Submarien @ Kaiserkeller Detmold | 26.10.2007
Mit Preisen ist das immer so eine Sache. Nicht jeder Preis ist heiß und wenn die Allgemeinheit nichts davon weiß, bleibt am Ende nur eins: Runter vom Sofa, rein in den Tourbus und rauf auf die Kneipen- und Festivalbühnen der Republik!
Auch SUBMARIEN aus dem Ländle des amtierenden deutschen Fußballmeisters können über ihre Erfahrungen als prämierte Preisträger ein Liedchen trällern – gewannen sie doch 2006 den “Deutschen Rock- und Pop-Preis” in der Kategorie Rock, ohne jedoch der Spitze der deutschen Musikszene dadurch nennenswert näher gekommen zu sein. Aber das wäre ohnehin nicht im Sinne der Stuttgarter, Erfolg will erarbeitet und verdient sein, und so stehen sie vielmehr für ehrlichen, gefühlvollen, vielschichtigen und ungemein kraftvollen Rock mit einer ordentlichen Prise progressiver Elemente und noch mehr Spielfreude! Und so touren Submarien quer durch Deutschland, große Städte wie Köln oder Hamburg stehen dabei ebenso auf dem Programm wie die gute alte Provinz, in der das Publikum oftmals erst erobert werden will, bevor es den Künstlern seine Zuneigung schenkt. Erfreulich, dass die Band um Frontdame Barbara Padron Hernandez auch dem Detmolder Kaiserkeller einen Besuch abstattete – ein Ereignis, an dessen Ende nicht nur die zahlreichen Besucher überaus erfreut und berührt ob des Erlebten waren!
Und als hätten es die Detmolder Musikfans irgendwie geahnt, strömten sie an diesem Abend mal wieder besonders zahlreich in die gemütlichen Katakomben der altehrwürdigen Kneipe am Detmolder Bahnhof. Eigentlich eher bekannt für seine hochklassigen Blues- und Jazzveranstaltungen, ist man im Kaiserkeller bei Rockbands wohl auch immer eine Spur kritischer und zurückhaltender, entsprechend spannungsgeladen war dann auch der Beginn des Konzerts. Mochte man den Jungs und der Dame von Submarien anfangs noch eine Spur Nervosität anmerken, so legte sich diese sehr schnell und man spürte förmlich, dass die Schwaben ihr Publikum an diesem Abend im Sturm für sich einnehmen wollten. Und der Plan gelang: Bereits beim Opener „Dry your eyes“ waren die ersten wippenden Füße und sich in den mitreißenden Harmonien wiegenden Köpfe zu entdecken, ohnehin galt es, in diesen Song mit seiner Tiefe und akustischen Wärme erst mal hineinzutauchen, doch man merkte es den anwesenden Fans schnell an – die Neugier war geweckt!
Frontfrau Barbara und Gitarrist Johnny verstanden es, das Auditorium schnell in ihren Bann zu ziehen, mit ihrer temperamentvollen Gestik abwechslungsreicher Mimik und mit den aus dem Leben gegriffenen Geschichten fesselte die Sängerin ihre Zuhörer, verzauberte sie mit hinreißendem Gesang und bewegte sie mit nachdenklichen Texten. Egal ob nun von Sternen („Stars“), der Liebe einer Frau („Woman’s love“), letzten Stunden („Last hours“) oder der Gegenwart („Reality“) die Rede war – man hatte das Gefühl, Submarien sprachen einem selbst aus der Seele, mal unterlegt mit klassischen Rocktönen, dann wieder enorm progressiv und experimentell, mal gesanglich dargeboten im Klanggewand einer Rockröhre, dann wieder fragil und fast kindlich intonierend im Stile einer Björk! Und so verging die Zeit im Flug, nach fast zwei Stunden und dem Song „Aimee“ endete der reguläre Teil, doch spätestens jetzt konnte man merken, wie sehr die Band ihrem Publikum geradewegs ins Herz getroffen hatte, denn mit Applaus, der tosender nicht sein konnte, und endlosen Zugaberufen ließ man die Musiker erst gar nicht von der kleinen Bühne herunter und forderte stürmisch einen akustischen Nachschlag. Fast hatte man den Eindruck, als wären Submarien selbst überrascht von der Intensität ihres Auftritts und der daraus resultierenden Reaktion der Zuhörer, doch eine Zugabe leistet wohl jeder Musiker gern – erst recht, wenn man auf solch positive Art dazu gedrängt wird. Doch nach drei weiteren Songs und mehr als zwei Stunden Spielzeit war man dann schließlich doch am Ende angelangt. Künstler und Publikum machten allesamt einen zwar erschöpften, ob des Erlebten jedoch ungemein euphorisierten Eindruck und so konnte es auch nicht weiter verwundern, dass die Musiker rund um Drummer Heiko, Keyboarder Adrian und Bassist Jens noch einige Zeit mit intensiven Gesprächen und dem Verkauf von Band-Merchandise verbrachten.
Doch auch der noch so schönste Abend geht irgendwann zu Ende, wer diesen Auftritt von Submarien jedoch live miterleben durfte, der weiß jetzt, dass Preise manchmal auch zurecht vergeben werden – selbst wenn man der Intensität eines Auftritts der Schwaben mit solch schnöder Auszeichnung nicht wirklich gerecht werden kann. Den Kaiserkeller-Besuchern gefiel dieses Konzert jedenfalls außerordentlich, wohl selten hat eine Rockband solch Jubelstürme und Applausgewitter in den Kellergewölben hervorgerufen und so gingen am Schluss viele Zuhörer in der Gewissheit nach Hause, einen unvergesslichen Abend mit einer tollen, sehr intensiven und ungemein sympathischen Band erlebt zu haben. Bereits im Juni durfte man mit Cheeno eine ebenfalls mit dem Deutschen Rock- und Pop-Preis prämierte Band erleben, ein gleichermaßen mitreißender Abend, und irgendwie drängt sich einem der Wunsch auf, in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft beide Bands mal wieder im Kaiserkeller bewundern zu dürfen, vielleicht sogar im Doppelpack – man stelle sich diesen „ohrgiastischen“ Hochgenuss nur einmal vor dem inneren Auge vor und schwelge in erwartungsvollem Abwarten…
» Zu allen Bildern von Submarien im Kaiserkeller.
» Offizielle Seite von Submarien: www.submarien.com
» Submarien bei MySpace: www.myspace.com/submarienstuttgart


















Welcome zurück lieber Andy.
Wie gehabt: Sehr schöner Bericht und schön neidisch.
Zu den Bildern sag ich nüxxx.
Hi,
mit euren Fotos kann ich vermutlich nicht so ganz mithalten. Aber dafür, dass Submarien im Laboratorium in Stuttgart mein erstes fotografiertes Konzert war, bin ich mit meinen Bildern ganz zufrieden:
http://www.mega-stoffel.de/bilder/2007-11-03%20-%20Submarien%20im%20Lab