Wave Gotik Treffen @ Leipzig | 25.-28.05.2007
XVI. Wave Gotik Treffen, Leipzig, 25.-28.05.2007
“Hach, schön…”, “Ein Erlebnis…”, solche Fragmente von äußerst zufriedenen und bewegten Dornenreich-Anwesenden höre ich auf meinem Weg nach draußen in die angenehm frische Leipziger Nachtluft. Die Bahn, die mich nach Hause bringen soll, lässt nicht lange auf sich warten. Diesmal keine Zwischenfälle, es ist ruhig, könnte man meinen. Ein paar Gothpunker im hinteren Wagenteil, die sich schon auf eine Party am Kreuz oder irgendwo einstimmen, ein Pärchen, das sich in meiner Nähe leise über das gerade in der Moritzbastei Gesehene und Gehörte austauscht…
Fazit
Mich lässt das Ende eines WGT immer mit sehr vielen neu gewonnenen, äußerst unterschiedlichen Eindrücken zurück. Dieses Festival, oder Treffen trifft es ja doch eher – Es lässt einen immer wieder nachdenken über Schwarz und Weiß, die grauen Nuancen dazwischen – und glaubt man sich auf einer Spur, ja sogar dem Ergebnis sehr nahe zu sein, gesellen sich bunte Farbtupfen hinzu und zerstören die tiefgründelnden Gedankengänge. Sie holen zurück in das Jetzt der großen Schwärze mit rosa Haarsträhnen, giftgrünen Netzstrumpfhosen und metallisch-glänzenden Utensilien, deren Zweck sich nicht immer sogleich auf Anhieb erschließt. Herr Mayer vom Radio hatte also gar nicht mal so unrecht mit seiner “schwarz-bunten Masse”…
Hinzu gesellt sich wie immer die musikalische Vielfalt und natürlich gab es auch diesmal wieder besonders nennenswerte Highlights zu verzeichnen: Von metallischer Seite aus wären das Entwine, Amorphis, Primordial und Moonspell… aber das weiß man ja, die sind alle für besonders erlebnisintensive Shows bekannt, auch Zeraphine konnten auf ganzer Länge überzeugen… Spielmannskönige im Heidnischen Dorf vermag ich diesmal nicht zu benennen, das Publikum hätte wohl Faun gesagt… hmm okay, nehmen wir Faun, das Publikum hat Recht. Ganz große Sieger waren aber die Herren in Anzügen: Salonorchester Weimar und Coppelius. Beide Truppen sind so herrlich elegant ausgeflippt… mag ich, mochten auch die jeweils Anwesenden!
Ferner ist es eigentlich fast egal wer im Schauspielhaus spielt: Dieses Gebäude allein ist immer ein Erlebnis. Estampie machten es dieses Jahr zu einem unvergesslichen.
Das zu den erfreulichen Erlebnissen…
Auch organisatorisch gibt es nichts zu nörgeln. Alles was ich mitbekommen habe, lief pünktlich vom Stapel, auch wurden Besuchermassen stets gut “gemanaged”, Kontrollen konsequent und fair durchgezogen. Vielmehr scheinen dieses Jahr, seien es nun Besucher des WGT oder “Außenstehende”, ein paar Leuten die ein oder andere Sicherung zu viel durchgebrannt zu sein. Die pöbelnden Alkoholisierten im Heidnischen Dorf waren ja noch zu verschmerzen, gewalttätige Aktionen wie der Silvesterknaller in der Straßenbahn sind da schon eine andere Kategorie. www.gothic.at schreibt sogar, dass ein anderes Mal am gleichen Tag ein Pflasterstein, ebenfalls durchs Fenster in die Straßenbahn geworfen, ein Mädchen schwer verletzte. Solltet ihr das nächste Mal beim WGT in einer Straßenbahn sein dann macht bitte die Fenster zu, egal wie warm es ist! Ferner schreibt das österreichische Gothic-Magazin von Angriffen Linksradikaler auf Konzertbesucher bei Stormfågel sowie gewalttätigen Übergriffen einer “Schlägertruppe” bei der Parkbühne, bei denen es schließlich auch Verletzte gab. Die schwarze Szene ist obgleich ihrer Vielgestaltigkeit normalerweise eine sehr, sehr friedliche. Egal ob Industrial-Anhänger, Düstermetaller oder der elegante Herr im Gehrock: Alle stehen sie brav an in noch so langen Warteschlangen, da flippt keiner aus, selbst wenn der Einlass aufgrund von Überfüllung verwehrt wird oder mal ein Becher Met zu viel konsumiert wurde. In den meisten Fällen steht fest, dass die Übergriffe von Szenefremden ausgingen. Es wäre extrem traurig, wenn man sich als schwarz Angezogener aufgrund solcher Vorfälle zum WGT bald nicht mehr willkommen fühlen würde.
Ein zukünftiges Fernbleiben zu diesem multikulturellen, künstlerisch ebenso vielseitigen und einmaligen Zusammentreffen, ist aber auch keine Lösung, doch muss das jeder für sich persönlich entscheiden. RockZOOM wird im nächsten Jahr aber auf alle Fälle wieder dabei sein!
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Fotos, Einleitung, Interludien & Fazit: Katrin Kropf
Berichterstattung von den Bühnen: Katrin Kropf, Manuela Wawrzyszko
Weiterführendes…
Offizielle Treffen-Seite
zum Thema “rechts/links” (bitte kritisch betrachten)





































Halli Hallo,
das ist ja wohl der schönste Bericht den ich je über das Heidendorf gelesen habe. Ich finde auch das Dunkelschön dieses Jahr die beste Band an der Stätten waren und mich trotz allen Stress immmer wieder zum verharren, träumen … gebracht haben.
Schwärzeste Grüße
Der Mütze
[...] Moritzbastei. So konnten wir das Duo bestehend aus Eviga (Gitarre, Gesang) und Inve (Violine) vor knapp eineinhalb Jahren zum Wave Gotik Treffen ebenfalls mit Akustikprogramm erleben… Schon damals war es die Veranstaltungstonne der [...]
[...] denn sie konnten bereits beim WGT 2007 überzeugen. Lest euch generell mal unseren WGT-Bericht von 2007 durch, um einen groben Überblick über das schwarz-bunte Treiben zu bekommen. Schaut man noch ein [...]