäre auch kaum ändern. Aller Wahrscheinlichkeit lassen wir dieses Lied weg. Wir haben auch die schon von “Fjellet Faller Aldri” bekannten Nummern nochmal speziell für diese neue Demo-CD aufgenommen, also nicht einfach noch einmal alte Aufnahmen wiederverwendet… Der “Trú”-Songzyklus wurd eins Leben gerufen, als Ivar und ich ein neues Stück in der Art von “Trú” geschrieben hatten und ich vorschlug, beide doch ineinanderzuweben. Wir haben das ausprobiert und es hat geklappt. Eigentlich ist es das gleiche wie “Trú” selbst, nur um viele weitere Elemente erweitert. Es geht natürlich um Nationalromatik. Gesellschaft, Natur und wie toll diese beiden Dinge sind. Tiefgehendes Zeug, wirklich… ;) Doch ehrlich, Menschen sind mir eine große Inspirationsquelle. Ich liebe es, Texte zu schreiben, die auf den Taten von Menschen basieren, die Gefühle, die wir dabei haben und all das in den großen Rahmen der Natur zu packen. Deshalb beschreiben viele meiner Lyrics eine Art Reise durch die Natur, wo all die Aspekte der Natur zu Manifestationen von eher menschlichen Dingen werden. Ivar (Elvarhøi)So wie sie das auch in der alten Folklore taten. Und um vielleicht mal etwas spezifische Literatur zu nennen: Tove Jansson hatte einen großen Einfluss auf mich.
(Magnus André Wandås: violin, flutes & more)

Mich inspirieren in großem Maße Bands wie Moonsorrow, Nightwish oder Týr. Zunächst versuche ich, der Musik eine geeignete Stimmung zu geben, um dann die Texte anzupassen, auf dass sie der Musik Bedeutung geben. Die groben Themen der Lieder hängen grundsätzlich davon ab, in welcher Stimmung ich gerade bin, wenn es ans Songwriting geht. Wenn also beispielsweise in der einen Woche ein Song angefangen wird und nicht innerhalb der darauffolgenden Woche zuende geschrieben ist, kann die ganze Idee total auf den Kopf gestellt werden. Man kann sagen, dass ich das Songwriting als Mittel zum Zwecke des Ausdrucks verwende, einmal zu dem Zeitpunkt, wenn ich die Musik schreibe, und später, wenn ich sie wieder spiele.
(Ivar Mauritz-Hansen: drums, lyrics & more)

Ivar ist übrigens auch für die meisten Texte auf “Fjellet Faller Aldri” verantwortlich. Wer was auf der neuen Demo-CD schreiben wird, ist noch abzuwarten. Außerdem soll die nächste CD hauptsächlich eh erst einmal für die Plattenfirmen sein. Die Band hat sich dazu entschlossen, kein offizielles Album zu veröffentlichen bis nicht ein Plattenvertrag unterzeichnet ist. Bleibt zu hoffen, dass die Band für ihre Anhänger zumindest die neuen Stücke in ähnlich schicker Form und mit tollem Artwork wieder zum Download frei stellt. Als ungefähren Zeitpunkt der Fertigstellung wurde Sommer/Herbst 2008 genannt… was sich natürlich laut Magnus’ Aussagen auch schnell ändern kann. Bleibt uns also nichts anderes übrig als zu warten und die schön abwechslungsreichen bisher vorliegenden Folk Metal-Hymnen rauf und runter zu hören…

Eg ser for mine augo
over hav og over fjell
på vårt land, det vakraste rike
Og eg sver på landets heilagdom
å forsvare dette land,
for eit slikt syn er uten like.
My eyes they perceive
over mountains and seas
our land, our wondrous kingdom,
and I swear by that land’s holiness
to defend it by all means,
for such sights they have no compare.
Folk vart skapt for å bo og leva
Dyrkje og hauste i harmoni
men nokon såg denne sang og gledje
Dei såg og dei høyrte i sjalusi
Humans were born to home and live,
to seed and to harvest in harmony,
but someone saw this joyful singing.
They saw and they listened in jealousy.




*** Mein 50. RockZOOM-Beitrag ist meinem Lieblings-Stammleser gewidmet. :) Und danke auch an alle anderen, die immer mal regelmäßig hereinschauen! Unterstützt gute Töne wie diese hier und sprecht den Musikern gut zu! ***

Keine Kommentare

  1. Sheik Yerboutie

    wirklich ein fantastischer Tip!

    Ich finde, man merkt einfach, dass die Musik von Herzen kommt und die Truppe nicht zu denen gehört, die mit folkloristischen Tönen auf den kräftig anziehenden Zug aufspringen wollen.

    Auch die selbst nach dem Remix ordentlich ungeschliffene Produktion stört da nicht. Das ist natürlich Ansichtssache, aber für mich darf solcherlei Musik ruhig bodenständig klingen – nein, muss es sogar vielleicht. (Lediglich Stereo-Gitarren wären vielleicht wünschenswert)

    Kann man also jedem Freund von authentischem Folk Rock/Metal uneingeschränkt weiterempfehlen!

    ach ja: klasse Cover-Artwork!!

    #944

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