Dong Open Air 2007 @ Neukirchen-Vluyn | 13.+14.07.2007
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Guten Morgen, du schöne Welt, High Noon im Dongzelt! Richtig, fünf nach zwölf, das Aufweck-Kommando NITROLYT rollte am Abend zuvor extra aus dem schönen Leipzig an, um Aeveron zur unchristlichsten Mittagszeit zu ersetzen. Aeveron, die nun schon zum zweiten Male das Dong abgesagt haben… Schade ist das nicht, denn was die bunt gemischte Truppe Nitrolyt – ein amerikanischer Sänger mit schnuffigem Deutsch, ein gut frisierter, cool posender Gitarrist, ein verdammt junger Basser, ein grunzender 1,60m-Keyboarder und ein dürrer Fellezerstörer – hier vom Stapel ließ, zeugte von äußerster Spielfreude, technischem Know-How und fuckin’ Metal’n’Roll, welcher hin und wieder vor allem in Sachen Gitarren an Disillusion denken ließ, mehr mit ihnen jedoch kaum gemeinsam hat. Und während die meisten Donger noch in Morpheus’ Armen lagen oder sich draußen am Brötchen- und Kaffeestand die Beine in den Bauch standen, genossen die schon überraschend zahlreich Anwesenden dieses nahrhaft bunte Nitrolyt-Süppchen.
Ebenfalls zu solch unwürdiger Mittagszeit mussten die fünf Würzburger Thrasher von RUNAMOK auf die Bühne, aber sie nahmen es gelassen und starteten gleich mit einem coolen „From Dusk Til Dawn“-Intro und den Worten: „Wir wollen euch hier ein bisschen einheizen“ durch. Da sich inzwischen ca. 200 Besucher vor der Bühne eingefunden hatten und die komplette Band ständig in Bewegung war, herrschte im Zelt eine wirklich gute Stimmung. Musikalisch klang die Band zeitweise nach Exodus zu „Bonded by Blood“-Zeiten und Sänger Jimmy phasenweise nach Chris Astley von Xentrix und als zum Abschluss auch noch „Cowboys From Hell“ von Pantera zum Besten gegeben wurde, war die Meute vor der Bühne mit Sicherheit mehr als auf Zelttemperatur.
Nachdem die Polen Chainsaw sehr kurzfristig abgesagt hatten, dürfte es jedem Dong-Kenner klar gewesen sein,
dass ein Ersatz in Sachen Power Metal eigentlich nur SYNASTHASIA heißen konnte. Und so machten die Fans bereits zehn Minuten vor Beginn der Show ordentlich Stimmung, auch das Zelt war inzwischen bestens gefüllt. Insbesondere Schlagwerker Dennis schien richtig Spaß inne Backe zu haben und auch wenn das neue Material wie „War Fuck War“ oder „We Create Our Fate“ ziemlich modern klingt, so tat dies der Stimmung keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, der Fünfer wurde nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Zur Unterstützung streute die Band dann auch noch „King of the Kill“ von Annihilator ein und der neue Sänger Brian ließ seinen Vorgänger schnell vergessen. Das Wort SPASS wird bei den Jungs ganz groß geschrieben, dies war wahrscheinlich der Hauptgrund, warum der Fünfer auch beim diesjährigen Dong wieder so gut ankam.
Nach drei lupenreinen Metalbands sollte nun auch mal wieder eine etwas andere musikalische Richtung eingeschlagen werden, denn mit THE POKES wartete eine etwas ungewöhnliche,
aber nicht minder interessante Band auf das neugierige Dong-Publikum. Mit ihren punkigen Folkklängen, einer gehörigen Portion Ausstrahlung, noch mehr unbändiger Spielfreude und einer anständigen Prise Humor und lockeren Sprüchen brachte die grenzübergreifende Berliner Multitruppe das Zelt zum Kochen und vor allen Dingen zum Tanzen! Wohl selten hat man eine bunte Horde Metaller derart ausgelassen zu irischen Klängen das Tanzbein schwingen gesehen, jeder Song wurde begeistert beklatscht und abgefeiert und so war es auch nicht weiter verwunderlich, dass trotz des an sich straffen Zeitplans eine Zugabe sein musste! Toller Auftritt von The Pokes, nach dieser mehr als überzeugenden Show sollte es doch mit dem Teufel zugehen, wenn man diese Formation in Zukunft nicht mal wieder auf dem Dongberg begrüßen dürfte!
Nach einer derart launigen Angelegenheit sollten GALSKAP natürlich ein krasses Kontrastprogramm bieten, doch gerade diese Gegensätze und die bunte Mischung machen das DOA ja gerade aus. Als einer der wenigen Vertreter der schwarzmetallischen Zunft waren die Bremer angereist, um den Leuten das Fürchten zu lehren. Das gelang am Anfang, trotz Corpsepaint-Bemalung, nicht so recht. Zudem wirkten die Akteure auf den Brettern zunächst ein wenig unsicher. Und so dauerte es gut zwanzig Minuten, ehe Publikum und Musiker miteinander warm wurden. Musikalisch gab es durchaus abwechslungsreichen Black Metal, der unterschiedliche Reaktionen hervorrief. Während die einen angetan waren, winkten andere wiederum ab. Außer dem Frontmann und Sänger verharrten alle ein wenig bewegungslos auf Bühne und so hinterließ man einen etwas zwiespältigen Eindruck.
(Fortsetzung nächste Seite… oder zurück zum Index)



































Nett aufgemachter Bericht, liest sich gut und spiegelt die Athmosphäre auch passend wieder.
Super Bericht Andi, Daumen hoch!
Und an alle Spacken: fahrt nach Wacken!
Guter Bericht. Besonders die Kritik finde ich wichtig. Was dieses Jahr abgegangen ist, war echt nicht mehr schön. Für das echt asolziale Verhalten mancher Mitmenschen kann selbst die größte Menge Alkohol nicht mehr als Entschuldigung gelten. Ich hoffe, dass es nächtes Jahr besser wird. Ansonsten war es einfach nur suuuuper!
Sehr cooler Bericht, Leute! Da werden nicht nur Erinnerungen wach, sondern auch, äh, nä, sonst nix.
Abr das ist ja auch schon mal was! Dat war ne supertrillipampi-dicke Party und wir möchten uns bei all den Publikummern bedanken, die uns lauthals und klatschstark unterstützt haben, und das so früh am Tach.
Alles in allem ein toller Bericht…(war ja auch ein geiles Festival)
Nur als kleine Anmerkung: meines Wissens nach heisst der neue Song von Dark Age “Black September”…
@Sebastian Danke für den Hinweis in Sachen Dark Age! Ich hatte mir den Titel während des Gigs auf irgendeinem Zettel notiert, den hab ich dann aber später wahrscheinlich auf dem Dixi missbraucht…
Na ja, jedenfalls hat mich meine Erinnerung da wohl getrogen und irgendwie ist es dann über die Rohfassung in die finale Fassung gelangt. Aber schön zu sehen, dass ihr das Ganze so aufmerksam lest…
Liebes RockZOOM-Team,
vielen Dank für den wirklich geilen Bericht und auch das Lob uns Orgas gegenüber. Wenn man soetwas ließt, weiß man wieder, warum man sich das GAnze Jahr über und vor allem im Zeitfebnster kurz vor dem Open Air den Hintern aufreißt.
Euren Kritikpunkten kann ich mich nur anschließen. Manche (wirklich wenige) sollten sich mal Gedanken über ihr Tun und Handeln machen, denn über das Thema Müll müssen wir uns gezwungenermaßen ernsthafte Lösungsgedanken machen. Es wurde in diesem JAhr wesentlich teurer als geplant.
Hinzu kommt diese Serie von Diebstählen. Ich hatte mein Auto Backstage offen stehen und als ich zurück kam, war mein portables Navi weg. Man kann einerseits sicher sagen, man ist selbst schuld, sein Auto offen rumstehen zu lassen, aber ich hatte eigentlich auch ein gewisses Grundvertrauen in die “Szene”, das nun wirklich massiv erschüttert ist. Ich finde den Vertrauensverlust auch viel schlimmer, als den monetären – materielle Dinge lassen sich auf kurz oder lang ersetzen. Dieses Vertrauen zurückzubekommen wird sehr schwer – wenn nicht unmöglich.
Trotzdem, danke an Rockzoom und 95 % der Besucher. Es war geil mit euch und ich freue mcih schon aufs nächste Jahr
).
Hornes up und liebe Grüsse
der Hannes